Frühwarnstufe: Firmen werden informiert

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Die EnBW ODR ist der größte Energieversorger in der Region.
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Die Gasversorgung ist aktuell sicher, dennoch bekommen Firmen Post von den Energieversorgern. Auswirkungen eines möglichen Gasstopps auf die Gasleitungen unklar.

Ellwangen. In den kommenden Tagen bekommen größere Unternehmen, die ihre Standorte mit Gas betreiben, Post von ihrem Energieversorger. Der Grund ist die vom Bund ausgerufene Frühwarnstufe Notfallplan Gas. „In diesem Schreiben werden unsere Unternehmenskunden informiert, welche Folgen die aktuell ausgerufene Frühwarnstufe hat und welche weiteren Schritte im Notfall drohen“, erklärt Nicole Fritz, Pressesprecherin des größten Energieversorgers aus der Region, der EnBW ODR in Ellwangen. Ebenfalls würden die Großverbraucher nochmals für das Thema Energieeffizienz sensibilisiert und auf alternative Energiequellen abgefragt.

Nicht betroffen sind wie weithin berichtet weder Privathaushalte noch Teile der kritischen Infrastruktur wie zum Beispiel Krankenhäuser, Altenheime oder Feuerwehren. Fritz betont: „Derzeit ist die Versorgung sicher. Die Frühwarnstufe wurde vom Bund auch deshalb ausgerufen, um deutschlandweite Krisenstäbe einzurichten.“ Das dürfen die Behörden erst, wenn die Stufe aktiviert wurde.

Besonders betroffen wären von einem Lieferstopp oder -embargo energieintensive Betriebe. Laut Gesetz sind das Unternehmen, die einen Gasverbrauch von jährlich mindestens 1,5 Gigawattstunden haben und damit RLM-Kunden sind. RLM ist eine Abkürzung von registrierter Leistungsmessung. Laut den Vorgaben müssen diese nun von ihrem Energieversorger informiert werden, bei der ODR sind das rund 75 Unternehmen. Fritz: „Die Netze ODR schreibt aber nicht nur die RLM-Kunden an, sondern alle Betriebe, die eigenen größeren Energieverbrauch haben, auch um Kontakt zu halten, für den Fall der Fälle.“

Nicht absehbar sind neben den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Lieferstopps seitens Russlands oder eines Embargos durch die europäischen Staaten die Effekte ausbleibenden russischen Gases auf das deutsche Gasnetz. Würden der Gasstrom aus dem Osten versiegen, käme es im deutschen Netz zu einer Lastumkehr, erklärt die Pressesprecherin. Heißt: Statt in die Speicher, die derzeit zwischen 25 und 35 Prozent gefüllt sind und damit auf dem Niveau der Vorjahre liegen, flösse das Gas von den Speichern direkt zu den Verbrauchern. Zu dieser Konstellation kann es in kalten, schattenreichen Wintertage, sogenannten Schattentagen, kommen. Ein mehrtägiger, geschweige denn mehrwöchiger oder -monatiger Stopp des Gasstroms aus dem Osten jedoch ist ein Szenario, dessen Folgen für die Infrastruktur derzeit kaum absehbar ist. 

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