Gardena profitiert vom Heim-Boom

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Die Zahl der Mitarbeiter steigt an den deutschen Standorten, die Kapazitäten werden ausgebaut. Zudem hat der Konzern mit Bosch eine neue Akku-Allianz geschlossen.

Gerstetten

Daheim ist es am schönsten: Nicht erst seit der Corona-Krise entdecken nicht nur die Deutschen den Wert ihres Zuhauses. Die Zahl der Pools in deutschen Gärten ist sprunghaft angestiegen – die Liebe zum eigenen Garten auch. Davon profitieren Firmen wie Gardena, das zum schwedischen Husqvarna-Konzern mit Sitz in Stockholm gehört. Bereits in den vergangenen Jahren war der Umsatz des Herstellers von Gartengeräten konstant gewachsen. In den Jahren 2015 bis 2018 hatte das Unternehmen seinen weltweiten Umsatz bereits um 46 Prozent auf 663 Millionen Euro steigern können. Im ersten Halbjahr 2020 hat sich der Wachstumskurs verstetigt.

Der Umsatz der Konzerndivision stieg von 569 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 631 Millionen Euro in 2020. Trotz der Umstände aufgrund der Corona-Pandemie habe Gardena vor allem von der gesteigerten Verbrauchernachfrage nach Gartenbedarf profitiert, wie das Unternehmen mitteilt. Der Wachstumskurs der Ulmer Gartenmarke setzt sich somit ungebrochen fort. Im gesamten Geschäftsjahr 2019 hatte Gardena einen Umsatz von 790 Millionen Euro erzielt. "Das gute Halbjahresergebnis bietet uns nun die Chance, neue Investitionen zu tätigen und unsere Marke weiter zu stärken", sagt Pär Ärström, Präsident der Gardena Division innerhalb der Husqvarna-Gruppe.

1950 Mitarbeiter an vier Standorten in der Region

Husqvarna beschäftigt an den deutschen Gardena-Standorten aktuell rund 1950 Mitarbeiter, und zwar in Ulm, Laichingen, Gerstetten-Heuchlingen und Niederstotzingen. Dies sind 90 Beschäftigte mehr als noch zum Jahreswechsel. Laut Gardena lag dies vor allem an Neueinstellungen in den operativen Bereichen von Logistik und Produktion.

Dank der guten Ergebnisse der vergangenen Jahre investieren die Schweden weiter in die deutschen Standorte, wovon vor allem das Werk in Heuchlingen profitiert. Für dessen Erweiterung hatte der Spatenstich bereits im November stattgefunden. Rund 15 Millionen Euro investiert das Gartenunternehmen in die Vergrößerung der Kapazitäten.

In dem Fertigungsbetrieb werden jährlich etwa 13.500 Tonnen Kunststoff im Spritzgießverfahren verarbeitet und die Produkte teilweise zu fertigen Baugruppen montiert, zum Beispiel für die bekannten Schlauchkupplungen oder Gartenbrausen. Mit der Erweiterung will Gardena die Kapazität bei um zehn Prozent erhöhen werden und für die Zukunft weiteres Wachstumspotenzial erschließen. "Wir arbeiten in diesem Werk bereits im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr bei durchgehend hoher Auslastung unserer Kapazitäten. Ohne die Erweiterung könnten wir die weiterhin steigende Nachfrage nicht mehr bedienen", erläutert Werkleiter Michael Kieser.

Sind gestärkt aus dieser Zeit hervorgegangen.

Pär Ärström Gardena

Wenn das Gebäude in den kommenden Wochen fertiggestellt wird, sollen hier neue Maschinen und Produktionsanlagen einziehen. Zusätzlich wird laut Gardena die interne Produktionslogistik erweitert. Dadurch sollen künftig zahlreiche Zulieferverkehre von Außenlagern entfallen. Auch wird die Firma am Standort zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Bereits heute ist Gardena der größte Arbeitgeber in Heuchlingen mit derzeit rund 300 Beschäftigten.

"Der Standort Heuchlingen war das erste produzierende Werk des Herstellers" sagt Wolfgang Engelhardt, verantwortlich für die weltweiten Produktionsstätten von Gardena. In der Folge sei das Werk kontinuierlich ausgebaut und kontinuierlich in die neueste Technologie investiert worden. "Heute gehört es zu den modernsten kunststoffverarbeitenden Betrieben Deutschlands.

Beim Bau setzt Gardena auf Kompetenz aus der Region: Gardena hat die Firma Wolf Planung aus Heidenheim und die Firma Franz Traub aus Aalen-Ebnat mit der Bauausführung beauftragt.

Auch an den übrigen Standorten will Gardena in diesem und im kommenden Jahr in zusätzliche Anlagen und Maschinen investieren. In Summe belaufen sich die Investitionen an den deutschen Standorten auf 32 Millionen Euro. Zudem will Gardena die Kapazitäten in den tschechischen Werken in Vrbno und Trinec getätigt. Dort werden vor allem Mähroboter produziert.

Seit den 1970er-Jahren gehören Akku-Gartengeräte zum Gardena-Sortiment. Dieses Geschäftsfeld soll nun nochmals einen Schub erhalten. Gardena gehört zu den Gründungsmitgliedern einer Firmenallianz unter Führung von Bosch, die mit weiteren führenden Marken ein herstellerübergreifendes Akku-System für Produkte rund um das gesamte Zuhause bieten. Basis dafür ist die Akku-Technologie von Bosch, die ihr Akku-System für andere Hersteller geöffnet und damit das Fundament für die gegründete "Power for All Alliance" gelegt haben.

Mit ein und demselben 18-Volt-Akku können sollen sowohl Elektrowerkzeuge, Gartengeräte und Haushaltsgeräte von Bosch als auch Produkte der Marken Gardena, Emmaljunga, Gloria, Wagner und Rapid betrieben werden können.

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