Gaskrise: Haushalte sollen laut IHK ebenfalls sparen

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Die IHK in Heidenheim.

Die IHK fordert, dass bei einer Gasmangellage „auch Privathaushalte einen wesentlichen Beitrag zum Bewältigen der Verknappung leisten müssen“. Checkliste für Firmen.

Heidenheim

Der Industrieausschuss der IHK Ostwürttemberg hat sich mit der aktuellen Situation der Betriebe angesichts der drohenden Energiekrise und ein Positionspapier beschlossen. Zugleich weist die Kammer auf die Checkliste „Sicherheitskonzept Gas“ der Industrie- und Handelskammern im Land. „In der Checkliste Sicherheitskonzept Erdgas sind die IHK-Empfehlungen und Vorbereitungsmaßnahmen zusammengefasst", erklärt Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.

Im Positionspapier „Gasmangellage und Versorgungssicherheit“, mit dem sich der Ausschuss „Gehör bei anstehenden Entscheidungsprozessen“ verschaffen will, heißt es laut Darstellung der IHK, dass die Bundesregierung bezogen auf das Krisenmanagement in den vergangenen Monaten seit der Verschärfung der weltwirtschaftlichen Begebenheiten durch den Angriffskrieg auf die Ukraine durch Russland „besonnen und zielgerichtet gehandelt“ habe. Strukturelle Probleme müssen laut Ausschuss neben dem Krisenmanagement und den kurzfristigen Maßnahmen „mit voller Kraft angegangen werden, um das gesamte Land aus der derzeitigen Krisensituation zu führen“.

Aus Sicht der IHK und ihrer Industrieunternehmen sei es unerlässlich, „dass jetzt sofort Privathaushalte einen wesentlichen Beitrag zum Bewältigen der Verknappung leisten müssen“. Industrielle Produktion folge keinem Selbstzweck, sondern sei notwendig, um die „komplexen Versorgungs-, Liefer- und Wertschöpfungsketten in unserem Land und in Europa aufrecht zu erhalten – vor allem, um die Versorgung der Bevölkerung langfristig zu sichern“. Aus Sicht der IHK gelte es „mit allen Mitteln“ zu verhindern, dass diese Kreisläufe zusammenbrechen. Die Unternehmen in der Region seien bereit, ihren Teil zur raschen Energieeinsparung zu leisten – allein schon getrieben durch die exorbitanten Preissteigerungen. Dazu zählen laut IHK Einsparungen in den Produktionsprozessen ebenso wie das Absenken von Raumtemperaturen sowie ein mögliches Umstellen auf alternative oder klassische Energieträger weg vom Gas.

Sollte es wirklich zum Szenario kommen, dass kein russisches Gas mehr nach Deutschland fließt, droht im Januar 2023 vielen Betrieben, die „nicht geschützte Kunden“ sind, die Abschaltung. Selbst wenn die Gasspeicher zu 100 Prozent gefüllt seien, reichten diese Vorräte nur für zehn bis zwölf Wochen, so die IHK. „Die betroffenen Betriebe benötigen dringend eine individuell ausreichend bemessene Vorlaufzeit – auch um Schäden an den Produktionsanlagen zu verhindern“, fordert die Kammer deshalb. Die verbleibende Zeit bis in die Wintermonate müsse zur Erstellung konkreter Pläne genutzt werden.

Für den Fall einer weiteren Eskalation und eines Versorgungsengpasses bei Gas empfiehlt die IHK Ostwürttemberg Vorsorgemaßnahmen. Dazu hat die IHK eine Checkliste erstellt, in der die IHK-Empfehlungen und Vorbereitungsmaßnahmen zusammengefasst sind. Ebenfalls an die Firmen richtete sich eine Kooperationsveranstaltung der Hochschule Aalen und der IHK. Dort erläuterte Prof. Dr.-Ing. Rainer Schillig, Hochschule Aalen, wie sich Energiekosten in der Produktion senken lassen. Er stellte die Informationen auf der IHK-Homepage als Download zur Verfügung.

Alle Infos und Checklisten: www.ihk.de/ostwuerttemberg/russlandukraine

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