Gaskrise: Mapal setzt auf neue Technologien

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Der Stammsitz von Mapal in Aalen.
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Der Präzisionswerkzeughersteller nimmt ein neues Härteverfahren in Betrieb, das ohne Gas auskommt. Energieversorgung wird zu einem Kostenfaktor.

Aalen.

Die drohende Gaskrise beschäftigt die Firmen in der Region, so auch den Präzisionswerkzeughersteller Mapal. Die Aalener Firma deckt seinen Energiebedarf zu einem Drittel mit Gas. „Wir setzen das Gas vor allem zum Heizen und Kühlen ein. Zudem nutzen wir Gas für unser Blockheizkraftwerk, mit dem wir Strom erzeugen“, erklärt eine Sprecherin. Im Fertigungsprozess benötige Mapal Gas jedoch nur in wenigen Bereichen.

„Sämtliche Maschinen in unserer Produktion sind grundsätzlich nicht auf die Versorgung mit Gas angewiesen“, erläutert die Sprecherin weiter. Diese würden ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energien betrieben. Zum Betrieb der Härteöfen werde jedoch Gas benötigt. „Da nur einige Produkte den Härteprozess durchlaufen, erwarten wir keinen grundsätzlichen Ausfall in unserem Produktspektrum.“ Zudem wird Mapal am Standort in Aalen zum Jahresende ein neues Härteverfahren in Betrieb nehmen, wie Mapal-Chef Dr. Jochen Kress erklärt. Dann wird der Stahl per Lasertechnik gehärtet, die Anlage mit Strom betrieben.

Im Rahmen des Energiemanagements arbeitet Mapal wiederum seit einigen Jahren an Maßnahmen und Projekten, um die Energieverbräuche im Unternehmen zu senken. Das betrifft etwa den Bereich der Produktion, durch intelligente IT-Prozesse und eine moderne Büroinfrastruktur. „Darüber hinaus setzen wir auf die Nutzung erneuerbarer Energien und die Rekuperation von Energie“, erklärt die Sprecherin. Zudem würden die Mitarbeitenden sensibilisiert, sparsam mit Ressourcen umzugehen.  Sollte die Versorgung mit Gas nicht mehr sichergestellt sein und die Energie ersetzt werden müssen, würde Mapal das Blockheizkraftwerk abschalten und auf Strom umstellen. Allerdings sei die Energieversorgung aktuell gesichert. „Was wir aber als durchaus problematisch ansehen, ist die Planungsunsicherheit, vor denen die Unternehmen derzeit stehen“, sagt die Sprecherin.

Was wirklich passieren würde, wenn es in Folge einer Gasmangellage und der dritten Warnstufe im Notfallplan Gas zu einzelnen Abschaltungen kommt, wie die Lieferketten reagieren, ist laut Kress „unvorhersehbar“. Die Folgen könnten kaum abgeschätzt werden. „Dann kommt es für die Lieferketten zu einem echten Stresstest.“ 

In diesem Fall komme es unter anderem darauf an, ob Firmen für dann ausfallende Lieferanten anderweitigen Ersatz in nicht betroffenen Regionen finden könnten. Falls nicht, drohen Domino-Effekte, auch quer durch die Branchen. Und selbst wenn es nicht zum Ernstfall kommt - und damit zu Produktionsausfällen und defekten Lieferketten - steht für den Mapal-Chef bereits jetzt fest: „Früher haben sich die Unternehmen über Energie und Energieversorgung nicht viele Gedanken machen müssen, heute wird sie zu einem wichtigen Kostenfaktor.“

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