GKS leistet bundesweit Pionierarbeit

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Am Mittwoch es ist offiziell in Betrieb genommen worden. Das Labor "Handwerk 4.0" der Gewerblich-kaufmännischen Schule in Ellwangen. Unterstützung hatte die GKS unter anderem von Betrieben wie der "Schreiner-Didaktik", Finanz- und Schuldezernent Karl Kur
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Was im neuen Labor „Handwerk 4.0“ alles möglich und warum das Kompetenzzentrum eine große Chance ist.

Ellwangen.

Es ist einzigartig. Nicht nur im Kreis. Oder im Land. Sondern bundesweit. Die Gewerblich-kaufmännische Schule (GKS) des Kreisberufsschulzentrums Ellwangen hat etwas ganz Neues geschaffen, hat Pionierarbeit geleistet. Etwas, was wohl vorbildhaft sein wird im Land. Am Mittwoch hat die GKS ihr „Labor Handwerk 4.0“ offiziell in Betrieb genommen.
Der Hintergrund für das 260 000 Euro-Projekt: Was bis vor wenigen Jahren der Werkzeugkoffer war, regelt, richtet, repariert der Fachmann heute oftmals übers Tablet. In rasantem Tempo hat die Digitalisierung auch in den Gewerken Sanitär, Heizung und Klima (S/H/K) Einzug gehalten. Dafür müssen die Azubis – und auch die Betriebe selbst – fit gemacht werden. Digitalisierung soll kein Hindernis, kein Klotz am Bein sein, sondern etwas, das das Handwerk als professionelle Leistung anbietet - zusätzlich zu Wartung und Installation. Hier beginnt das Geschäftsfeld Smart Home.

Heizung, Raum- oder Wassertemperatur – alles kann per App auf Smartphone oder Tablet bequem geregelt werden. Ein Anlagenmechaniker prüft via Internet den Zustand der Heizung, weiß gleich, welche Teile er einpacken muss, und löst manches Problem aus der Ferne. In einem modernen Haus gibt es viele digitale Systeme: die elektrische Belüftung vom Fensterbauer, eine Markise, die auf Sonneneinstrahlung reagiert vom Markisenbauer oder die automatische Beleuchtung, die der Elektriker installiert. Die Folge sind zig Apps auf dem Handy oder Tablet des Hauseigentümers. Für jede Funktion eine. Ein unübersichtliches Chaos, das zu Frust führt beim Anwender. Und bestimmt nicht zum digitalen Glück. Das Problem: Diese Systeme „wissen“ nichts voneinander. Doch aus Gründen des Umweltschutzes, der Energieeffizienz und des Komforts sollten sie das. 

Genau hier setzt die Fachgruppe der Anlagenmechaniker S/H/K der GKS mit ihrem Pilotprojekt an. Alles soll über ein einziges System miteinander verknüpft sein. Eine zentrale Steuereinheit mit einer einzigen App sorgt dafür, dass die einzelnen digitalen Systeme eines Hauses intelligent zusammenarbeiten. Ohne dass der Häuslesbesitzer im Büro sich ständig noch per Handy um sein Smart-Home-System kümmern. Die Klimaanlage zuhause soll selbst „kapieren“, dass es ausreicht, wenn die Beschattung das Signal bekommt: bitte ausfahren, die Sonne knallt durch die Fenster, es ist zu warm im Raum. Da muss nicht unnötig Strom für die Klimaanlage verbraucht werden.

Hat man bislang ein solches verknüpfendes System gesucht: Fehlanzeige. Jetzt aber steht ein solches Smart Home in den Fachräumen der GKS. Selbst in intensiven, unzähligen Stunden entwickelt und ausbaldowert von Studienrätin Anja Schmied und dem Technischen Oberlehrer Ralf Weber. Eine phantastische Leistung, wie Schulleiter Robert Knietig lobt und höchste Anerkennung zollt. Ein Vorzeigeprojekt, auf das bundesweit mit Neid geblickt werden darf. Vor allem eine riesen Chance für die Schüler, Auszubildenden und Betriebe. Hier kann gelehrt und gelernt werden, was Zukunft ist. Und dem Handwerk die Sicherheit: Wir können das. Digitalisierung und modernste Technik, das wird uns nicht im Weg stehen, sondern auszeichnen als weiteres Qualitätsmerkmal. Die Ellwanger Anlagenmachaniker schaffen die Grundlagen dafür.
Schmied und Weber zeigten am Mittwoch, was alles möglich ist, wie die dualen Auszubildenden ganz praktisch lernen und anwenden können. Das neu geschaffene Modellhaus mit Bad, Technikraum, Wohnzimmer, Küche, Terrasse ist mit allem ausgestattet, was es zum praktischen Lernen braucht. Bedient wird per Sprachbefehl an „Alexa“. Aber erst, wenn an der mobilen Installationswand, alle Schalter und Taster richtig angebracht und eingerichtet sind. 
„Die Technik ist super. Wir brauchen aber jemand, der sie umsetzt“, so Landrat Dr. Joachim Bläse, der stolz ist auf dieses Aushängeschild für die Ostalb. Und dem Land für die Zuschüsse von 100000 Euro dankte. Das Simulationsmodell mache Ellwangen zum Kompetenzzentrum und biete perfekte Lernmöglichkeiten, auch für Betriebe.

Wir brauchen jemand, der die Technik umsetzt.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat
Geschenke gab's von Landrat Dr. Joachim Bläse (vorne links) für Studienrätin Anja Schmied und den Technischen Oberlehrer Ralf Weber. Die beiden hatten eine Menge Energie und Herzblut in die Entwicklung des Pilotprojekts gesteckt.
Ein voll ausgestattetes Modellhaus ist das Highlight des neuen Labors "Handwerk 4.0" an der Gewerblich-kaufmännischen Schule des Kreisberufsschulzentrums Ellwangen. Hier lässt sich am Schaumodell ganz praktisch lernen.
Ein voll ausgestattetes Modellhaus ist das Highlight des neuen Labors "Handwerk 4.0" an der Gewerblich-kaufmännischen Schule des Kreisberufsschulzentrums Ellwangen. Hier lässt sich am Schaumodell ganz praktisch lernen.
Im neuen Kompetenzzentrum - dem Labor "Handwerk 4.0" - der Gewerblich-kaufmännischen Schule des Kreisberufsschulzentrums wird Pionierarbeit geleistet. Vor der Installationswand, über die das Modellhaus bedient wird: Landrat Dr. Joachim Bläse (von links),
Im neuen Kompetenzzentrum - dem Labor "Handwerk 4.0" - der Gewerblich-kaufmännischen Schule des Kreisberufsschulzentrums wird Pionierarbeit geleistet. Vor der Installationswand, über die das Modellhaus bedient wird: Landrat Dr. Joachim Bläse (von links),

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