Google Assistant schlägt Alexa

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Smart Speaker

Forscherteam der Hochschule Aalen stellt Smart Speaker wie Amazon Alexa, Apple Siri, Google Assistant und Microsoft Cortana auf den Prüfstand.

Aalen

Sag mir, was ich machen soll: Sprachbasierte (Chat-)Bots, sogenannte Smart Speaker, setzen sich aufgrund der einfachen und bequemen Nutzung von Medien und Services immer mehr durch. Verbrauchern verhelfen diese praktische Assistenten vor allem zu mehr Effizienz und Komfort im Alltag. Prof. Dr. Peter Gentsch und Florian Wall, Absolvent der Internationalen Betriebswirtschaft, haben in einer Studie an der Hochschule Aalen die Antwortqualität und Funktionalität der vier gängigsten Smart Speaker untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Systemen und machen einen Weiterentwicklungsbedarf bei den integrierten Funktionen sichtbar.

Fragen gestellt

In einer jetzt durchgeführten Untersuchung wurde der aktuelle Stand sprachbasierter (Chat-)Bot-Technologien ermittelt und etwaige Unterschiede in der Funktionalität und Antwortqualität der vier bekanntesten Sprachassistenten Amazon Alexa, Apple Siri, Google Assistant und Microsoft Cortana erfasst. „Wir haben dafür die vier Sprachassistenten einem umfänglichen Test unterzogen, bei dem sie einen Fragenkatalog mit 71 Fragen in den vier Kategorien persönliche Fragen, Wissensfragen beziehungsweise technische Fragen, Fragen zu Funktionen und Konversationsfragen beantworten mussten“, erklärt Prof. Dr. Peter Gentsch, Professor für Internationales Marketing im Studienbereich Internationale Betriebswirtschaft an der Hochschule Aalen.

Die Antwort der Smart Speaker wurde anschließend daraufhin überprüft, ob die Intention der Frage verstanden wurde, und die Antwortqualität wurde anhand vorgegebener qualitativer und quantitativer Kriterien, wie beispielsweise Relevanz und Genauigkeit der Antworten oder Antwortgeschwindigkeit bewertet.

Testsieger ist der Google Assistant. Der Sprachassistent konnte insgesamt 82 Prozent der gestellten Fragen richtig beantworten. Besonders gut schnitt er in der Kategorie Wissen/Technik ab, in der alle gestellten Fragen richtig beantwortet wurden. „Das liegt am Know-how von Google im Bereich Suchmaschinen, weshalb diese Kategorie am besten für den Sprachassistenten geeignet ist“, erklärt Gentsch. Amazon Alexa sicherte sich mit einer Quote von etwa 77 Prozent richtig beantworteter Fragen in der Studie den zweiten Platz.

Die Autoren der Studie berichten, dass Alexa vor allem in den Kategorien Funktionen und Konversation glänzen konnte und dort den ersten Platz belegt. Dies lässt sich für die Autoren vor allem durch die Integration des Amazon-Onlineshops und die zahlreichen Drittanbieter-Skills wie beispielsweise „Chefkoch“ zur Rezeptsuche oder dem „Abfallkalender“ zur Abfrage von Müllabfuhrterminen für Alexa erklären.

Cortana weiß nicht alles

Den dritten Platz in der Gesamtwertung belegt Apple Siri. Siri konnte bei 49 von 71 Fragen die Absicht erkennen und eine gute Antwort geben. Damit konnte Siri etwa 69 Prozent der Fragen beantworten. Lediglich in der Kategorie Konversation konnte Siri nicht überzeugen und belegte den letzten Platz. „Das könnte daran liegen, dass Apple seinen Sprachassistenten mit der Absicht entwickelt, in erster Linie ihre Betriebssysteme zu ergänzen“, so Gentsch.

Den letzten Platz in der Umfrage belegt Microsoft Cortana mit einer Antwortquote von circa 44 Prozent. Damit ist Cortana der einzige getestete Sprachassistent, der weniger als die Hälfte der Fragen beantworten konnte. Gentsch erklärt sich das Ergebnis damit, dass Cortana kein eigenständiges Produkt bei Microsoft ist, sondern eine neue Funktion, die meist im Hintergrund arbeitet und ein Windowsprodukt aufwertet.

Smart Speaker und künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) auf dem Vormarsch. Dieser Technologie bedienen sich auch Smart Speaker, mit denen der Nutzende sich ganz natürlich unterhalten kann. Sie sind eine Weiterentwicklung textbasierter (Chat-)Bots. Ziel persönlicher Assistenten ist es, Nutzern die Ausführung verschiedener Funktionen durch eine einfache verbale Aufforderung zu ermöglichen. Mit ihnen lassen sich etwa Smart-Home-Geräte bedienen oder Waren im Netz bestellen.

„Wir haben die vier Sprachassistenten einem umfänglichen Test unterzogen.“

Prof. Dr. Peter Gentsch, Hochschule Aalen

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