Guss-Sparte von C.F. Maier gerettet

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Sanierungsspezialist Marcus Katholing

Ein strategischer Investor steigt bei den kränkelnden Tochterfirmen ein. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Königsbronn. Gute Nachrichten für die 38 Mitarbeiter der Guss-Sparte des Traditionsunternehmens in Königsbronn. Wie Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing mitteilt, wird die sanierungsbedürftige C.F. Maier Leichtgusswerk GmbH & Co KG von einem strategischen Investor übernommen. Lothar Thoni kauft zudem die weiteren Guss-Firmen der Gruppe sowie den Standort in Nersingen/Straß. Insgesamt sind in den Gesellschaften 106 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den finanziellen Details schweigen die Beteiligten. Die Kaufverträge sind bereits unterschrieben, die Übernahme ist ab 1. Oktober offiziell.

"Die gesamte Belegschaft hat in den vergangenen acht Monaten tollen Einsatz gezeigt und hervorragend gearbeitet. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Rahmenbedingungen waren angesichts der Eigenverwaltung sowie des Weggangs der Werksleiter und des Geschäftsführers nicht einfach", erklärt Katholing, der bereits die SHW CT in der Insolvenz betreut hat. Man habe keinen einzigen Kunden verloren und gemeinsam erfolgreich gewirtschaftet. "Der Einsatz hat sich gelohnt, da wir alle Arbeitsplätze an beiden Standorten erhalten können und die Kunden auch künftig zuverlässig beliefert werden.“ Investor Thoni, der in bereits seit Jahrzehnten in der Guss-Branche tätig ist, erklärt: "Die Guss-Sparte von C.F. Maier ist für uns interessant, da wir damit unser Leistungsspektrum optimal ergänzen und künftig einen Standort in Deutschland haben, den wir zukünftig weiter stärken wollen.“

Katholing hatte in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Mitarbeitern des Sanierungsspezialisten Pluta das Unternehmen saniert. Der Geschäftsbetrieb der drei Gesellschaften lief uneingeschränkt weiter, parallel habe man Abläufe optimiert, interne Strukturen verbessert sowie Analysen durchgeführt. Laut Katholing spiegelten sich diese Maßnahmen positiv in den Zahlen wider. Die Auftragslage für die kommenden Monate sei sehr gut.

Im Dezember 2020 wurden beim Amtsgericht Aalen Anträge auf Eigenverwaltungsverfahren für die drei Gesellschaften der Guss-Sparte gestellt. Die deutlich größere C.F.-Maier-Gruppe, deren Chef IHK-Präsident Markus Maier ist, war von den finanziellen Problemen nicht betroffen. Das Königsbronner Unternehmen erzielt 90 Prozent mit seiner Kunststoff-Sparte. Sachwalter Prof. Dr. Martin Hörmann sagt: „Die Eigenverwaltung hat sehr gut funktioniert. Das Pluta-Team hat die Sparte saniert. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war hervorragend. Es freut mich, dass die Guss-Sparte eine Zukunftsperspektive hat.“

Markus Maier erklärt: „Unsere Entscheidung zu einer Sanierung in Eigenverwaltung hat zum Erfolg geführt. Ich möchte mich bei allen Beteiligten, insbesondere dem Pluta-Team, bedanken. Wir übergeben eine sanierte Guss-Sparte an einen neuen Eigentümer." Zum Erhalt der Arbeitsplätze und der Fortführung der Unternehmen habe man einen einen erheblichen finanziellen Beitrag geleistet. "Es freut mich ganz besonders, dass wir damit alle Arbeitsplätze erhalten können.“

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