Guter Start für Innovationsschmiede

  • Weitere
    schließen
+
Der Zeiss Innovation Hub in Karlsruhe wurde 2020 in Betrieb genommen.
  • schließen

Seit knapp einem Jahr ist das Innovationszentrum von Zeiss in Karlsruhe in Betrieb. Warum bereits die erste Zwischenbilanz des Projekts eine Erfolgsgeschichte für die Partner ist.

Oberkochen/Karlsruhe

Die offizielle Eröffnung fiel im Frühjahr 2020 Jahres der Corona-Pandemie zum Opfer. Nun zieht der Optikkonzern Zeiss stattdessen nach einem Jahr "Innovation Hub" auf dem Karlsruher Campus des KIT, eine der besten Universitäten und Forschungseinrichtungen des Landes, eine erste Bilanz unter das ambitionierte Projekt – und diese fällt positiv aus, wie nicht nur Zeiss-Chef Dr. Karl Lamprecht, sondern auch KIT-Chef Prof. Dr. Holger Hanselka und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in einer virtuellen Konferenz erklärten.

Auf dem Karlsruher Campus des KIT hat Zeiss mehrere Millionen Euro in einen Neubau investiert, um Hochtechnologie- und Digital-Start-ups anzusiedeln und die eigenen Innovations- und Neugeschäftsaktivitäten voranzutreiben. "Das Innovation Hub als ein Baustein unserer globalen Investitions- und Innovationsstrategie bietet uns die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Partnern Technologien der Zukunft zu gestalten", erklärt Zeiss-Vorstandschef Lamprecht. Zeiss investiere mehr als zehn Prozent des Umsatzes jährlich in Forschung und Entwicklung. Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Anteil sogar bei 13 Prozent. Das Innovationszentrum "an einem der innovativsten Standorte Deutschland" soll Wirtschaft und Wissenschaft weiter vernetzen und Menschen für Zeiss begeistern.

Nutzer des rund 12 000 Quadratmeter großen Neubaus auf dem Campus Nord sind neben Zeiss und dem KIT das im 3D-Druck und Mikrofabrikation tätige Unternehmen Nanoscribe, an dem Zeiss beteiligt ist, sowie aktuelle und künftige Start-ups und Ausgründungen von beiden Partnern. Der Innovation Hub gilt als Herzensprojekt des früheren Zeiss-Vorstandschefs und jetzigen KIT-Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Michael Kaschke.

"Am KIT wird exzellente Grundlagenforschung betrieben. Der Innovation Hub wird als Netzwerkknoten den Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft weiter verbessern", sagt Kaschke. Bereits nach einem Jahr sei klar, dass das Projekt eine Erfolgsgeschichte und "ein echter Leuchtturm für erfolgreiche Public-Private-Partnerschaft in Deutschland" sei.

Der Hub wird den Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft verbessern.

Prof. Dr. Michael Kaschke Ex-Vorstandschef von Zeiss

KIT-Chef Hanselka lobt die Zusammenarbeit mit Zeiss. Nach einem Jahr hätten sich bereits viele vielversprechende Start-ups am neuen Hub angesiedelt. "Ideen sind Keimzellen der Innovation." Es sei aber ein langer, steiniger Weg, diese zu initiieren. Das Innovation Hub sei eine fantastische Umgebung für Innovation und schaffe das kreative Umfeld, das unternehmerische Netzwerk und die Nähe zur wissenschaftlichen Basis. "Die Partnerschaft mit Zeiss ist für uns von hoher Relevanz."

Auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist eine der Unterstützerinnen des Projekts. "Unsere Welt befindet sich im Wandel. Und darin stecken neue Chancen und Möglichkeiten, die wir bestmöglich nutzen wollen." Dazu brauche es kreative Köpfe, die Neues wagen, innovative Partnerschaften zwischen jungen und etablierten Unternehmen und eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. "Genau dieser Dreiklang wird im Innovation Hub zukünftig zusammengeführt." Es sei ein wichtiger und gut sichtbarer Ort entstanden, der die Gründerszene überregional vernetze und Wissenschaft und Wirtschaft enger zusammenbringe - "ein Ort also, der modellhaft für den Innovationsstandort Baden-Württemberg steht."

Neben Nanoscribe, dessen Gründer Martin Hermatschweiler das Hub für "seine exzellenten Möglichkeiten für die Erforschung und Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Lösungen für die Mikrofabrikation in Forschung und Industrie" lobte, sind unter anderem bereits vier Start-ups eingezogen: Voxalytic, Microworks, Aquarray und HS-Analysis. Zeiss wiederum hat eine Reihe von Kooperationen mit akademischen Partnern in den Bereichen Medizinische Robotik und Abstandsmessung mit Integrierter Photonik gestartet und ist am Standort im ersten Jahr von zwei auf 14 Mitarbeiter angewachsen. Eine weitere Vergrößerung des Teams ist laut des Unternehmens bereits in Planung.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL