Handwerk betroffen, aber guter Dinge

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Ein Einbruch ist auch im Handwerk spürbar, die Erwartungen steigen aber.

Herausforderndes erstes Quartal für viele Handwerksbetriebe in der Region – Hohe Erwartungshaltung und hoffnungsvoller Blick nach vorne: Der Fachkräftebedarf ist zurück.

Aalen

Die Auswirkungen der Coronakrise sind für das regionale Handwerk im ersten Quartal spürbar. Die Betriebe zeigen sich aber angesichts der Frühjahrsbelebung hoffnungsvoll, dass die Geschäfte wieder anziehen. Das zeigen die aktuellen Konjunkturdaten der regelmäßigen Quartalsumfrage der Handwerkskammer Ulm.

Knapp jeder zweite Befragte (48 Prozent) ist zufrieden mit seiner Geschäftslage, darunter vor allem das Ausbauhandwerk sowie die Handwerke des gewerblichen Bedarfs. Fast 30 Prozent sind unzufrieden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren 68 Prozent mit ihrer Geschäftslage zufrieden, 15 Prozent unzufrieden. Die Erwartungshaltung der Betriebe ist nun aber besser als vor einem Jahr. Von einer Verbesserung der Geschäftslage gehen aktuell knapp 42 Prozent der Befragten aus, dieser Wert hat sich nahezu verdoppelt (Vorjahr: 22 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) rechnet nicht mit einer Veränderung der aktuellen Geschäftsentwicklung. Knapp 7 Prozent der befragten Betriebe befürchten eine Verschlechterung, im Vergleichsquartal lag der Wert bei 27 Prozent.

Betriebe schauen zuversichtlich in die Zukunft

Die Auftragsentwicklung der regionalen Handwerksbetriebe hat sich im ersten Quartal zum Vergleichsquartal 2020 nicht verbessert: Knapp 30 Prozent berichten von volleren Auftragsbüchern in den Monaten Januar bis März (Vorjahr: 24 Prozent), fast 37 Prozent der Befragten (Vorjahr: 29 Prozent) mussten Auftragseinbußen verkraften. Damit stehen die Betriebe zwischen Ostalb und Bodensee mit ihrer Auftragslage besser da als der Landesdurchschnitt. Ein höheres Auftragsaufkommen erwarten im kommenden Quartal gut 43 Prozent der Befragten (Vorjahr: 28 Prozent). 9 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 33 Prozent) gehen hingegen von geringeren Auftragseingängen aus.

Beschäftigungszuwachs im zweiten Quartal erwartet

Die Kapazitätsauslastung lag im Auftaktquartal 2021 unter dem Vorjahresniveau. Die Anzahl an Betrieben, die über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet sind, ist von 9 auf 10 Prozent gestiegen. Rund 30 Prozent hatten in den letzten drei Monaten eine mittlere bis gute Auslastung (Vorjahr: 40 Prozent) und konnten ihre Produktionskapazitäten zwischen 81 und 100 Prozent nutzen. Der Anteil der Handwerksfirmen, die mit einer Auslastung von bis zu 60 Prozent arbeiten, beträgt allerdings 39 Prozent (Vorjahr: 21 Prozent). Die Beschäftigtenzahl im Handwerk ist etwa gleichgeblieben: 7 Prozent der Befragten (Vorjahr: 5 Prozent) haben im vergangenen Quartal zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, während 14 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent) von Personalrückgängen berichten. Die Handwerksbetriebe möchten im zweiten Quartal 2021 wieder einen positiven Beschäftigungsbeitrag leisten und sind derzeit einstellungsfreudiger als im Vorjahreszeitraum. In den kommenden Wochen wollen fast 13 Prozent der Betriebe neue Mitarbeiter einstellen (Vorjahr: 7 Prozent), während 5 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent) damit rechnen, dass sich ihre Belegschaft verkleinern wird. Rund 82 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass ihre Beschäftigtenzahl gleichbleiben wird.

Konjunktursituation im Ostalbkreis

Im Ostalbkreis beurteilen 47 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 26 Prozent bezeichnen sie als schlecht. 43 Prozent der Betriebe im Ostalbkreis rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten Wochen, 4 Prozent mit einer Verschlechterung. 44 Prozent haben eine aktuelle Auslastung von 80 Prozent oder höher. 86 Prozent der Betriebe wollen ihre Beschäftigtenanzahl halten – davon können junge Menschen profitieren. „Jeder, der ein Handwerk erlernen will und nach einem Ausbildungsplatz sucht, kann ihn in seiner Region auch finden – und zwar in nahezu jedem Beruf. Es gibt genügend interessante Ausbildungsbetriebe, auf die man einfach zugehen kann“, sagt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft im Ostalbkreis, Edgar Horn.

Was die Betriebe planen.

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