Handwerk startet Impfaktion

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Facharzt Dr. Steffen Strobel aus Biberach impft bereits Handwerker aus der Region, hier einen Beschäftigten des Metallbauunternehmens Manz GmbH in Warthausen.
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Die Handwerkskammer startet ein Angebot für Betriebe im Landkreis Heidenheim. Auch im Ostalbkreis laufen Planungen.

Heidenheim

Am Kreisimpfzentrum Heidenheim werden ab diesem Donnerstag an fünf Tagen in Folge für jeweils eine Stunde Handwerkerinnen und Handwerker mit Wohnsitz im Landkreis Heidenheim geimpft. Es ist die erste Impfaktion dieser Art, die die Handwerkskammer Ulm in ihrem Gebiet von Bodensee bis Ostalb initiiert hat. Obwohl die bundesweite Impfpriorisierung Anfang Juni aufgehoben und somit auch Betriebsärzte in die Impfstrategie eingebunden worden sind, warten noch immer zahlreiche Beschäftigte in vielen regionalen Handwerksbetrieben auf ein Impfangebot, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. „Der Landkreis erkennt die Leistung der Handwerkerinnen und Handwerker bei der Versorgung der Bevölkerung an und geht mit diesem speziellen Impfangebot innovative Wege.“

Auch in den anderen Kreisen arbeitet die Kammer daran, den Betrieben ein ähnliches Angebot zu machen, erklärt ein Sprecher der Organisation. „Unsere Kammer hat sich bereits Anfang Juni in einem Brief an alle Landräte im Kammergebiet gewendet und darum gebeten, den strukturellen Nachteil der vielen kleinen und mittleren Betriebe beim Impfen zu berücksichtigen und die Impfpraxis entsprechend auszurichten.“ Seit einigen Wochen stehe man auch mit allen weiteren baden-württembergischen Handwerkskammern sowie mit dem Sozialministerium hierzu in der Diskussion. Auch im Ostalbkreis laufen die Planungen. „Wir sind im Ostalbkreis mit den Verantwortlichen in Kontakt und im Austausch“, erklärt der Sprecher. Allerdings entscheidet darüber nicht nur der zuständige Landkreis.

„Die Kreisimpfzentren auch von den Entscheidungen des Sozialministeriums abhängig sind und nicht frei entscheiden können“, erläutert der Sprecher. „Die Impfzentren werden vom Land organisiert.“

Andere Partner als die Kreise hat die Handwerkskammer nicht im Blick. „Erster Ansprechpartner für Impfaktionen sind und bleiben die Kreise, weil in jedem Kreis ein Impfzentrum angesiedelt ist.“ Letztlich hänge alles von der zur Verfügung stehenden Menge an Impfstoff ab, von dem es nach wie vor nicht genug gebe. „Wir als Kammer haben für unsere Mitgliedsbetriebe bereits zahlreiche Betriebsärzte organisiert, die ein Impfangebot an die Handwerksbetriebe im Kammergebiet machen und gegebenenfalls auch vor Ort im Betrieb impfen“, sagt der Sprecher. Zudem werde die Kammer auch Modellprojekte in einzelnen Betrieben initiieren. „Das hängt aber letztlich vom Sozialministerium ab“, erklärt die Kammer weiter.

An diesem Donnerstag geht es nun aber erst einmal in Heidenheim los. Für Handwerksbetriebe und ihre Mitarbeitenden im Landkreis Heidenheim steht zunächst ein Sonderkontingent von rund 300 Impfdosen zur Verfügung. Auch der Zweitimpftermin ist gesichert. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Betriebe im Landkreis Heidenheim und deren Beschäftigte. Im Rahmen der Impfaktion werden Zeitslots zur Verfügung gestellt. Die Terminvergabe für Mitgliedsbetriebe und deren Beschäftigte aus dem Landkreis Heidenheim erfolgt über eine Online-Plattform.

Der Landkreis Heidenheim

Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer

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