Handwerker sind weiter im Einsatz

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Der Lockdown trifft zwar auch Handwerksbetriebe, die ein Ladengeschäft betreiben. Dienstleistungen beim Kunden sind aber weiter größtenteils möglich.

Schwäbisch Gmünd

Groß ist die Unsicherheit, was unterschiedliche Handwerker im Lockdown noch dürfen und was nicht. Während etwa Elektroläden und Töpfereigeschäfte geschlossen sind, können Serviceleistungen weiter erbracht werden. Die Firma Raumwerk Edelbauer aus Schwäbisch Gmünd beispielsweise weist darauf hin, dass ihre Dienstleistungen wie etwa Reinigung von Teppichböden, Änderungen von Gardinen, Verlegen von Bodenbelägen, Sonnenschutz- und Polsterarbeiten weiterhin möglich sind. Gleiches gilt für ähnliche Betriebe auf der ganzen Ostalb. Was genau gilt, erklärte die für die Ostalb zuständige Handwerkskammer Ulm auf Nachfrage dieser Zeitung:

Betroffen sind im Handwerk vor allem körpernahe Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Nagelstudios (mit Ausnahme von medizinisch notwendigen Behandlungen), kosmetische Fußpflege, Friseurbetriebe, Barbershops sind untersagt. Erlaubt bleiben medizinisch notwendige Behandlungen. Eine ärztliche Verordnung ist hierfür laut Handwerkskammer nicht notwendig. Ob eine Behandlung medizinisch notwendig ist, entscheidet die Fachkraft selbst. Dienstleistungen in Nagelstudios sind im Sinne einer medizinisch notwendigen Behandlung dann zulässig, wenn sie zur Vermeidung oder zur Behandlung etwa von Pilzerkrankungen, Nagelbettentzündungen beziehungsweise zur Rekonstruktion von pathologisch deformierten Nägeln vorgenommen werden und von entsprechend qualifiziertem Fachpersonal erbracht werden müssen. Laser- und IPL-Studios "dürfen medizinisch notwendige Behandlungen wie Narbenbildung durchführen". Medizinisch notwendige Leistungen dürfen auch mobil angeboten werden. Der Verkauf von Waren ist verboten.

Handwerksbetriebe, die keine körpernahen Dienstleistungen anbieten, sind nicht unmittelbar von den Maßnahmen betroffen und können ihre Dienstleistungen weiterhin anbieten. So können Handwerksbetriebe laut der Kammer zusätzlich auch einzelhändlerisch tätig sein, wenn die Handwerks- beziehungsweise die Werkstatttätigkeit überwiegt und den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit darstellt. Überwiegt dagegen der Vertrieb, ist dieser zwar zu schließen, der Werkstatttätigkeit darf aber auch in diesem Fall vollumfänglich nachgekommen werden. Das betrifft zum Beispiel Schreinereien mit Küchenstudio und Sanitärbetriebe mit Verkaufsausstellung.

Auch, wenn Handwerksbetrieben die Leistung und Öffnung erlaubt ist, gelten für die Kunden die bestehenden Ausgangsbeschränkungen. Kunden können daher nur bei Vorliegen eines Ausnahmetatbestandes das Geschäft aufsuchen. Erlaubt ist jedoch der Kundenbesuch zu Hause. "Das heißt, ein Raumausstatter darf zum Beispiel weiterhin zum Kunden, nur der Kunde darf nicht zum Raumausstatter", so ein Sprecher der Handwerkammer Ulm. Friseur, Kosmetiker und ähnliche Berufe dürfen jedoch keine Hausbesuche machen – Ausnahme sind auch hier die medizinisch notwendigen Behandlungen. Handwerklich geführte Gastronomiebetriebe wie Backcafés, Metzgereiimbisse, Konditoreien ebenso wie Restaurants, Gaststätten, Bars, Kneipen und andere gastgewerbliche Einrichtungen müssen schließen. Ausnahmen: Außer-Haus-Verkauf, Abhol- und Lieferdienste. Im Handwerk betroffen sind hier speziell Metzgereien, Bäckereien sowie Konditoreien, die nur noch Speisen zur Mitnahme sowie Abhol- und Lieferdienste anbieten dürfen. Ein Verzehr vor Ort an Tischen, Stehtischen oder Tresen ist auch hier nicht erlaubt. Aufgrund der seit 12. Dezember geltenden Ausgangsbeschränkung darf Essen nur noch bis 20 Uhr abgeholt werden.

Der Einzelhandel ist grundsätzlich verboten. Die Einrichtung eines Abholservices ist bei zu schließenden Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben nicht erlaubt. Die Lieferung von Waren bleibt zulässig. Erlaubt ist der Einzelhandel für Lebensmittel und Getränke einschließlich Direktvermarktern, Metzgereien, Bäckereien und Konditoreien. Auch Sanitätshäuser, Orthopädieschuhtechniker, Hörgeräteakustiker und Optiker dürfen laut Handwerkskammer öffnen. Ebenfalls Kraftfahrzeug-, Landmaschinen- und Fahrradwerkstätten sowie entsprechende Ersatzteilverkaufsstellen. Auch der Großhandel ist von der Schließung unberührt. Bei zulässigem Verkauf gelten die entsprechenden Hygiene- und Zulassungsbeschränkungen der Personenanzahl in Bezug auf die Verkaufsfläche.

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