Hartmann: Nach dem Umsatzboom folgt der Corona-Kater

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Die Zentrale von Hartmann in Heidenheim.
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Das Heidenheimer Unternehmen plagen zudem steigende Logistikkosten und Materialpreise.

Heidenheim

Zunächst wirkte sich die Corona-Krise positiv auf die Geschäfte der Hartmann-Gruppe aus. Die geradezu explodierende Nachfrage nach Desinfektionsmitteln ließ im vergangenen Jahr die Umsätze sprudeln, doch schon bald zeigten sich die Schattenseiten: Denn der Kostendruck auf die weltweiten Gesundheitssysteme war schon vor der Corona-Krise evident, die Auswirkungen der Pandemie verstärkten ihn dann. Die gesunkenen Ausgaben beeinflussen auch die Umsätze und Gewinne der Hartmann AG. Und dann sind da noch die gestiegenen Frachtkosten und Materialpreise, die die Unternehmen im Allgemeinen plagen.

So ist der Umsatz von Hartmann in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent auf 1,704 Milliarden Euro zurückgegangen – und damit bereits zum dritten Mal in Folge. Das um alle Effekte bereinigte operative Ergebnis ist ebenfalls gesunken, um 7,3 Prozent auf 192 Millionen Euro. Die Profitabilität ist laut Hartmann aufgrund der coronabedingten Konjunktur des Marktes auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren.

Vor diesem Hintergrund treibt CEO Britta Fünfstück den Umbau des Konzerns voran. „Hartmann hat im dritten Quartal 2021 in allen wesentlichen Projekten seines Transformationsprogramms die geplanten Fortschritte erzielt“, so die Vorstandschefin. Vor dem Hintergrund der Marktentwicklung sei die konsequente Umsetzung des Programms von großer Bedeutung für die künftige Entwicklung des Unternehmens.

Blickt man auf die Umsatzentwicklung in den einzelnen Märkten, fällt vor allem der starke Rückgang in Zentraleuropa auf, hier fallen die Erlöse um 13 Prozent. Auch der deutsche Heimatmarkt, wo Hartmann ein Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet, ist mit einem Minus von 9,6 Prozent stark unter Druck. In Amerika wiederum steigt der Umsatz um 22,9 Prozent. Allerdings trägt dieser nur mit 2,8 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Vor diesem Hintergrund rechnet Hartmann für das gesamte Jahr mit einem moderaten organischen Umsatzrückgang und einem rückläufigen bereinigten Ebitda von 210 bis 260 Millionen Euro.

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