Hauff setzt Meilenstein

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Der jüngst um ein Logistikzentrum erweiterte Stammsitz von Hauff Technik in Hermaringen.
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Mit einem neuen Logistikzentrum startet der Mittelständler aus Hermaringen in eine neue Phase der Unternehmensentwicklung. Michael Seibold formuliert klare und ehrgeizige Ziele.

Hermaringen

Vor gut drei Jahren startete mit eines der größten Projekte seit Bestehen des Unternehmens: Hauff-Technik begann 2018 mit den Planungen für die Erweiterung des Unternehmenssitzes in Hermaringen. Nach nur 18 Monaten Bauzeit ist eines der modernsten Logistikzentren in der Region Ostwürttemberg entstanden: Das 25 Meter hohe vollautomatische Hochregallager bietet Platz für rund 5000 Paletten. Insgesamt hat das Unternehmen rund 17 Millionen Euro in die Erweiterung investiert. „Der Neubau des Logistikzentrums markiert die nächste Phase unserer Planung“, erklärt Geschäftsführer Dr. Michael Seibold im Interview. „Wir gehen den nächsten Schritt in unserer Entwicklung.“ Eine moderne, effiziente Logistik sei notwendig, um sich für die Zukunft optimal aufzustellen.

Mehr als 30 Millionen Euro hat das Unternehmen seit 2014 insgesamt in den Standort investiert. Damals zog Hauff-Technik alle regionalen Standorte an einem zusammen und baute in Hermaringen auf der grünen Wiese von Grund auf neu. Seither ist das Unternehmen stetig gewachsen, der Umsatz hat sich verdoppelt, die Zahl der Mitarbeiter stieg von rund 180 auf aktuell mehr als 400.

Hauff entwickelt und produziert Abdichtsysteme für Kabel, Rohre und Hauseinführungen, die sowohl in Einfamilienhäusern als auch in großen Infrastrukturprojekten wie Flughäfen und Kraftwerken zum Einsatz kommen. Zu den Kunden zählen Energieversorger, Stadtwerke, Bauunternehmen, Installationsbetriebe, Telekommunikationsunternehmen sowie die Industrie. Knapp ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit dem Baustoff- und Tiefbaufachhandel.

Hauff profitiert vom Bauboom

Der Boom der deutschen Bauwirtschaft hat Hauff in den vergangenen Jahren enormen Rückenwind gegeben. Seibold ist aber sicher, dass Hauff auch „intrinsisch“ wachsen kann. „Ich sehe für die Zukunft noch weiteres Wachstumspotenzial“, sagt er. „Wir werden in diesem Jahr wahrscheinlich mehr als 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.“

Zudem, so betont Seibold, sei es keinesfalls gesichert, dass der Boom auf dem Bau bald enden könnte. Neben den niedrigen Zinsen führt er das Bevölkerungswachstum in Deutschland als Grund an. Und: „Für viele Menschen bleibt das eigene Haus ein Lebenstraum“, sagt Seibold. Die Folge sei ein sehr stabiler Markt, die Zahl der in Deutschland gebauten Einfamilienhäuser in den vergangenen 25 Jahren konstant geblieben. „Selbst im Jahr 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, wurden 100 000 Häuser gebaut.“ Zugleich profitiere Hauff vom Ausbau der Stromnetze und den Investitionen in die Breitbandinfrastruktur.

Im Ausland will Hauff künftig stärker wachsen. „Hier sind wir in den deutschsprachigen Märkten Schweiz und Österreich am stärksten, im angrenzenden Ausland wachsen wir ebenfalls“, sagt Seibold. Den „attraktiven Markt“ in Großbritannien will Seibold trotz Brexit im Auge behalten. In den USA lägen große Chancen für Hauff.

„Verdammt viel Bock auf die Zukunft“

Seit 35 Jahren gehört das Unternehmen zur Investorengesellschaft Indus. Ein ungewöhnlicher langer Zeitraum? Findet Seibold nicht. „Indus ist keine klassische Investorengesellschaft, die kauft und nach einer Wertsteigerung wiederverkauft. Sie fördern und begleiten unser profitables Wachstum.“

Diese Entwicklung will Seibold fortsetzen. „Wir haben noch viel vor“, betont Seibold. „Wir sind nicht mit dem zufrieden, was wir bisher erreicht haben, sondern wollen uns immer weiterentwickeln. Wir lehnen uns nicht zurück.“ Entsprechend ehrgeizig sind die Ziele, die sich die Hermaringer gesetzt haben. „2021 wollen wir zunächst die 100 Millionen Euro schaffen, bis 2025 dann im Bereich zwischen 125 und vielleicht 150 Millionen Euro landen.“ Zweifel, die zu erreichen, hat er nicht. Das Wichtigste sei ohnehin: „Wir sind eine geile Firma und haben verdammt viel Bock auf die Zukunft.“

„Wir lehnen uns nicht zurück.“

Michael Seibold, Geschäftsführer Hauff Technik
Dr. Michael Seibold

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