Herbstschwung für den Arbeitsmarkt

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Handwerker sind in der Region weiter gefragt.
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Der Herbst sorgt für sinkende Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitsagenturchefin sieht die Region auf "einem guten Weg, sich von der Pandemie zu erholen".

Aalen

Der Sommer sorgte bereits für eine gute Basis. Im August waren die Arbeitslosenzahlen in der Region Ostwürttemberg nur geringfügig gestiegen – trotz des traditionellen Sommerlochs der Ferien- und Urlaubszeit. Der Herbst sorgt nun für weiteren Schwung auf dem regionalen Arbeitsmarkt, wie die jüngsten Zahlen der Arbeitsagentur zeigen.

Die Region und das Land. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote im September bei 3,7 Prozent. „Der Herbstaufschwung belebt den Arbeitsmarkt. Er entwickelt sich im Vergleich zum Vorjahr weiterhin positiv, wenngleich wir noch immer knapp 30.000 Arbeitslose mehr aufweisen als vor der Krise“, erklärt Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. In der Region Ostwürttemberg liegt die Quote bei rund 3,5 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Vormonat.

„Wie erwartet, konnten vor allem jüngere Leute ihre Arbeitslosigkeit nach den Sommerferien beenden und eine Beschäftigung aufnehmen oder eine Ausbildung oder eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme beginnen“, erläutert Claudia Prusik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Aalen.

Aktuell sind in der Region 8913 Menschen arbeitslos, mehr als ein Fünftel weniger als noch vor einem Jahr. Insgesamt, so Prusik, sei die Region also auf einem guten Weg sich von der Pandemie zu erholen. „Für mich ist das ein wichtiges und vor allem positives Signal sowie eine gute Basis für die Aufgaben auf dem Arbeitsmarkt, die die Transformation der Arbeitswelt mit sich bringt.“

Landkreise. In Heidenheim (4,1 Prozent) ist die Zahl der Arbeitslosen am höchsten, in Ellwangen (2,1) am niedrigsten. Dazwischen liegen Schwäbisch Gmünd (3,9), Bopfingen (3,3) und Aalen (3,0). Im Ostalbkreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent. Fast die Hälfte der Arbeitslosen (46,7 Prozent) werden derzeit von den Jobcentern in Heidenheim und Aalen betreut, der Rest fällt in die Zuständigkeit der Arbeitsagentur.

Herbstbelebung. Laut Prusik profitieren alle Personengruppen von der Herbstbelebung. Vor allem die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist stark gesunken, die Jugendarbeitslosigkeit liegt in der Region bei 2,8 Prozent. Weiterhin positiv entwickle sich auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. „Bereits im 3. Monat in Folge können wir bei dieser Gruppe leichte Rückgänge vermelden, was mich sehr freut“, so Prusik. Dennoch seien die Langzeitarbeitslosen am stärksten von den Corona-Auswirkungen betroffen. Ein weiteres Sorgenkind sind die die Arbeitslosen ohne Abschluss. „Wir haben 4633 Arbeitslose, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Über alle Personengruppen hinweg gilt: Mit der richtigen Qualifizierungsstrategie haben wir hier langfristig ein großes Potenzial für den Fachkräftemangel in vielen Bereichen“, appelliert sie.

Kurzarbeit. Die Wirtschaft kommt immer besser im Schwung, entsprechend arbeiten weniger Menschen kurz. Die Zahl der Betriebe, die bei der Agentur Kurzarbeit angemeldet haben, geht zurück. Insgesamt zeigten im September in Ostwürttemberg 14 Betriebe für 227 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das tatsächliche Ausmaß der Kurzarbeit kann die Agentur jedoch nur rückblickend konstatieren. Im März 2021 haben laut aktueller Daten 1663 Betriebe Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. Rund 11 646 Beschäftigte waren betroffen.

Offene Stellen. Rein rechnerisch kommt auf jede offene Stelle 2,7 Arbeitslose. Heißt: Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region ist weiter groß. Allein im September verzeichnete die Agentur 827 neue offene Stellen. Seit Jahresbeginn sind es mehr als 7100 – und damit rund 25 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Ein wichtiges und vor allem positives Signal."

Claudia Prusik , Arbeitsagentur Aalen

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