Horlacher kritisiert IHK-Wahl

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Eine vergangene Präsenzveranstaltung der IHK-Vollversammlung im Juli 2020, am Pult IHK-Präsident Markus Maier. Am Donnerstag entscheidet das Gremium über die Nachfolge von Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle – zur Wahl steht ausschließlich Thilo Rentschler. Archiv-
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Thilo Rentschler steht am Donnerstag als einziger Kandidat zur Wahl – das missfällt einem Hüttlinger Unternehmer.

Heidenheim

Am Donnerstag, 11. Februar, wählt die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg ihren neuen Hauptgeschäftsführer. Auf dem Wahlzettel steht mit dem Aalener Noch-OB Thilo Rentschler allerdings nur ein Kandidat. Der Hüttlinger Geschäftsmann Rainer Horlacher, Mitglied der Vollversammlung und in der Vergangenheit wiederholt als IHK-Kritiker auf den Plan getreten, ist mit dieser Alternativlosigkeit ganz und gar nicht einverstanden.

Ende Januar hatte sich die bisherige IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle von dem Amt zurückgezogen. Bereits Eberles Wahl im Jahr 2016 hatte Horlacher kritisiert: Damals, so der Unternehmer, hätten die Mitglieder der entscheidenden Vollversammlung erst im Wahlraum von der einzigen Kandidatin erfahren und diese abnicken müssen – oder eben nicht. Bereits vor mehreren Wochen hatte Horlacher deshalb gefordert, dass das IHK-Präsidium Vorauswahl und Wahlprozess diesmal transparenter gestalten solle (wir berichteten).

Welcher Kandidat am Donnerstag als neuer hauptamtlicher IHK-Chef zur Wahl steht, wissen die 51 Mitglieder der Vollversammlung nun zumindest im Vorfeld: Dass Thilo Rentschler antritt, wurde vergangene Woche zeitgleich mit dessen Verzicht auf eine neuerliche OB-Kandidatur verkündet.

Dass es Rentschler offenbar zur Bedingung für seine Kandidatur gemacht habe, ohne Gegenkandidat anzutreten, findet Horlacher indes nicht in Ordnung. Laut einer Info, die er erhalten habe, hat das ehrenamtliche IHK-Präsidium 38 Kandidaten für den Hauptgeschäftsführer-Posten geprüft. "Davon wurden vier Kandidaten als geeignet eingestuft", so Horlacher, der sich "eine echte Wahlmöglichkeit" gewünscht hätte.

Auch ein Landratsbewerber muss Gegenkandidaten zulassen.

Rainer Horlacher Unternehmer

Ein IHK-Hauptgeschäftsführer sei vom Gehalt ungefähr auf einer Stufe mit dem Landrat und verfüge wie dieser über eine hohe Machtfülle. "Auch ein Landratsbewerber muss Gegenkandidaten zulassen, also sollte Rentschler es auch", sagt Horlacher: "Die IHK ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die staatliche Aufgaben wahrnimmt, nicht irgendein Verein, der händeringend nach Führungspersonal sucht."

Für sich selbst sieht Horlacher in der Vollversammlung nun drei Möglichkeiten. Und jede hat so ihre Tücken: Stimme er mit Ja, so akzeptiere er damit "das inakzeptable Auswahlverfahren und den inakzeptablen Wahlvorgang". Mit einem Nein beschädige er einen Kandidaten, der nach allem, was Horlacher aus der Presse weiß, "zweifellos für diesen Job geeignet" ist. Eine Enthaltung sei nur bei persönlicher Befangenheit sinnvoll "Das bin ich nicht", sagt der Hüttlinger. Er sieht sich mit seiner Meinung keineswegs auf verlorenem Posten in der Vollversammlung. "Da bin ich sicher nicht der einzige, der so denkt."

Die IHK Ostwürttemberg möchte auf Anfrage zu den Kritikpunkten im Vorfeld der Wahlversammlung, die am Donnerstag ab 17 Uhr als Präsenzveranstaltung in Heidenheim stattfindet, keine Stellung nehmen: "Wir bitten um Verständnis", heißt es von der Kammer dazu.

Rainer Horlacher.Archivfoto: je

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