IG Metall: Mischko und Yay-Müller raus aus der Führung

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Zum Auftakt der Tarifverhandlungen im April noch vereint im Dienst der IG Metall unterwegs: Josef Mischko (links), Peter Yay-Müller und Yvonne Möller. (Archivfoto)
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Gewerkschaft tauscht komplette Führungsriege in Aalen und Gmünd aus. Kai Bliesener nicht mehr 1. Bevollmächtigter.

Aalen

Die IG Metall im Ostalbkreis hat mitten im Tarifkonflikt ihr Führungspersonal ausgewechselt. Auf der Website der Gewerkschaft ist die Veränderung bereits sichtbar. Statt Kai Bliesener, der seit Juni 2021 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd war, ist dort nun Yvonne Möller als kommissarische 1. Bevollmächtigte aufgeführt. Die langjährigen 2. Bevollmächtigten in Aalen, JosefMischko (62), und Gmünd, PeterYay-Müller (54), tauchen nicht mehr auf. Stattdessen werden diese Aufgaben kommissarisch von Martin Gürtler versehen.

Sowohl Möller als auch Gürtler gehören zum Team der Bezirksleitung in Stuttgart. Der Aalener Josef Mischko war mehr als 36 Jahre hauptamtlich bei der IG Metall tätig, nun ist er in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. Kai Bliesener, der zum Nachfolger der nur wenige Monate amtierenden Andrea Sicker gewählt wurde, soll sein Amt als 1. Bevollmächtigter dem Vernehmen nach gar nicht erst in vollem Umfang angetreten haben. Mehr als 30 Jahre lang, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2020, hatte Roland Hamm die IG Metall Aalen und später auch Schwäbisch Gmünd als 1. Bevollmächtigter angeführt.

Nach Gründen für den kompletten Führungswechsel gefragt, gibt sich die Pressestelle der IG Metall Baden-Württemberg in Stuttgart sehr vage. Kommissarischer Pressesprecher Sami Mokdad antwortet schriftlich: "Die beiden Geschäftsstellen werden sich in einem umfangreichen Prozess personell, strukturell und organisatorisch neu aufstellen.  Damit trägt die IG Metall dem demographischen und strukturellen Wandel in dieser Region gebührend Rechnung, um in personeller und geographischer Aufstellung für die zukünftigen Aufgaben bestens gerüstet zu sein. Dieser Prozess wird transparent und in enger Abstimmung mit den zuständigen Gremien vor Ort erfolgen." Über eine Zusammenlegung der Geschäftsstellen von Aalen und Schwäbisch Gmünd wird seit längerem spekuliert.

Die aktuelle Führung der Geschäftsstellen, so der Sprecher weiter, werde "in anderen Positionen innerhalb oder außerhalb der IG Metall Verantwortung übernehmen, beziehungsweise von der Möglichkeit des vorgezogenen Altersruhestandes Gebrauch machen". Über die Sommerpause werde eine kommissarische Führung "den Prozess mit den Gremien vor Ort ergebnisorientiert aufsetzen". Ob es über diese sehr allgemein gehaltenen Gründe hinaus etwaige Meinungsverschiedenheiten mit den langgedienten Gewerkschaftsführern gab, die nun zu deren sang- und klanglosem Ausscheiden geführt haben könnten, lässt das Statement offen.

Derweil ist in der Geschäftsstelle Heidenheim Ralf Willeck aus gesundheitlichen Gründen von seinen Aufgaben als 1. Bevollmächtigter und Kassierer zurückgetreten. Der bisherige 2. Bevollmächtigte Tobias Bucher wird bis zu einer Wahl kommissarisch 1. Bevollmächtigter in der Geschäftsstelle Heidenheim. "Die Nachfolge für die/den 2. Bevollmächtige/n wird vorerst kommissarisch geregelt", so die IG Metall in Stuttgart.

Von den Betroffenen selbst waren keine öffentlichen Stellungnahmen zu bekommen. Offiziell gewählt werden die Ersten und Zweiten Bevollmächtigten von der Delegiertenversammlung, deren Mitglieder wiederum von allen IG-Metall-Mitgliedern gewählt werden. Die größte Einzelgewerkschaft hat im Ostalbkreis mehr als 20000 Mitglieder.

 

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