IG Metall will Zukunft regeln

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Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge, vier Prozent mehr Entgeltvolumen für 12 Monate und bessere Regelungen für die Ausbildung – das forderten Vertreter der IG Metall.
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Bei einer größtenteils digitalen Funktionärskonferenz lotet die Gewerkschaft den Stand der aktuellen Tarifrunde aus.

Schwäbisch Gmünd

Mit Delegierten, Betriebsräten, Vertrauensleuten und Jugendvertretern von der ganzen Ostalb hat die IG Metall Aalen - Schwäbisch Gmünd bei der Funktionärskonferenz am Montag diskutiert. Während nur wenige Mitglieder der Gewerkschaftsleitung im Leutze-Saal des Congress Centrums Stadtgarten Schwäbisch Gmünd saßen, hatten sich die übrigen Teilnehmer digital zugeschaltet. Im Mittelpunkt standen die Tarifverhandlungen in der südwestdeutschen Metall- und Elektroindustrie, aber auch in anderen Branchen. Kai Burmeister, kommissarischer Erster Bevollmächtigter der IG Metall, skizzierte die drei Schwerpunkte: "Was wir fordern, wie wir es durchsetzen und welcher Zeitplan gilt."

Was die IG Metall fordert

Im Vordergrund steht für die IG Metall die Sicherung der Arbeitsplätze. Gleichzeitig gelte es, sich an eine Arbeitswelt anzupassen, die sich – auch nach Pandemie und Wirtschaftskrise – wandle. Angesichts von Trends wie Digitalisierung und veränderter Mobilität fordert die Gewerkschaft betriebliche Zukunftstarifverträge, die den Standorten in der aktuellen Transformation eine langfristige Perspektive eröffnen. "Die Tarifrunde muss beantworten, was in 10, 15 Jahren ist", sagt Burmeister. Die Belegschaften sollen auf Augenhöhe über Ziele und Zukunftsstrategien mitreden. Gleichzeitig fordert die IG Metall, das Entgeltvolumen für 12 Monate um 4 Prozent anzuheben: entweder über mehr Lohn oder einen Teilentgeltausgleich bei Arbeitszeitabsenkung, wenn Beschäftigung gesichert wird. Die Metall- und Elektroarbeitgeber fordern dagegen eine Nullrunde und möchten Lohnerhöhungen erst zulassen, wenn die Wirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat. Für Burmeister und seine Kollegen ist dies genauso wie der Wunsch nach Einschränkungen von Tarifrechten eine "Forderung aus der Mottenkiste". Erreichen möchte die IG Metall überdies tarifliche Regelungen zur Verbesserung der Ausbildung und für dual Studierende sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten.

Wie die IG Metall ihre Forderungen durchsetzen will

"Mit Abstand und Maske, aber auch mit Entschlossenheit und Mut", drückt es Burmeister aus. In Zeiten von Pandemie und Homeoffice seien stärker digitale Ansprache und besondere Ideen gefragt. Etwaige Warnstreiks sollen natürlich unter Beachtung der Corona-Hygieneregeln stattfinden.

Wie der Zeitplan aussieht

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen in der südwestdeutschen Metall- und Elektroindustrie ist am 18. Januar ergebnislos abgeblasen worden. Die IG Metall möchte nun den Monat Februar nutzen, um die Belegschaften zu informieren und mit den Beschäftigten ins Gespräch zu kommen. Ende Februar soll auf der Ostalb ein Aktionstag stattfinden. Am 1. März endet die Friedenspflicht. Sollte bis dahin keine Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erzielt sein, so sind Warnstreiks möglich.

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