IHK-Netzwerk gestartet

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Haben an der der Auftaktveranstaltung des neuen IHK-Netzwerks für Autoindustrie und Maschinenbau teilgenommen (von links): Christian Kunz, Peter Schmidt, Heike Niederau-Buck, Katrin Mager, IHK- Referentin Standort und Markus Hofmann, Technologietransfermanager bei der IHK.
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Automobilwirtschaft und Maschinenbau sind wohl die zwei wichtigsten Branchen in Ostwürttemberg. Die IHK will die Firmen nun besser vernetzen und eine Plattform für den Austausch bieten.

Aalen

Allein die Zahlen sind beeindruckend. "Automobilbau und Maschinenbau beschäftigten in der Region mehr als 72.000 Menschen", erklärt Peter Schmidt, Leiter Innovation und Digitalisierung der IHK Ostwürttemberg, bei der Auftaktveranstaltung des neuen IHK-Netzwerk für Autoindustrie und Maschinenbau. Das entspricht rund 30 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ostwürttemberg. Hinzu kommen 30.000 weitere Jobs, die direkt oder indirekt von diesen "Schlüsselbranchen" abhängen.

"Wir stehen in beiden Branchen vor sehr großen Herausforderungen", so Schmidt. Der Wettbewerb werde immer härter, die Handelskonflikte belasten ebenso das Geschäft wie immer kürzere Produktlebenszyklen. Hinzu komme die Digitalisierung, die hohe Investitionen und neue Geschäftsmodelle erfordere. "Mit dem neuen Netzwerk für die Autoindustrie und Maschinenbau wollen wir zum einen transparent machen, welche Services die IHK Firmen aus beiden Branchen bietet", erklärt Schmidt.

Zum anderen gelte es, die Firmen noch besser zu vernetzen. "Und wir müssen beide Branchen politisch in den Fokus nehmen, um den Standort nachhaltig zu stärken", erläutert der IHK-Experte. Ein Beispiel sei der Qualifizierungsverbund, der als Plattform der beruflichen Weiterbildung diene.

Als Kopf des neuen Netzwerk hat die IHK Heike Niederau-Buck gewonnen. Die Chief Information Officer (CIO) bei der J.M. Voith SE & Co. KG ist Vorsitzende der neuen Initiative. Sie betonte zum Start, dass der Voith-Konzern das neue regionale Netzwerk sehr ernst nehme und willkommen heiße. "Vor den genannten Herausforderungen stehen wir bereits seit mehreren Jahren", so Niederau-Buck.

"Wettlauf der Antriebe" beobachtet

Allerdings habe die gute Auftragslage in der Vergangenheit über den Handlungsdruck hinweggetäuscht. Nun, in Krisensituationen, gelte es, den technologischen Wandel und die Digitalisierung in allen Branchen aktiver anzugehen und sich damit auseinanderzusetzen.

Unter Digitalisierung verstehen wir nicht nur neue Endprodukte, sondern auch die Digitalisierung der eigenen Produktion und Prozesse

Heike Niederau-Buck Voith

"Unter Digitalisierung verstehen wir nicht nur neue Endprodukte für die Kunden, sondern auch die Digitalisierung der eigenen Produktion und Prozesse", so Niederau-Buck und fordert: "Wir brauchen eine digitale Kultur!" Das zweite große Themenfeld sei die zukünftige Mobilität. "Es gibt einen Wettlauf der Antriebe", sagt Niederau-Buck.

Allein die Elektromobilität bedrohe laut neuster Studien rund 40.000 Jobs in Baden-Württemberg. "Ich würde aber nicht sagen, dass sie verschwinden - sie wandeln sich." Ziel des Netzwerks sei, die Zukunft der Branchen zu thematisieren, von Best-Practices anderer Firmen zu lernen, die Interessen der Firmen zu vertreten und die Anforderungen der Kunden besser zu antizipieren. "Das Netzwerk soll eine Plattform für Austausch und Anregungen sein", so die Voith-Managerin. Sie appelliert zudem: "Ein Netzwerk lebt von der Mitarbeit der Firmen."

Kollaborative Roboter entlasten die Mitarbeiter

Den Anfang machte Thomas Meier von der Voith-Tochter Voith Robotics. Er stellte die kollaborativen Roboter Cobots vor, mit dem Voith "zu jedem Schlagwort" wie KI oder Automatisierung eine Lösung entwickeln könne. "Wir kommen aus der Industrie und arbeiten für die Industrie." Die Cobots sollen Firmen dabei helfen, die Kosten zu optimieren, flexibel zu agieren und dabei die Mitarbeiter zu entlasten.

Christian Kunz, Leiter Robotik, Forschung & Entwicklung beim August Mössner aus Eschach, stellte die Industrieroboter vor, die das Unternehmen bei Autoherstellern, OEMs und der mittelständischen Industrie installiert. Mit einer Exportquote von 50 Prozent ist Mössner längst schon global aufgestellt. Mit dem System RoboPro sollen Firmen verschiedenster Branchen Prozesse und Bearbeitungsschritte automatisieren können. "Zusammen mit den Firmen erarbeiten wir ein Konzept für die Zukunft ihrer Prozesse", erklärt Kunz.

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