IHK rechnet 2021 mit Verlust

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Der Sitz der IHK in Heidenheim.

Kammer hofft auf positiven Effekt für die Wirtschaft durch Impfstoffe und will der scheidenden Hauptgeschäftsführerin "keine Steine in den Weg legen".

Heidenheim

Traditionell beendet die Wirtschaftsplansitzung das Jahr der IHK-Vollversammlung. Heuer standen nicht nur die Zahlen der IHK im Fokus, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, wegen der die Sitzung erneut virtuell abgehalten wurde. 2021 rechnet die Kammer selbst sogar mit roten Zahlen. Und: Für die scheidende Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle hat die Kammer nun eine Vertretungslösung beschlossen.

Für 2019 bilanziert die IHK-Vollversammlung ein positives Ergebnis von 696 000 Euro, das komplett in die Rücklagen wandert. Das aktuelle Geschäftsjahr wird die Kammer mit einem Plus von 711 000 Euro abschließen, die ebenfalls ins Eigenkapital investiert werden, "um die Herausforderungen der kommenden Jahre stemmen zu können", wie die IHK formuliert. Diese werden bereits im kommenden Jahr um einiges größer.

Zum einen wird die Kammer das IHK-Gebäude sanieren lassen, zudem belastet das das Niedrigzinsumfeld das Jahresergebnis. Unter dem Strich rechnet die Organisation mit einem Minus von 1,6 Millionen Euro. IHK-Präsident Markus Maier erklärt: "Unsere Aufgabe ist es, eine Planung für 2021 aufzustellen, die notwendige Maßnahmen abdeckt und insgesamt zu einer tragbaren finanziellen Basis führt, damit wir mittelfristig auch den Herausforderungen einer pandemiebedingten Konjunkturentwicklung gewachsen sind." Die Vollversammlung hat die Wirtschaftssatzung 2021 und den Wirtschaftsplan 2021 in der vorgelegten Fassung einstimmig beschlossen.

Eberle-Vertretung installiert

Spätestens zum 31. Oktober 2021 wird Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle die Kammer verlassen. Die IHK hat ihr zugesichert, "ihr auch bei einer vorzeitigen Beendigung keine Steine in den Weg zu legen" und deshalb eine Vertretungslösung beschlossen: Assessor und Volljurist Thorsten Drescher, langjähriger Leiter Recht der IHK Ostwürttemberg, wird künftig im Vertretungsfall als stellvertretender Hauptgeschäftsführer die Interessen wahrnehmen und die Geschäfte führen.

Hoffnung auf Impfstoffe

Das, was wir alle am wenigsten lieben.

Markus Maier IHK-Präsident – über Corona-Folgen

Das Thema Corona überlagert dennoch weiterhin alles andere, wie Maier erklärt. Er hofft, dass mit den angekündigten Impfstoffen eine Entspannung der Lage eintritt. "Schauen wir auf die Aktualität, dann kann man sich das gar nicht schnell genug wünschen. Sollten sich damit die Infektionszahlen tatsächlich so reduzieren, wie sich das nicht nur die Politik wünscht, dann wäre es auch ein wichtiges Signal für die nationale und internationale Wirtschaftsentwicklung."

Zusammen mit dem neuen Präsidenten in den USA könne sich daraus ein Schub für die Wirtschaft entwickeln. Für hochfliegende Erwartungen gebe es allerdings keinen Grund. Am Jahresende bestünden also viele Fragen und damit auch Unsicherheiten: "Das, was wir alle am wenigsten lieben", so Maier.

Wahlordnung überprüft

Gemäß Arbeitsprogramm der Vollversammlung war die Wahlordnung zu prüfen. Der nun einstimmig verabschiedete Entwurf der neuen Fassung orientiert sich weitgehend an der Musterwahlordnung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Auch künftig wird auf eine elektronische Wahl verzichtet. Weiterhin werden also 50 Mitglieder der Vollversammlung per Briefwahl von den IHK-Zugehörigen unmittelbar zu wählen sein.

Neue Mitglieder gibt es im IHK-Finanz- und Steuerausschuss: Das Gremium verstärken künftig Adnan Cuk, SHW AG, Dr. Wolf-Dieter Mangold, Voith GmbH, Heidenheim sowie Erich Sauter von der C.F. Maier GmbH & Co KG.

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