Insolvente ZEI-Tec ist am Ende

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Der Standort von ZEI-Tec auf dem SHW-Areal in Wasseralfingen.
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Für die insolvente Aalener Firma findet sich nach monatelanger Suche kein Investor: Trotz innovativen Produkts und anvisierter Millionenförderung wird sie nun abgewickelt.

Aalen

Mit großen Plänen, einer technologischen Innovation und einer in Aussicht gestellten Millionenförderung des Bundes gestartet, ist das Kapitel ZEI-Tec auf dem Gebrüder-Rieger-Areal (ehemals: SHW) in Aalen schon wieder beendet. Wie der Insolvenzverwalter Henning Necker bestätigt, wurde für das insolvente Unternehmen kein Investor gefunden. Die noch verbliebenen vier Mitarbeiter und Geschäftsführer Dr. Bertram Ehmann haben die Kündigung erhalten. Die Gläubigerversammlung hat vor einigen Tagen die Stilllegung und das endgültige Aus der Firma bereits beschlossen.

ZEI-Tec hatte im Frühjahr 2021 die Büro- und Produktionshallen der ehemaligen Gießerei SHW Casting Technologies in Wasseralfingen bezogen. Dort sollte eine Produktionsanlage für innovative und höchst effiziente weichmagnetische Eisenkerne für Transformatoren in Stromnetzen, Generatoren und E-Motoren eingerichtet werden. ZEI-Tec wollte Anfang 2022 mit dem Um- und Ausbau der Produktionshallen beginnen und dabei rund 24 Millionen Euro investieren sowie 100 neue Jobs schaffen. Für Ende 2023 war der Produktionsstart geplant. Noch im Juli 2021 hat das Bundesumweltministerium Fördermittel über 7,4 Millionen Euro zugesagt, sogar eine Staatssekretärin war eigens nach Aalen gekommen, um den Förderscheck zu überreichen. 

Kurz vor Weihnachten gab es dann jedoch die Hiobsbotschaft: ZEI-Tec meldete beim Amtsgericht Aalen Insolvenz an, weil einer der Gläubiger überraschend Zahlungen fällig stellte. Der Aalener Rechtsanwalt Necker übernahm als vorläufiger Insolvenzverwalter und äußerte sich angesichts der innovativen Technologie des Unternehmens optimistisch für die Suche nach Investor. Er nahm laut eigener Aussage noch vor Weihnachten Kontakt zu allen Beteiligten auf, insbesondere der KfW (wegen der zugesagten Fördermittel), der Hauptgläubigerin und den potenziellen Investoren. „Parallel und vorsorglich wurde auch nach weiteren Interessenten gesucht“, erklärt er. Das Ergebnis: „Es wurden nach umfangreicher Suche auch einige Interessenten gefunden und intensive Gespräche geführt.“

Jedoch: „Echtes Interesse“, so der Anwalt, habe am Ende nur eine internationale Investorengruppe gehabt, mit der Necker die Verhandlungen im Januar und Februar intensivierte und an deren Ende ein unterschriftsreifer Vertrag stand. „Unmittelbar vor der Gläubigerversammlung, in der über den ausgehandelten Vertrag hätte entscheiden werden sollen, kam dann die Absage der Investorengruppe“, erläutert Necker. Das Konsortium habe die Finanzierung des Gesamtvorhabens nicht stemmen können, weil sie nicht ausreichend Risikokapital gefunden habe. So blieb Necker nur der Schnitt: ZEI-Tec ist am Ende.

Die zugesagten Fördermillionen des Bundes sind von der Insolvenz nicht betroffen, laut Necker habe es noch keine Auszahlung gegeben. Denn: Voraussetzung für die Förderung ist, dass ein gefördertes Projekt komplett durchfinanziert sein muss. „Eine solche Durchfinanzierung konnte die Firma ZEI-Tec aber niemals nachweisen, so dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht zu den Gläubigern gehören“, erklärt Necker.

Finanziellen Schaden haben hingegen die Gesellschafter und Gründer des Unternehmens erlitten, die bislang rund 2,4 Millionen Euro in das Vorhaben investiert hatten. Diese dürften nun wertlos sein. „Es ist schade, dass es nicht zur Übertragung auf die internationale Investorengruppe gekommen ist und bei ZEI-Tec jetzt die Lichter abgeschaltet werden mussten“, erklärt Insolvenzverwalter Necker. Er hoffe, dass der bisherige Geschäftsführer Ehmann einen anderen Weg finde, seine Idee zu verwirklichen.

Echtes Interesse hatte nur eine internationale Investorengruppe."

Henning Necker, Insolvenzverwalter

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