Investor übernimmt Obersontheimer FIMA

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Die Fontes Geschäftsführung und Insolvenzverwalter SteffenRauschenbusch nach der Unterzeichnung der Vereinbarung. Von links: Dr.Serdar Ertong (FIMA), Michael Hansen, Johannes Ströhle (Fontes), ChristianBöcker (Fontes), Steffen Rauschenbusch (Ernestus), Martin Wiedemann(Ernestus), Erwin Machleid (Ernestus).

Das Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern wird von einem Münchner Beteiligungsgesellschaft weitergeführt.

Obersontheim

Gute Nachrichten für die mehr als 100 Mitarbeiter des Maschinenbauunternehmens FIMA: Wie Insolvenzverwalter Steffen Rauschenbusch mitteilt, wurde mit der Fontes Mittelstandskapital GmbH aus München eine Investmentvereinbarung geschlossen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Fontes als neuer Gesellschafter in die FIMA Maschinenbau GmbH einsteigen und neuer Eigentümer werden wird. Hierdurch sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Sanierung des Unternehmens erreicht, so Rauschenbusch. „Wir freuen uns sehr, dass Fontes alle Gesellschaftsanteile übernehmen und den Rechtsträger erhalten will. Auf diese Weise ist die wirtschaftliche Grundlage für den für die Entschuldung der Gesellschaft erforderlichen Insolvenzplan gelegt“, erklärt der Insolvenzverwalter. Das freut auch Dr. Serdar Ertong, Geschäftsführer der FIMA , der das Unternehmen seit mehr als vier Jahren führt: „Die Übereinkunft ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Normalität.“

Insolvenzverwalter Steffen Rauschenbusch betont, dass die Gläubiger jetzt noch über den Insolvenzplan abstimmen müssen, den er kurzfristig beim zuständigen Amtsgericht in Heilbronn einreichen wird. Er ist aber zuversichtlich, dass die Insolvenzaufhebung – nach einem positiven Gläubigervotum bei einem noch vom Gericht festzusetzenden Erörterungs- und Abstimmungstermin – im ersten Quartal 2022 gelingen kann.


Der Geschäftsbetrieb läuft trotz des Insolvenzverfahrens weiter. Laut Geschäftsführer Ertong ist FIMA im Markt mit der vorhandenen Kompetenz im Verdichter- und Ventilatorenbau und dem Service weiterhin ein Key-Player ist und somit dank der technischen Fähigkeiten und einer hervorragenden Produktpalette in der Lage, erfolgreich Lösungen für die betrieblichen Anforderungen seiner Kunden zu finden. Mit rund 20 Millionen Euro Gesamtleistung und 107 Mitarbeitern wird im Jahr 2021 ein deutlich positives Ergebnis erwartet. Der Auftragseingang liegt laut Ertong bereits deutlich über den Planungen. Erst kürzlich nahm das Unternehmen zwei Prozessgasverdichter in
Indien in Betrieb. Diese Entwicklung rief auch die Fontes auf den Plan, welche mit FIMA laut eigenen Angaben ein langfristiges strategisches Interesse verfolgt und beabsichtigt, sich sowohl finanziell als auch personell in das Unternehmen einzubringen.

Dabei steht auch der Standort Obersontheim nicht zur Disposition, was sich in dem beabsichtigten Erwerb der Betriebsimmobilie niederschlägt, so Fontes. „Gemeinsam entsteht ein äußerst schlagkräftiger Verbund mit langfristigem Entwicklungshorizont, der es der FIMA Maschinenbau GmbH erlauben wird, sich voll darauf zu konzentrieren, ihren Kunden weiterhin ein erstklassiges und sich stetig erweiterndes und verbesserndes Produkt- und Serviceangebot zu bieten“, ist Fontes-Geschäftsführer Christian Böcker überzeugt.

Die FIMA Maschinenbau GmbH wurde im Jahr 1946 als Unternehmen zur Reparatur von landwirtschaftlichen Maschinen gegründet. Später stellte sie Heutrockner und schließlich Industrieventilatoren her. Heute zählt das mittelständische Unternehmen laut eigenen Angaben zu den international führenden Herstellern von Radialgebläsen und Turboverdichtern für komplexe Anwendungen in verschiedenen Branchen wie Chemie, Petrochemie, Raffinerien, Öl und Gas u.v.m. und ist Weltmarktführer für explosionsgeschützte Zone 0 Ventilatoren sowie für Radialverdichter für kleine Fördermengen.

Die Übereinkunft ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Normalität.“

Dr. Serdar Ertong, Geschäftsführer, FIMA

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