Krieg trifft auch die regionale Baubranche

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Der Straßenbau ist stark betroffen.

Bitumenversorgung ist gefährdet, Engpässe auch beim Stahl.

Stuttgart. „Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag sichtbarer“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller. So drohten Lieferengpässe und deutliche Preissteigerungen bei vielen Baustoffen. Bereits jetzt sei ein signifikanter Anstieg der Preise bei dem vor allem im Straßenbau notwendigen Bitumen sowie bei Stahl erkennbar. Durch die Abhängigkeit zentraler Raffinerien von Lieferungen aus Russland droht ein Ausfall von bis zu einem Drittel der hiesigen Bitumenversorgung, mit entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Straßenbau.

Darüber hinausberichten Bauunternehmen über deutliche Preissteigerungen bei Stahl beziehungsweise bei Stahlerzeugnissen. Rund 30 Prozent des Baustahls kommen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland. Hinzu kommt der hohe Anteil von Roheisen (40 Prozent aus diesen Ländern) und diverser weiterer Rohstoffe, die für die Stahllegierung notwendig sind (Nickel 25 Prozent und Titan 75 Prozent).

„Unsere Mitgliedsunternehmen erhalten aktuell nur noch wenige Angebote für Stahlmatten, Träger, Stabstahl und Bleche. Auch Rohre und Aluminiumprodukte sind betroffen. Die Hersteller von Leitplanken für Straßen haben ihre Lieferungen eingestellt“,erläutert Möller.

Er fordert "die sofortige Einführung von Stoffpreisgleitklauseln, auch für laufende Verträge, um wichtige Bauaufgaben fortführen zu können".

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