Ladenburger investiert 40 Millionen

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Im Bopfinger Ladenburger-Werk entsteht gerade die neue Brettschichtholz-Produktion, die im August in Betrieb gehen soll. Im Bild von links: Projektmanager Dr. Christoph Rettenmeier, Kaufmännischer Geschäftsführer Klaus Brodbeil und Marketingleiter Joachim Hoffmann.
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Die Holzwerke mit drei Standorten in Bopfingen bauen mit einem neuen Brettschichtholzwerk die Produktion von Leimholz aus. Welche Werke erweitert werden sollen.

Bopfingen

Am Donnerstag ist ein Scanner der Superlative im Bopfinger Holzwerk Ladenburger angekommen. Das Gerät ersetzt einen menschlichen „Anzeichner“: Das heißt, es begutachtet Fichtenholzbretter, bevor sie zu dickem Brettschichtholz verleimt werden. Und es markiert, wo problematische Teile herausgesägt werden müssen. Tempo: 300 Meter pro Minute.

Zum Scanner kommen weitere Gerätschaften zum Sägen der 40 Millimeter dicken Bretter, zum Fräsen von Keilzinken, Zusammensetzen, Hobeln, Leimen und Pressen. Das Endprodukt ist Brettschichtholz – im Holzbau auch als Leimbinder bekannt. 15 Millionen Euro investieren die Holzwerke Ladenburger in die neue Brettschichtholz-Anlage, die im August oder September in Betrieb gehen soll.

Die Produktion von Leimholz bei Ladenburger, der in Bopfingen Werke im Industriegebiet sowie den Teilorten Aufhausen und Kerkingen mit insgesamt 520 Beschäftigten betreibt, steigt damit laut dem kaufmännischen Geschäftsführer Klaus Brodbeil um ein Drittel. Installiert wird die Anlage in einer Halle, die Ladenburger bis vor wenigen Jahren an den Verpackungsspezialisten Jiffy vermietet hat. Jiffy ist mittlerweile Geschichte.

Brettschichtholz wird bei Ladenburger außer in dem Bopfinger Werk auch im Stammhaus am Aufhausener Egerursprung gefertigt. Die Zukunft dieses Werks, das auch Verwaltungssitz ist, sieht Brodbeil aber eher in der Funktion als Drehscheibe für den Holzhandel.

Bei Konstruktionsvollholz unter den Top Drei

Die Kunden von Ladenburger kommen vornehmlich aus der Fertighausindustrie, dem Holzgroßhandel und dem Holzbau. Wichtigstes Produkt ist aber nicht Leimholz, sondern massives Konstruktionsvollholz. „Hier sind wir deutschlandweit unter den drei größten Anbietern“, sagt Brodbeil. Natürlich war 2021 auch für Ladenburger herausfordernd, wie Brodbeil anmerkt: etwa durch die Pandemie sowie gestiegene Treibstoff- und Rohstoffpreise. Sowohl die Einkaufspreise – Ladenburger verarbeitet fast ausschließlich Fichtenstammholz aus einem Umkreis von bis zu 350 Kilometern – als auch die Verkaufspreise seien um 40 bis 50 Prozent gestiegen.

Andererseits investiert das Unternehmen 2021 und 2022 rund 40 Millionen Euro: am Standort Kerkingen etwa alleine fünf Millionen für Lärmschutzmaßnahmen. Im Werk im Bopfinger Industriegebiet ist Anfang 2021 außerdem eine Pellet-Produktion in Betrieb gegangen. Ladenburger nutzt hier die Späne, die beim Sägen und Hobeln als Abfallprodukte entstehen, als Rohstoff. Im Bopfinger Werk werden diese bis zu 500 Meter weit per Rohrleitung in das große Rohspansilo transportiert. Und die Investitionen sollen weitergehen.

Ein angrenzendes Grundstück in Bopfingen hat Ladenburger bereits vor anderthalb Jahren aus den Liegenschaften des Autozulieferers Magna gekauft, der seine Bopfinger Produktion bis Ende dieses Jahres komplett einstellt. Hier will man möglicherweise ein Biomassekraftwerk zur Wärme- und Strom-Selbstversorgung sowie Photovoltaikanlagen bauen.

In Kerkingen läuft noch die Vorprojektierungs-Phase

Erweitern will Ladenburger auch seine größte Anlage auf der Ostalb, das Werk in Kerkingen. Alleine das dortige Sägewerk schneidet mehr als eine Million Festmeter Rundholz pro Jahr ein, die in Kerkingen und den anderen Ladenburger-Standorten weiterverarbeitet werden. Direkt anschließend an das Werk – in an der Landesstraße 1060 in Fahrtrichtung Ellwangen links – hat Ladenburger 2021 eine 60 000 Quadratmeter große Erweiterungsfläche gekauft. Denkbar sei dort vieles, etwa ein Biomassekraftwerk oder eine Pelletieranlage, so Brodbeil. Allerdings befinde man sich in der Phase der Vorprojektierung. In diesem Jahr werde ganz sicher noch kein Bagger anrücken.

Holzwerke Ladenburger

Ladenburger betreibt vier Standorte in Bopfingen, Aufhausen und Kerkingen sowie im sächsischen Geithain. Das stillgelegte Werk in Hürnheim bei Nördlingen wird noch als Lagerfläche genutzt. Von 750 Beschäftigten sind 520 im Raum Bopfingen tätig. Hier werden aktuell 40 neue Beschäftigte gesucht – Fachkräfte genauso wie Ungelernte. „Der Arbeitsmarkt gibt sie nicht her“, klagt Geschäftsführer Brodbeil. Die Unternehmen der Ladenburger-Gruppe erzielten 2021 einen Jahresumsatz von circa 350 Millionen Euro, laut Brodbeil konnte damit der Umsatz gegenüber 2020 gesteigert werden. ham

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