Lindenfarb: Auftragslage angespannt

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Luftbild: Lindenfarb
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Insolvenz Der Textilveredler bleibt in prekärer Lage – Die Löhne sind für drei Monate gesichert.  

Aalen. Beim insolventen Textilveredler läuft die Sanierung nach dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung vor knapp zwei Wochen weiter. Allerdings ist die Auftragslage "weiter sehr angespannt", wie Ingo Schorlemmer, Sprecher der zuständigen Kanzlei Schultze & Braun erklärt.

"Gerade im Bereich der Automobilindustrie, die bei Lindenfarb ein wichtiger Umsatzträger ist, verharren die Abrufzahlen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau." Es werde darauf ankommen, wie schnell und in welchem Umfang die Automobilindustrie nach dem weltweiten Produktionsstopp ihre Werke nun wieder hochfährt – und so Lindenfarb zu neuen Aufträgen kommt.

Personalkonzept in Arbeit

Aktuell arbeiten der Sanierungsgeschäftsführer Detlef Specovius, der die Lindenfarb bereits zweimal in einer Insolvenz betreut hat, sowie der vorläufige Sachwalter Dr. Tibor Braun an einem Personalkonzept. Mit diesem werde die Lindenfarb "an die erneut veränderten Rahmenbedingungen angepasst", so der Sprecher weiter. Heißt: Ein erneuter Stellenabbau steht im Raum. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 240 Mitarbeiter. "Außerdem werden zahlreiche Gespräche mit den Kunden der Lindenfarb geführt, um für die Zukunft planen zu können", erläutert Schorlemmer.

Verkauf der Firma geplant

Um die Lindenfarb zu sanieren ist der Verkauf an einen Investor geplant. Die Gespräche dafür stünden noch am Anfang, sollen aber nach dem Willen von Specovius und Braun schnell vorangetrieben werden, "um der Lindenfarb eine Perspektive bieten zu können", so Schorlemmer. Erst zu Beginn des Jahres wurde das Unternehmen vom Textilveredler Mattes & Ammann aus Meßstetten übernommen. Doch die Krise in der Automobilindustrie, die sich durch die Corona-Pandemie noch beschleunigt hat, machten alle Zukunftspläne zunichte.

Die gute Nachricht

Immerhin: Anders als bei Insolvenz zuvor müssen die 240 Beschäftigten vorerst nicht um ihr Auskommen bangen. Wie Schorlemmer erklärt, sichere die Arbeitsagentur die Gehälter und Löhne der Mitarbeiter für drei Monate in voller Höhe. "Das ist die gute Nachricht", so der Sprecher. 

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