Maschinenfabrik Alfing Kessler plant weiteres Wachstum

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Der MAFA-Standort in Aalen.
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Konrad Grimm, Geschäftsführer der MAFA (Maschinenfabrik ALFING Kessler GmbH), über das Wachstum des Unternehmens, den Technologiewandel in der Antriebstechnologie und die Suche nach neuen Mitarbeitern.

Aalen.

Die Maschinenfabrik ALFING Kessler GmbH (kurz: MAFA) gehört mit einem Alter von 111 Jahren zu den traditionsreichsten Arbeitgebern in der Region und gilt in ihrer Branche als einer der innovativsten Firmen. Im Gespräch erklärt Geschäftsführer Konrad Grimm, wie die aktuelle Auftragslage bei der MAFA ist, welche Auswirkungen ein Megatrend wie die Decarbonisierung auf das Industrieunternehmen hat und erläutert, warum das Finden neuer Mitarbeiter so wichtig für den Traditionsbetrieb ist.

Wie ist die aktuelle Auftragssituation bei der MAFA ?

Konrad Grimm: Wir sind mit der aktuellen Auftragsentwicklung sehr zufrieden. Gegenüber dem vergangenen Jahr erwarten wir eine Umsatzsteigerung von über 20 Prozent. Die Auftragsreichweite hat sich von 6 auf 12 Monate verdoppelt. Erfreulich ist, dass wir diese gravierende Nachfrageerhöhungen in fast allen Geschäftsbereichen spüren.

Woher kommen dieser Aufträge?

Die MAFA bedient weltweit sehr viele Märkte mit verschiedenen anspruchsvollen Bauteilen. Mit unserem breit aufgestelltem Produktspektrum bedienen wir unterschiedliche Branchen. Mit unseren technologischen Möglichkeiten und dem Know-how haben wir uns in den jeweiligen Märkten sehr gut etabliert und vergrößern unsere Marktanteile.  

Viele Firmen leiden derzeit unter Lieferkettenprobleme. Wie ist die Lage bei der MAFA ? Wie reagieren Sie?

Mit diesem Problem sind wir, wie viele andere Firmen auch, konfrontiert. Aufgrund fehlender Zulieferteile kommt es zwar immer wieder zu Terminverschiebungen, jedoch hatte dies bei uns bis jetzt noch keine Produktionsstillstände verursacht. Wir sind in enger Abstimmung mit den Lieferanten und mit den Kunden, um dynamisch auf die Lieferversorgung reagieren zu können. Die Erhöhung der Sicherheitsbestände und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten sind weitere eingeleitete Maßnahmen.

Welche Auswirkungen hat der Technologiewandel in der Antriebstechnik und die Dekarbonisierung für die MAFA ?

Wenn man seit 1911 Kurbelwellen für klassische Verbrennungsmotoren liefert, wird man erst einmal mit einer neuen Situation konfrontiert. Die Entwicklung zu umweltfreundlicheren Antrieben und die Reduzierung unseres CO2-Ausstoßes ist für unsere Zukunft von großer Bedeutung. Deshalb stellen wir uns dem Thema und unterstützen dieses Vorhaben. Die MAFA hat dafür ein Programm mit dem Namen „MAFA GOES GREEN“ gestartet, mit dem wir unseren Beitrag leisten. Mit Investitionen und verbesserten Abläufen wollen wir unseren Energieeinsatz und CO2-Ausstoß reduzieren.

Wie funktioniert das?

Unsere Kunden entwickeln CO2-neutrale Motoren mit neuen Treibstoffen. In Antrieben mit Wasserstoff, Ammoniak oder Methanol kommen unsere Produkte zunehmend zum Einsatz. Sowohl bei der Hybridisierung aber auch bei den E-Fuel-Anwendungen spielen unsere Teile ebenfalls eine bedeutende Rolle. Mit unseren technologischen Möglichkeiten sehen wir eine große Wachstumschance vor allem in unserem größten Geschäftsbereich – den Großmotoren. Mit der zunehmenden Elektrifizierung im Automotive Geschäft erwarten wir mittelfristig einen Nachfragerückgang für klassische Verbrenner. Deshalb bieten wir hier bereits Kurbelwellen für Hybridmotoren und E-Fuel-Lösungen an. In den anderen Geschäftsfeldern wie Industriemotoren, Freizeitfahrzeuge, Landwirtschaft, Marine und Luftfahrt werden zunehmend mehr CO2-neutrale Verbrennungsmotoren entwickelt. Hier sehen wir für den Automotive Bereich Wachstumschancen. Unabhängig davon steigern wir auch in diesem Bereich mit neuen Produkten in unterschiedlichen Geschäftsfeldern unsere Lieferanteile. Darüber hinaus entwickeln für zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten in den Megatrends wie zum Beispiel Wasserstoff.

MAFA ist als weltweiter Kurbelwellenhersteller bekannt. Welche weiteren Produkte stellen Sie her?

Mit unserem sehr modernen und flexiblen Maschinenpark produzieren wir neben Kurbelwellen weitere rotationssymmetrische und kubische Bauteile. Dazu gehören zum Beispiel Antriebswellen für Pumpen, Kompressoren und auch für Elektromotoren. Wir liefern Eisenbahnschienen, Flügel für Schiffsantriebe und Extruder-Schneckenwellen. Mit unserem hochqualifizierten Personal und der gesamten Wertschöpfungskette – vom Schmiederohteil bis zur einbaufertigen montierten Baugruppe, sehen wir sehr gute Zukunftschancen.

Die MAFA agiert seit Jahrzehnten international. Welche Rolle spielt der Stammsitz in Aalen?

Mit dem Stammsitz in Aalen-Wasseralfingen auf einer Produktionsfläche von über 115.000 Quadratmeter beliefern wir die Kunden mit unseren Produkten weltweit. In Ergänzung dazu produzieren wir Kurbelwellen für den chinesischen Markt in unserem Joint Venture Guilin Fuda Alfing Large Crankshaft in Guilin, China. In Shanghai bieten wir mit unserer Tochtergesellschaft Maschinenfabrik Alfing Kessler Shanghai den asiatischen Kunden Vertriebs- und Serviceleistungen an.

Gibt es auch neue Produkte in ihrem Geschäftsbereich Härtemaschinen?

Ja, wir haben neue Maschinen zum Härten von Antriebswellen für Elektrofahrzeuge entwickelt. Darüber hinaus bieten wir auch Anlagen zur induktiven Erwärmung an. Mit diesen Neuentwicklungen wollen wir weitere Märkte für uns gewinnen.

Sind die Personalressourcen für ein weiteres Wachstum vorhanden?

In der Tat ist gut ausgebildetes Personal zu gewinnen eine der größten Herausforderungen, um ein Wachstum realisieren zu können. Die Attraktivität des Arbeitgebers und die Zukunftsperspektiven in Unternehmen sind für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wichtigsten Entscheidungsfaktoren. Mit unserem MAFA MOVE Programm, einem Shopfloor Managementsystem, basierend auf der Lean Methode, verbessern wir unsere Performance und binden unsere Beschäftigte sehr stark in die Prozesse mit ein. Die Zusammenarbeit, die gegenseitige Wertschätzung aber auch das gemeinsame Arbeiten an Verbesserungen und Veränderungen werden dadurch gefördert. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Verbundenheit der Mitarbeiter zum Unternehmen tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.

Suchen Sie aktuell Mitarbeiter?

Ja, wir suchen für die verschiedenste Bereiche Mitarbeiter. Auf unserer Internetseite mafade.alfing.de/jobs ist eine Bewerberplattform mit den entsprechenden Stellen verfügbar. Wir freuen uns auf jeden Bewerber.

Blick in die hochmoderne Fertigung am Stammsitz in Aalen.
MAFA-Geschäftsführer Konrad Grimm.

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