Merz mit neuer Führungsstruktur

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Die neu formierte Führung der Aalener Merz-Gruppe (v.l.): Jannis Merz, Markus Bamann, Sarah Bieg und Tobias Herre.
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Das Quartier LIAS ist nicht das einzige ambitionierte Projekt, das die Merz-Gruppe derzeit realisiert. Mit einer neu formierten Führung will die Firma die eigene Entwicklung vorantreiben.

Aalen

Vor knapp zweieinhalb Jahren stellte die Merz-Gruppe die Weichen für die Zukunft: Seither hat sich die Gruppe mit Jannis Merz und Markus Bamann als geschäftsführende Gesellschafter neu strukturiert und aufgestellt. Eine Holding wurde gegründet, ebenfalls die Tochterfirmen Merz Architektur sowie Merz Projektentwicklung. „Damit haben wir die Voraussetzungen für eine künftige, nachhaltige Entwicklung geschaffen“, sagt Jannis Merz. Die gesellschaftliche Umstrukturierung ist nun mit einer wichtigen Personalie abgeschlossen: Seit 1. August ist Tobias Herre neuer Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft „MOE Merz Objektbau Entwicklung GmbH“. Mit neu formierter Führung und neuer Struktur will die Gruppe

Herre kommt aus dem Landkreis Sigmaringen und war nach einer Tätigkeit im Büro für schlüsselfertiges Bauen seines Vaters und einem Studium in Biberach mit Bachelor- und zwei Masterabschlüssen unter den Schwerpunkten Bauingenieurwesen, Projektmanagement und Wirtschaftsrecht als Leiter des Projektmanagements in einem Biberacher Unternehmen tätig. Bei mehreren Projekten (darunter der KUBUS in Aalen) gab es eine Zusammenarbeit mit der Merz-Gruppe. Nun also der Einstieg in die Geschäftsführung bei den Aalenern, zu welchen er bereits zum 1. Mai 2021 stieß: „Wir freuen uns, mit Tobias Herre einen erfahrenen Projektentwickler als neuen Geschäftsführer gefunden zu haben“, sagt Jannis Merz. Gemeinsam mit Markus Bamann wird er das wachsende Marktsegment betreuen. Merz: „Damit werden wir der Komplexität des Marktes und den zunehmenden Herausforderungen in der Immobilienbranche gerecht.“ Ergänzt wird das Trio Merz, Bamann und Herre von Sarah Bieg, die als Prokuristin der MO Holding GmbH über die Finanzen wacht.

Eines der Vorzeigeprojekte der Gruppe biegt derweil aktuell auf die Zielgerade ein: Am Aalener Galgenberg entsteht das Projekt LIAS, eine Wohnanlage mit Einzelhandel, das in verschiedener Hinsicht Maßstäbe setzt. So ist LIAS eines der größten Holzbauprojekte in Süddeutschland. Der Tegut-Markt wird komplett in den Hang gebaut. Davon zeugt der Name Lias: schwarzer Jura. Das Geschäft feierte vor einigen Tagen Eröffnung, die 40 Wohneinheiten folgen in zwei Schritten: die 14 Reihenhäuser samt separater Penthouse-Wohnungen sollen im vierten Quartal bezugsfertig sein, kurz darauf folgt der zweite Gebäudekomplex mit 18 Wohnungen. Alle Objekte werden vermietet, die Vermarktung ist vor einigen Wochen gestartet und die Nachfrage groß. „Mit dem Projekt leisten wir unseren Beitrag zum aktuellen Engpass auf dem Miet-Wohnungsmarkt, der angesichts des Stellenaufbaus bei regionalen Unternehmen immer größer wird“, erklärt Bamann.

Ebenfalls ehrgeizig ist das Projekt Pixel, das Merz in Heidenheim gemeinsam mit den dortigen Stadtwerken entwickelt. Auf einem neu erworbenen, 6.000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem geplanten Erweiterungsbau der Dualen Hochschule in Heidenheim, wird ein neues Innovationszentrum mit einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern entstehen. „Hier sollen innovative, junge Unternehmen eine Heimat finden können“, erklärt Herre. Zielgruppe seien zum Beispiel Ausgründungen aus bestehenden Firmen, Start-ups oder Gründer. „An dem Standort können sie wichtige Synergien entstehen lassen und eine gemeinsame Infrastruktur nutzen“, erläutert Bamann. Merz ergänzt: „Mit dem Neubau schaffen wir auf der Ostalb einen Standort für innovative, digitale und nachhaltige Firmen.“

Nicht nur die Projektentwicklung von Merz treibt ambitionierte Projekte voran. Durch die klare Fokussierung der Tochterfirmen auf ihren jeweiligen Markt, erlebt das Architekturbüro Merz eine große Nachfrage. Beispiele gibt es zahlreiche: bereits seit Jahrzehnten arbeitet Papier Geiger mit Merz zusammen. Hier wie dort gab es vor kurzem einen Generationswechsel, der an der Partnerschaft nichts änderte. „Aktuell arbeiten wir am Ausbau des Standorts Aalen“, so Merz. Für Ospa, einen der weltweit führenden Hersteller von Schwimmbadtechnik, haben die Aalener den neuen Stammsitz in Mutlangen entworfen. Und auch die Eschacher Icotek-Gruppe hat Merz mit der Konzeption einer Erweiterung beauftragt.

„Die Megatrends Digitalisierung und Dekarbonisierung ändern die Anforderungen der Firmen an die Architektur fundamental“, führt Merz aus. Eine Folge: „Die Zyklen, in denen sich Unternehmen neu ausrichten, werden immer kürzer. Heute stellt eine Produktion völlig andere Ansprüche an ein Gebäude als noch vor 10 oder gar 30 Jahren.“ Arbeitsabläufe müssten flexibel geändert werden können, die gesamten Arbeitswelten würden immer moderner und offener. Auch Aspekte der Nachhaltigkeit und damit der Energieeffizienz rücken laut Bamann immer stärker in den Fokus. „Viele Firmen haben sich CO2-Neutralität als Ziel gesetzt“, sagt der Experte. „Beginnen sollten sie auf jeden Fall mit ihren Gebäuden.“

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