Metall-Arbeitgeber sehen sich in der Krise

+
herbstinterview-sudwestmetall-8.jpg

Der Verband Südwestmetall weist Lohnforderungen der Gewerkschaften als „außerhalb aller Möglichkeiten“ zurück.

Heidenheim. Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) in Ostwürttemberg müssen mit zunehmenden Belastungen umgehen. „Wegen eines Mangels an Rohstoffen und Vorprodukten können viele Unternehmen ihre Auftragsbestände nur sehr verzögert abarbeiten“, sagte Florian Maier, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe Ostwürttemberg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, beim Sommerfest des Verbandes in Heidenheim. „Der Ukrainekrieg hat neue ökonomische Belastungen für unsere Wirtschaft geschaffen und bestehende verschärft. Und die Null-Covid-Politik in China belastet die globalen Lieferketten immer noch deutlich.“

Dies habe zur Folge, dass viele M+E-Unternehmen mit einem hohen Bestand an unfertigen Produkten konfrontiert seien, sagte Maier: „Die hierfür notwendigen Vorfinanzierungen belasten die Liquidität der Firmen deutlich. Hinzu kommen inzwischen fast unkalkulierbare Kostensteigerungen im Bereich Energie, Rohstoffe und Vorprodukte, die nur unvollständig und sehr unterschiedlich an die Kunden weitergegeben werden können.“ Dies verschlechtere die finanzielle Lage vieler Firmen zusätzlich und führe zu extrem großen Unterschieden bei der Ertragslage.

Vor diesem Hintergrund müsse die M+E-Industrie nach der Sommerpause eine Tarifrunde führen, die voraussichtlich nicht einfach werde, erklärte Maier: „Die IG Metall Baden-Württemberg hat sich vergangene Woche für eine Lohnforderung von acht Prozent ausgesprochen. Die Gewerkschaft verkennt hier die äußerst schwierige wirtschaftliche Situation, in der sich viele unserer Firmen befinden.“ Sie zeichne in ihrer Forderungsbegründung – wie so oft – ein viel zu rosiges Bild von der Lage der Betriebe. „Klar ist: Eine flächendeckende Tariferhöhung von acht Prozent steht außerhalb aller Möglichkeiten“, unterstrich der Arbeitgebervertreter.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Kommentare