Millionen für das schnelle Netz

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Kreis und drei Kommunen werden vom Land gefördert. Von links: Essingens Bürgermeister Wolfgang Hofer, Ministerialdirigent Dr. Arndt Möser, Landrat Dr. Joachim Bläse, Danyel Atalay (Bürgermeister Kirchheim am Ries) und Wörts Bürgermeister Thomas Saur.
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Seit zehn Jahren bauen Kreis und Kommunen am Backbone-Netz. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn soll nun ein wichtiger Lückenschluss gelingen. Insgesamt werden rund 5,5 Millionen Euro investiert.

Aalen.

Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor. Bereits vor zehn Jahren hat sich der Ostalbkreis entschlossen, gemeinsam mit den Kommunen den dringend nötigen Breitbandausbau selbst in die Hand zu nehmen und voranzutreiben. Am Donnerstag war nun offiziell Spatenstich für ein Projekt, das in vieler Hinsicht „besonders“ ist, wie Landrat Dr. Joachim Bläse erklärt. Denn um das Basisnetz (oder Backbone-Netz) weiter auszubauen, erhalten Kreis und Kommunen nicht nur Fördergelder in Millionenhöhe, sondern arbeiten bei der Erschließung als erster Landkreis in einer bundesweit einmaligen Kooperation eng mit der Deutschen Bahn zusammen.

„Der heutige Spatenstich ist von struktureller Bedeutung“, sagt Bläse. „Der Breitbandausbau funktioniert nur, wenn alle Akteure zusammenarbeiten.“ Die Entscheidung im Jahr 2012, diesen in Kooperation von Kreis und Kommunen voranzutreiben, sei goldrichtig gewesen. Gemeinsam baut man seither ein Netz mit einer Trassenlänge von 680 Kilometern. „Heute beginnen wir mit der Realisierung eines weiteren großen Abschnitts“, so Bläse. Gerade im ländlichen Raum gelte: „Wenn wir’s nicht selbst machen, macht’s niemand.“

Rund 5,5 Millionen Euro fließen in das Projekt. Entlang der bestehenden Bahntrassen im Ostalbkreis werden rund 70 Kilometer Glasfaser verlegt. An diese Leitung werden hernach das bestehende Netz sowie die jeweiligen kommunalen Netze angebunden. Bis Ende 2023 soll das Projekt abgeschlossen sein. „Ohne die Deutsche Bahn wäre das in dieser Geschwindigkeit nicht möglich“, unterstreicht Bläse. Mit dem Unternehmen habe man einen verlässlichen Partner für das Projekt.

Deutschlandweit sei es die erste Kooperation dieser Art zwischen Kreis, Kommunen und Deutscher Bahn, wie Hermann Ebert von der DB Kommunikationstechnik betont. Der neue Ansatz besteht darin, dass das bestehende Kabelführungssystem der Deutschen Bahn mitgenutzt werden soll. Der Vorteil: Die Mitnutzung einer bestehenden Infrastruktur ersetzt die aufwändige Herstellung von Neubautrassen. Bläse: „So müssen keine zusätzlichen Flächen beansprucht werden und zentral verlaufende Backbone-Trassen werden geschaffen.“

Vor zwei Jahren ist das Projekt mit einer Vor-Ort-Analyse und einer anschließenden Machbarkeitsstudie gestartet, jetzt geht es an die Umsetzung. Die Bahn stellt die Leerrohrtrassen zwischen dem Bahn-Kabelführungssystem und dem jeweiligen Ausstiegspunkt, die Kabelmontage entlang der Bahn bis zu den Übergabepunkten sowie die Messleitungen. Die Herstellung der Ausstiegspunkte und der noch notwendigen Lückenschlüsse fällt in die Zuständigkeit des Ostalbkreises.

Das Land fördert die Investition mit 3,5 Millionen Euro, den entsprechenden Förderbescheid überbrachte Ministerialdirigent Dr. Arndt Möser vom Innenministerium. „Die Landesregierung will Baden-Württemberg mit konsequenten Investitionen fit für die digitalen Zukunft machen“, erklärt Möser. „Das Land soll digitale Leitregion in Europa werden.“ Der Breitbandausbau in der Fläche sei zwar eine große Herausforderung, aber „alternativlos“, auch mit Hinblick auf den Erfolg der Wirtschafts- und Wohnstandorte. Das schnelle Netz sei die „Lebensader für die Digitalisierung“. Seit 2016 habe das Land deshalb mehr als 3000 Breitbandprojekte gefördert.

Der Ministerialdirigent hatte noch weitere Förderbescheide im Gepäck, so erhält die Gemeinde Essingen rund 892 000 Euro, die Gemeinde Wört rund 922 000 Euro und Kirchheim am Ries sogar 1,9 Millionen Euro für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Zudem werden weitere Backbonetrassen im Kreis gefördert, etwa zwischen Lautern und Heuchlingen, Gmünd und Hirschmühle, Gmünd und Mutlangen sowie eine Zuleitung bei Neuler und der Ringschluss Neresheim-Ohmenheim. Insgesamt fließen diese Maßnahmen vom Land fast eine Million Euro.

Symbolischer Spatenstich für das vom Land geförderte gemeinsame Projekt von Ostalbkreis und Deutscher Bahn mit Hermann Ebert von der Deutschen Bahn (4.v.l.), Ostalb-Landrat Joachim Bläse (Mitte) und Ministerialdirigent Dr. Arndt Möser (4.v.r.).

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