Millionenschäden durch Schwarzarbeit

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Die IG BAU fordert ein noch strengeres Vorgehen gegen Lohn-Betrug und illegale Beschäftigung.

Staat und den Sozialkassen entgingen wegen Verstößen 2019 in der Region mehr als zwei Millionen Euro.

Aalen. Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das teilt die Gewerkschaft IG BAU mit und verweist auf eine Auswertung des Bundesfinanzministeriums. Danach kontrollierte das Hauptzollamt Ulm, das für den Ostalbkreis zuständig ist, 2019 rund 300 Baufirmen und leitete 389 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken entgingen dem Staat und den Sozialkassen 2,1 Millionen Euro.

IG BAU-Bezirkschef Mike Paul spricht von einem "erschreckenden Ausmaß krimineller Energie". Hier stehe das Image der Branche auf dem Spiel. "Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten." Gerade die Coronakrise habe gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur in der Region ist.

"Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen", so der Gewerkschafter. Dazu müsse sich die Branche bekennen. Entscheidend sei auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch stärker in den Blick nehme. "Es kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auf die Qualität. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal." Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Ulm zu Jahresbeginn lediglich 201 Planstellen besetzt.

Die Zollstatistik geht auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (B90/Die Grünen) zurück. Die Arbeitsmarktpolitikerin erklärt: "Schwarzarbeit und Lohn-Betrug sind keine Kavaliersdelikte. Der Zoll muss gestärkt werden, um flächendeckend kontrollieren zu können."

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