Mit Nussschalen Häuser dämmen

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Die Laudatoren und Preisträger des diesjährigen Innovationspreises.
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Der Innovationspreis wird in diesem Jahr fünfmal vergeben. Wer warum gewonnen hat. Mehr als 60 weitere Menschen und Firmen wurden als Leistungsträger ausgezeichnet.

Aalen

Ein Start-up, das sich gegen große Tech-Konzerne durchsetzen will, ein Weltmeister, zwei alteingesessene Traditionsunternehmen und ein Nussknacker – das sind die Gewinner des diesjährigen Innovationspreises.

Normalerweise ist dessen Verleihung eines der zentralen Ereignisse des Wirtschaftslebens in Ostwürttemberg, bei dem bis zu 400 Gäste erwartet werden. Pandemiebedingt fand die Verleihung im kleinen Rahmen bei der Kreissparkasse Ostalb in Aalen statt. Die Freude bei den Ausgezeichneten machte das nicht kleiner. Neben den fünf Hauptpreisträgern wurden 60 Menschen und Firmen als Leistungsträger der Region geehrt (siehe unten).

Janis Gentner aus Aalen-Dewangen gewann im russischen Kazan bei der Weltmeisterschaft der Berufe den Titel im Fliesenlegen. "Es freut mich, dass ein waschechter Weltmeister den Innovationspreis gewonnen hat", erklärt Markus Frei, Vorstandschef der Kreissparkasse Ostalb bei der Verleihung des Preises und sprach Gentner "Glückwunsche zur gigantischen Leistung" aus. Freis Vorgänger Andreas Götz, Landrat Klaus Pavel, IHK-Chefin Michaela Eberle, Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Aalener Hochschule, Dieter Steck, Chef der Kreissparkasse Heidenheim sowie die beiden Patentanwälte Dr. Werner Lorenz und Dr. Wolfgang Weitzel gehörten zur prominent besetzten Jury, die über die Vergabe des Preises entschied. In der Kategorie Gründungen und junge Unternehmen setzte sich der App-Entwickler Blackpin aus Aalen und Hüttlingen durch. Die Firma entwickelte einen sicheren und DSGVO-konformen mobilen Messenger für den Firmenbereich, ein erweitertes Whats-App für den Business-Bereich. "Der Innovationspreis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte Gründerin und Chefin Sandra Jörg. Für Schneider ist Blackpin eines der Leuchtturm-Start-ups im Land.

Es ist eine Riesenehre.

Janis Gentner, Weltmeister und Preisträger

Alexander Resnik wiederum knackt gern Nüsse. Der Schüler der Karl-Kessler-Schule Wasseralfingen hat im Rahmen der AG "Jugend forscht – Schüler experimentieren" dank der Küchenmaschine Thermomix Eigenschaften von angefallenen Nussschalen untersucht – und dabei überlegt, wie geknackte Nussschalen weiterverwendet werden könnten. Mit einem einfachen Versuchsaufbau zeigte der Schüler, dass sich gemahlene Schalen von Nüssen und Esskastanien gut als Dämmmaterial eignen. Dafür wurde er nicht nur mit dem Innovationspreis ausgezeichnet – sondern belegte beim Artur-Fischer-Erfinderpreis den 1. Platz. "Ein großes Talent", wie Landrat Klaus Pavel bei der Übergabe des Preises befand.

Die Heidenheimer Firmen Edelmann und Christian Maier siegten in der Hauptkategorie. Edelmann wurde für seine jahrzehntelange Innovationen im Bereich nachhaltiger Verpackungslösungen ausgezeichnet. "Seit Gründung 1913 prägt das Thema "globale Verantwortung" das unternehmerische Denken und Handeln", so die Jury. Der Hersteller von Drehdurchführungen, Christian Maier, erhielt den Preis für ein Patent für ein elektronisches Schnittstellenmodul zum Anschluss eines Sensors an ein IO-Link-System. "Das ist unsere Antwort auf Industrie 4.0", erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Florian Maier.

Der Innovationspreis der Region wird jährlich verliehen. Die Herausgeber des Preises sind die WiRO Ostwürttemberg, die IHK Ostwürttemberg sowie die Kreissparkassen Ostalb und Heidenheim.

Alle Preisträger und Ausgezeichneten

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