Neubau für Duale Hochschule in Heidenheim

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Spatenstich für das neue DHBW-Gebäude in Heidenheim.

Von 30 Millionen Euro Kosten steuert Voith zwölf Millionen Euro bei.

Heidenheim. Mit einem feierlichen Spatenstich im kleinen Rahmen auf dem ehemaligen Areal der Württembergischen Cattun Manufactur (WCM) am Brenzpark sind am Montag die Bauarbeiten für den Neubau der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim gestartet, der das 2010 eingeweihte Gebäude ergänzt.

„Die steigenden Rohstoffpreise zeigen, wie wichtig es ist, dass Deutschland in der Bildung und der Forschung seinen Spitzenplatz behält“, sagte Oberbürgermeister Michael Salomo in seiner Rede anlässlich des Spatenstichs. Bildung und Forschung seien der Garant für Fortschritt und Hochtechnologie, was wiederum unserem Wirtschaftsstandort zugutekomme, unsere Unternehmen stärke und damit Arbeitsplätze sichere. „Wir investieren heute also in Heidenheims Zukunft, indem wir noch mehr jungen Menschen eine Ausbildung und damit Perspektiven fürs Leben ermöglichen.“ Die zwölf Millionen Euro der Firma Voith und die acht Millionen Euro, die Stadt, Landkreis und weitere Firmen zur Finanzierung beibringen, seien bestens angelegt.

Dass der Bau des zweiten Würfels Wirklichkeit wird, das ist maßgeblich das Verdienst von Bernhard Ilg, Heidenheims Oberbürgermeister a.D. und Ehrenbürger der Stadt. „Mir war es seit der Eröffnung der DHBW an der Marienstraße eine Herzensangelegenheit, die Wissenschaft und die Hochschule in Heidenheim voranzubringen. Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Bernhard Ilg anlässlich des Spatenstichs.

„Das ist ein großer Schritt, auf den wir lange gewartet haben“, freute sich Prof. Dr.-Ing. Dr. Rainer Przywara, Rektor der DHBW Heidenheim, in seiner Rede. „Der Neubau schafft die Voraussetzungen für akademisches Lehren und Lernen auf höchstem Niveau. Er sichert damit den Wissenschaftsstandort Heidenheim und stärkt die Reputation der Hochschulstadt und der gesamten Region.“ Zudem betonte der Rektor der Heidenheimer Hochschule die Stärke und den Zusammenhalt in der Region Heidenheim: „Die geschlossene Unterstützung vieler regionaler Unternehmen und Institutionen rund um Voith und die Stadt Heidenheim ist beispiellos und zeigt, was gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg erreicht werden kann.“

Langjährige Partnerschaft

So spendete etwa der Technologiekonzern Voith anlässlich seines 150-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2017 zwölf Millionen Euro und beteiligte sich damit maßgeblich an der Entstehung des Erweiterungsbaues der DHBW Heidenheim. Insgesamt nimmt das Projekt rund 30 Millionen Euro an Baukosten in Anspruch. Hiervon kommen zehn Millionen vom Land und 20 Millionen aus Heidenheim, also von der Stadt, dem Landkreis und weiteren Firmen.

„Die Partnerschaft mit der DHBW und unsere Spende für den Bau sind eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Unternehmens und des Standortes“, sagte Voith Gesellschafter Martin Schily bei der Begrüßung. „Hier werden die Talente künftiger Generationen gefördert, die uns – da bin ich mir sicher – noch viel Freude bereiten werden. Zudem wird dieses neue Gebäude zugleich Symbol und Plattform für die Vernetzung von Hochschule, Industrie und Zivilgesellschaft in unserer Region.“

Voith ist bereits seit Gründung der DHBW 1976 in Heidenheim ein Partner der Studienakademie. Allein in den letzten zehn Jahren haben 214 Studierende ihr Studium an der DHBW in Heidenheim mit Voith abgeschlossen. „Für unser Unternehmen ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. Junge Menschen in unserer Region zu Fach- und Führungskräften zu formen, ist eine zentrale Aufgabe. Die DHBW ist dafür eine bedeutende Institution für ganz Ostwürttemberg“, betonte Voith CFO Egon Krätschmer in seinem Grußwort. „Das zeigt sich auch in der großen Beteiligung aus der Region, die diesen Erweiterungsbau zu einem Gemeinschaftswerk macht. Es sind solche regionalen Kräfte wie diese in Heidenheim, die im Zusammenspiel zwischen uns Unternehmen, den Städten und dem Land zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes beitragen.“

Raum für die Lehre

Im Oktober 2024 soll die Bauzeit des Erweiterungsgebäudes abgeschlossen sein. Der Entwurf des Neubaus sieht zwei miteinander verbundene Baukörper vor: Im mit einem großzügigen zweigeschossigen Eingangsbereich ausgestatteten Bereich sind auf fünf Etagen Lehr- und Forschungsflächen für die DHBW geplant. Der zweite Baukörper ist dreigeschossig geplant. Das obere Stockwerk ist ebenfalls der DHBW zugeordnet, während die beiden unteren Etagen für die als gemeinnütziger Verein organisierte Zukunftsakademie (ZAK) vorgesehen sind, um außerhalb des schulischen Alltags Interesse an Naturwissenschaften und Technik bei Kindern und Jugendlichen zu wecken. Im gemeinsamen neuen Gebäude sollen sie künftig leicht in Kontakt zu den Studierenden kommen. Nach Westen soll sich das Gebäude in Richtung Brenzufer öffnen. Mithilfe ins Gebäude integrierter Lichthöfe werden die teils offenen Kommunikations- und Lernflächen gegliedert. Auch kann die Raumgröße dank flexibler Trennwände zwischen Seminarräume variiert werden.

Schon während der Bauphase des heutigen Würfels in der Marienstraße war klar, dass nicht alle Studierenden Platz darin finden werden. In den vergangenen Jahren wuchs die Hochschule kontinuierlich weiter: 2007 waren es noch 1400 Studierende an der DHBW Heidenheim, heute sind es 2400. Alle müssen gut untergebracht werden. Das 2010 bezogene Gebäude in der Marienstraße bietet aber nur Platz für 1500 bis 1600 Studierende. Für die weiteren Studiengänge mietet die DHBW Heidenheim daher derzeit weitere Räume im alten Stammsitz in der Wilhelmstraße an. Die über 30 Jahre alten Räumlichkeiten bieten aber längst nicht mehr optimale Studienbedingungen.

Stadt: Idealer Standort

Aus Sicht der Stadt Heidenheim ist der Standort auf dem WCM-Areal ideal angesichts der Nähe zum Dock 33 und dem digiZ auf dem Leibniz-Campus als Standort für junge, innovative Unternehmen. Während das Land den neuen Würfel und die unmittelbare Außenflächen plant und baut, schließt die Stadt mit ihren Planungen nahtlos daran an und baut die umliegende Fläche zum Campus mit Boulevard und erlebbarem Brenzufer aus. Land und Stadt stimmen ihre Planungen eng miteinander ab. Der heutige Parkplatz wandle sich so zu einem Ort mit Aufenthaltsqualität und das Areal bietet neue Chancen für künftige Entwicklungen in der Nachbarschaft.

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