Neue Standorte für Brucker

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Blick in den Ellwanger Standort der Spedition Brucker.
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In Gmünd will die Aalener Spedition Brucker bald ein neues Logistikzentrum in Betrieb nehmen. Nicht nur in der Region wächst das Unternehmen kräftig – aus verschiedenen Gründen.

Aalen.

Wenige Tage noch, dann starten die Abbrucharbeiten des Standorts der ehemaligen Pumpenfabrik im Gmünder Industriegebiet Gügling. Auf dem Gelände wird die Aalener Spedition Brucker ein neues, innovatives Logistikzentrum bauen. „Nach dem Abbruch starten wir dann umgehend mit dem Neubau“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Dr. Stefan Brucker. Mit der Fertigstellung rechnet er bereits im ersten Quartal 2024. Der Neubau ist eine der größten Investitionen in der Firmengeschichte – und ein Beleg für die rasante Entwicklung des Logistikers, der auch im Jahr 2022 seinen Wachstumskurs fortgesetzt hat.

„Das Jahr 2022 werden wir mit einem Umsatzplus von knapp 20 Prozent abschließen“, erklärt Brucker im Gespräch mit dieser Zeitung. Das liegt nicht nur an den gestiegenen Kosten für Treibstoff, sondern ebenso am organischen Wachstum des Unternehmens. Inzwischen betreibt das Unternehmen an 20 Standorten in Deutschland Logistikflächen von insgesamt mehr als 200 000 Quadratmetern. Weitere sollen in den kommenden Jahren folgen – nicht nur in Schwäbisch Gmünd. Die firmeneigene Flotte der blauen Brucker-Lkw ist inzwischen auf mehr als 280 angewachsen. Rund 800 Menschen arbeiten derzeit für die Aalener Traditionsfirma – 50 mehr als noch vor einem Jahr.

120 neue Arbeitsplätze schafft Brucker alleine derzeit in Gmünd. Die Suche nach geeigneten Fachkräften läuft bereits. Das neue Logistikzentrum soll „neue Maßstäbe in der Kontraktlogistik setzen und für viele Kunden ein attraktiver Standort sein“, sagt der Geschäftsführer und fügt an: „Mit diesem Projekt werden wir unsere Marktposition im Bereich der Kontraktlogistik ausbauen und unseren Kunden zahlreiche vor- und nachgelagerte Dienstleistungen rund um die Logistik anbieten können.“ Besonderen Wert legt Brucker beim Bau auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Die Immobilie werde mit einer Photovoltaikanlage, E-Ladesäulen und vielen nachhaltigen Ausstattungsmerkmalen den neuesten Umweltstandards entsprechen. „Seit vielen Jahren wurden gemeinsam mit bestehenden Kunden Konzepte entwickelt, um dank der Nähe zu diesen die Transportwege zu reduzieren“, so Brucker.

Neben dem neuen Standort in Gmünd wird Brucker zum Jahreswechsel zwei neue Hallen im Ellwanger Industrie- und Gewerbegebiet Neunheim in Betrieb nehmen.  „Für uns ist der bereits bestehende Standort mit den nun entstandenen Erweiterungsflächen eine erstklassige Möglichkeit, um unseren bestehenden Kunden den Ausbau unserer Logistikaktivitäten ermöglichen zu können.“ Das Wachstum von Brucker rührt nämlich zu einem Teil auch vom Umdenken vieler Firmen, die wieder zu einer erhöhten Fertigungstiefe und einer höheren Lagerbevorratung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Fertigprodukten zurückkehren. Das erhöht die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen in der Region.

Auch im Stadtgebiet Aalen ist Brucker seit geraumer Zeit auf der Suche. „Wir sind hier im Austausch mit der Stadtverwaltung und hoffen, bald geeignete Flächen zu finden“, so Brucker. Bislang betreibt Brucker im Ostalbkreis neben dem Stammsitz in Aalen Standorte in Gmünd, Ellwangen und Lorch. Nicht nur in der Heimat stehen die Zeichen auf Expansion, auch im Großraum Stuttgart werde man im neuen Jahr voraussichtlich zwei neue Großprojekte mit einer Fläche von 15 000 Quadratmetern mit Kunden realisieren.

Die größten Geschäftsbereiche des Unternehmens sind die Kontrakt- sowie die Transportlogistik. Im ersten Bereich übernimmt Brucker umfangreiche Logistikprozesse für andere Firmen. Beispiel: In Reutlingen versorgt Brucker die Halbleiterfabrik von Bosch und ist für die Rohstofflagerung und das Behältermanagement zuständig. Für Letzteres hat Brucker eine hochmoderne Behälterreinigungsanlage installiert. Im Bereich der Transportlogistik übernimmt Brucker klassische Speditionsaufträge oder Werkverkehre. Im Teilladungsgeschäft sieht sich das Unternehmen als Marktführer in Baden-Württemberg. Dabei werden Ladungen transportiert, die keine komplette Lkw-Kapazität beanspruchen und innerhalb von 24 Stunden deutschlandweit oder ins angrenzende Ausland transportiert werden sollen. „Hier profitieren wir von unseren Umschlaganlagen, an denen wir die Sammelladungen rund um die Uhr verladen und umschlagen und dies auch mit Übermaßen, so dass das Bundesgebiet sowie das angrenzende Ausland innerhalb 24 Stunden auch in diesem Segment bedient werden können“, so Brucker.

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