Neue Stellen für Kistler-Standort Lorch

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Standort von Kistler in Lorch
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Das Schweizer Unternehmen Kistler profitiert von der „Neuausrichtung“ und will neue Stellen schaffen, auch am Standort in Lorch, wo derzeit 180 Menschen arbeiten.

Lorch

Trotz andauernder Pandemie und gestörter Lieferketten hat die Schweizer Kistler-Gruppe ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 411 Millionen Euro gesteigert. Für das Jahr 2022 plant Kistler zudem, neue Stellen zu schaffen – dabei hatte es erst vor knapp zwei Jahren einen Stellenabbau gegeben. Doch genau diese „Neuausrichtung“ sei jetzt der Grund, warum Kistler auf den Wachstumskurs zurückgekehrt ist, so das Unternehmen. 


„Das vergangene Jahr hat die Wirksamkeit unserer neuen Strukturen in einer schwierigen globalen Lage mit anhaltender Pandemie, Zuliefererkrisen und steigenden Rohstoffpreisen auf die Probe gestellt. Das Jahresendergebnis und die bereits eingegangenen Aufträge belegen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärt Vorstandschef Rolf Sonderegger.


Auch am Kistler-Standort in Lorch, wo rund 180 Menschen für das Unternehmen arbeiten, ist das vergangene Jahr gut gelaufen. „Der Auftragseingang hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2021 sehr positiv entwickelt: Im Vergleich zum Vorjahr 2020 ist der Auftragseingang signifikant im hohen zweistelligen prozentualen Bereich gestiegen“, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Die positive Entwicklung gebe Anlass zum Optimismus für das laufende Jahr.


Trotz der Sparmaßnahmen vor knapp zwei Jahren hat sich sowohl die Zahl der Mitarbeitenden als auch die Betriebsfläche (auf 7000 Quadratmeter) in Lorch in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. „Im laufenden Geschäftsjahr 2022 ist, abhängig von der weiteren Umsatzentwicklung, ein moderater Stellenaufbau geplant“, erläutert die Unternehmenssprecherin weiter. 


Kistler produziert in Lorch Prüf-, Füge- und Messsysteme, mit denen Einpress- oder Fügeprozesse überwacht und gesteuert werden, sowie Drehmomentsensoren und Prüfstandsysteme für Elektromotoren. Die Anlagen kommen etwa in den Bereichen Motorenentwicklung und -überwachung, Fahrzeugtechnik, Kunststoff- und Metallverarbeitung sowie Montagetechnik zum Einsatz. Dank der Technologie will Kistler nicht nur vom Wandel in der Automobilindustrie vom Verbrenner zum Elektromotor profitieren, sondern auch vom Trend der Dekarbonisierung, also der Reduzierung von CO2-Emissionen. 


„Heute rücken mit der Entwicklung der Elektromobilität Technologien, die komplexe Antriebssysteme prüfen, immer weiter in den Fokus“, erklärt die Sprecherin weiter. Kistler habe diesen Trend bereits vor Jahren erkannt und daher Anfang 2019 in Urbach ein Zentrum für Elektromotoren- und Getriebeprüfstände aufgebaut. „Wir werden in der Zukunft weitere Investitionen in den Ausbau des Standortes und der entsprechenden Technologien tätigen.“ Generell investiere Kistler insbesondere in die Wachstumsbereiche Digitalisierung in der Automobilindustrie und industrielle Automatisierung. „Mit einem Anteil am Gesamtumsatz von acht Prozent ist dies das höchste Entwicklungsbudget in der Firmengeschichte der Kistler Gruppe“, betont die Sprecherin weiter. 


Dabei helfen soll auch neue Fachkräfte. Allein im Jahr 2022 will Kistler über alle Standorte hinweg 150 neue Stellen schaffen und die Zahl der Mitarbeitenden auf 2100 erhöhen. Die neuen Positionen würden vorwiegend in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion und Logistik sowie den internationalen Vertriebs- und Service-Teams geschaffen, so das Unternehmen.
Dem weltweiten Mangel an Elektronikkomponenten, insbesondere Halbleitern, begegnete das Unternehmen eigenen Angaben zufolge „mit geschickter Bevorratung, sodass Lieferversprechen eingehalten werden konnten“. Nicht nur deshalb ist man bei Kistler optimistisch, die gute Entwicklung des Jahres 2021 fortzusetzen und bald an das Vorkrisenniveau von vor zwei Jahren anzuknüpfen. Der bisherige Auftragseingang rücke das angestrebte Umsatzvolumen von 450 Millionen Euro in greifbare Nähe, heißt es weiter. 

Rolf Sonderegger, Chef der Kistler-Gruppe.

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