Neues IG-Metall-Team wappnet sich für Warnstreiks

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Acht Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Die 1. und 2. Bevollmächtigte auf der Ostalb, Tamara Hübner (rechts) und Heike Madan, kämpfen für dieses Ziel.
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Tamara Hübner und Heike Madan führen die IG Metall Aalen und Gmünd. Am Freitag endet die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie.

Aalen

Streikbereit? „Klar sind wir das“, bekräftigt Tamara Hübner, seit gut drei Wochen Erste Bevollmächtigte der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd. Grund: Am Donnerstag steht die dritte Verhandlungsrunde in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie an. Kommt es zu keiner Einigung zwischen IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall, so endet am Freitag die Friedenspflicht: Ab Samstag kann es dann zu Warnstreiks kommen.

Die Forderung der IG Metall steht seit langem fest: Acht Prozent mehr Lohn für alle Beschäftigten in der Tariftabelle. „Die Arbeitgeber haben nichts auf den Tisch gelegt, was diskutabel wäre“, kritisiert Tamara Hübner. Für sie ist das „ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen, die in der Coronazeit viel Einsatz gezeigt und Opfer gebracht haben“. Der Arbeitgeberverband hat die 8-Prozent-Forderung der Gewerkschaft bereits als „nicht überzeugend und realitätsfern“ bezeichnet und auf die zunehmend schwierige Lage vieler Betriebe in der Metall- und Elektroindustrie verwiesen. Ein konkretes Angebot wurde bislang nicht öffentlich kommuniziert.

Die IG Metall hat im Ostalbkreis 17 000 Mitglieder. „Wir spüren die Energie in den Teams“, sagt Heike Madan. Die Aalenerin ist seit drei Wochen Zweite Bevollmächtigte der IG Metall in Aalen und Gmünd und war zuletzt Ressortleiterin beim IG Metall-Vorstand für Betriebspolitik in Frankfurt am Main. Sie trat die Nachfolge sowohl von Josef Mischko in Aalen als auch Peter Yay-Müller in Schwäbisch Gmünd an. Tamara Hübner, bislang Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt folgte als Erste Bevollmächtigte auf Kai Bliesener. „Wie in Ingolstadt ist auf der Ostalb Transformation ein wichtiges Thema“, sagt sie: „Es gilt, die Arbeitsplätze zukunftsfähig zu machen.“ Gerade angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels sollten die Arbeitgeber ihre Chance nutzen und auf die Arbeitnehmer zugehen: „Tarifverträge sind ein hochmodernes Instrument gegen den Fachkräftemangel.“

Sollte es am Donnerstag zu keiner Einigung kommen, so könne sich auch die Ostalb auf Warnstreiks gefasst machen. Wo und in welchem Umfang – dazu halten sich die Gewerkschafterinnen naturgemäß bedeckt. Tamara Hübner sagt nur so viel: „Es wird etwas anders werden, als Sie es bisher kennen.“

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