Neues Kapitel bei ACT

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Von links: Mathis Tröster, Karlheinz Jäger. Bernd Jäger und Falk Deucker.
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Mit dem Einstieg der JaKo-Gruppe aus Oberschwaben will das Architekturbüro aus Rainau nicht nur die Nachfolge von Partner Mathis Tröster regeln – sondern auch das eigene Angebot erweitern.

Rainau

Das Architekturbüro ACT Tröster + Deucker ist regionsweit für Planungen an Bauprojekten an Schulen, Kindergärten und Hallen sowie weiterer öffentlicher Gebäude bekannt. Zu den Projekten gehören die Generalsanierung und Erweiterung des Ernst-Abbe-Gymnasiums in Oberkochen, die Kinderkrippe in Westhausen oder die Schönbrunnenhalle in Essingen.  Mathis Tröster leitet das Unternehmen als Partner gemeinsam mit Falk Deucker. Bereits seit einigen Jahren plant der 60-jährige Tröster die eigene Nachfolge. Bislang ohne Erfolg. „Bei der Suche haben wir vieles versucht und sogar Headhunter beauftragt“, erklärt Deucker, der seit 2017 Partner bei ACT ist. Deshalb entschieden sich die Beiden für einen ungewöhnlichen Weg: die Gründung einer neuen Firma – und den Einstieg einer ungleich größeren Firma als Gesellschafter.

Die JaKo-Gruppe mit Sitz in Rot an der Rot in Oberschwaben steigt zum 1. September in die neu gegründete Firma als Gesellschafter ein. Die neue GmbH trägt den Namen ACT Planen + Bauen. Mit dem neuen Partner soll nicht nur eine Nachfolgerlösung gefunden werden, sondern das eigene Angebot ausgebaut werden, wie der neue Name unterstreicht. Zum gewohnten Geschäftsfeld Planung kommt ein neues: Künftig will man Bauherren Komplettpakete zum Festpreis anbieten. Möglich macht das der neue Gesellschafter mit rund 170 Mitarbeitenden, der ein ähnliches Geschäftsmodell für historische Gebäude verfolgt.

 „Dank JaKo haben wir neben der Planung auch direkten Zugriff auf wichtige Gewerke“, erläutert Deucker. JaKo wurde 1890 als Zimmerereibetrieb gegründet, beschäftigt inzwischen aber neben zahlreichen Handwerkern auch Architekten und Ingenieure. „Gemeinsam können wir wichtige Synergien erschließen und vergrößern die Bandbreite unseres Angebots“, erläutert Bernd Jäger, der JaKo gemeinsam mit seinen Brüdern Karlheinz Jäger und Martin Jäger als geschäftsführender Gesellschafter leitet, die Gründe für den Einstieg bei dem Unternehmen. Zudem habe man schnell gemerkt, dass ACT und JaKo „emotional auf einer Wellenlänge funken“, so Jäger. „Das passt!“

Für ACT beginnt mit dem neuen Gesellschafter ein neues Kapitel: „Dank des Einstiegs von JaKo überspringen wir in unserer Entwicklung gleich mehrere Stufen“, sagt Tröster. Durch den neuen Partner würden sich neue Möglichkeiten auf dem Markt ergeben. Er selbst will weiter an Bord bleiben und den Nachfolger oder die Nachfolgerin in den kommenden Jahren einarbeiten. „Dank des neuen Partners ist die Zukunft von ACT für die nächsten 25 Jahre gesichert“, unterstreicht Deucker, der ebenfalls Gesellschafter des neuen Unternehmens wird. Für die zehn Mitarbeitenden bei ACT ändere sich nichts, der Stammsitz in Rainau bleibe erhalten. Und: Trotz der neuen Partnerschaft werde man bei Bauprojekten, für die ACT die Planung übernimmt, weiter mit regionalen Partnerbetrieben zusammenarbeiten. Deucker: „Das hat sich über die vergangenen Jahre bewährt.“

Bereits seit fünf Jahren sucht ACT nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Mathis Tröster. „Unser Ziel ist es nun, gemeinsam mit JaKo einen angestellten Geschäftsführer für ACT zu finden“, sagt Deucker. Das sei in der neuen Konstellation leichter und entspreche auch den aktuellen Herausforderungen auf dem Fachkräftemarkt. „Früher war das erste Ziel vieler Architekturstudierenden die Selbständigkeit“, erinnert sich Tröster an seine Studientage. Das habe sich geändert: „Heutzutage zieht es die Absolventen eher in reguläre Beschäftigungsverhältnisse.“

Mit der neuen Partnerschaft reagiert ACT überdies auf die Veränderungen im Markt. „In Zeiten steigender Baupreise und ebenso steigender Bauzinsen wird sich dieser Wandel weiter beschleunigen“, erklärt Deucker. Allerdings bewege sich ACT mit zumeist öffentlichen Auftraggebern in einem stabilen Marktsegment. „Die Zeiten sind herausfordernd“, ergänzt Bernd Jäger. „Aber Krisen bieten immer auch Chancen.“   

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