Neues Netzwerk für Biokunststoffe und Leichtbau

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Das Gründungstreffen des Netzwerks MaBiPro in Ellwangen.

Das  Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Netzwerk, in dem sich acht Unternehmen zusammengeschlossen haben.

Ellwangen

In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen hat die Ellwanger Innovationsberatung EurA ein Netzwerk für nachhaltige Materialien und Produktionsprozesse, speziell in der Kombination von Kunststofftechnik und Leichtbau, auf die Beine gestellt. Das  Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Netzwerk "MaBiPro" – Marktfähige Biokunststoffe und Produkte.

Beteiligt sind acht kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem süddeutschen Raum. Wissenschaftliche Netzwerkpartner sind die Hochschule Aalen mit den Fachgebieten nachhaltige Werkstoffe in der Kunststofftechnik, Polymerphysik und Kunststoffverarbeitung, Konstruktion und additive Fertigung sowie dem Technologiezentrum Leichtbau und die Universität Hohenheim, Fakultät Agrarwissenschaften, Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe in der Bioökonomie.

Das Auftakttreffen bei der EurA AG war zugleich Startschuss für erste gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zwischen der Hochschule Aalen und einigen Unternehmen von "MaBiPro". Die Projekte legen den Fokus auf digitale Anwendungen zur Steigerung der Ressourceneffizienz in zirkulären Produktionsprozessen. Entsprechende Forschungsanträge sind beim Förderprogramm "DigiRess" des Bundeswirtschaftsministeriums eingereicht worden

Der Antrag zur Förderung des Netzwerks war von der EurA und den Mitinitiatoren der Hochschule Aalen gleich nach Wiedereröffnung des ZIM-Programms im August eingereicht worden. Kürzlich erfolgte nun der Zuwendungsbescheid für eine gemeinsame Innovations- und Marketingarbeit, die bis 2025 geplant ist.

Steffen Hachtel, Geschäftsführer der Firma F. & G. Hachtel aus Aalen, und Dr. Gerhard Maier, Geschäftsführer der Firma Polymaterials aus Kaufbeuren, griffen in Fachvorträgen einige Schwerpunktthemen des Netzwerks auf: eine marktfähige, wirtschaftliche Fertigung auf Basis eines digitalen Leitsystems sowie die Entwicklung anwendungsspezifisch optimierter (Bio)kunststoff-Compounds mithilfe von künstlicher Intelligenz.

Einen Einblick in die politischen und wirtschaftlichen Treiber sowie Potenziale des „Ökodesigns“ gab – per Video zugeschaltet – Dr. Christian Baron, Inhaber von Christian Baron Consulting aus Aalen.

Geplant ist angesichts des Fachkräftemangels und stark sinkender Studentenzahlen in technischen Berufen unter anderem eine „Fachtagung Kunststofftechnik und Leichtbau“, voraussichtlich am 20. und 21. April, veranstaltet von der Hochschule Aalen und dem Technologiezentrum Leichtbau, mit der EurA AG, dem Netzwerk "MaBiPro" sowie der IHK Ostwürttemberg als Partner. Die Tagung soll Ideen aus den beiden Fachgebieten sichtbar machen und aufzeigen, dass Nachhaltigkeit längst eines der Kernthemen der Kunststofftechnik-Ausbildung in Aalen ist.

Mit der “Fachtagung Kunststofftechnik und Leichtbau“ will die Hochschule Aalen neben der Industrie auch Studierende sowie Abiturientinnen und Abiturienten erreichen und zeigen, welche Berufsperspektiven sich jungen Menschen durch diese Studiengänge bieten. Das Kompetenznetzwerk "MaBiPro" will die Gelegenheit dazu nutzen, interessierten Unternehmen seine Aktivitäten und erste Ergebnisse sowie Innovationen vorzustellen.

Wie Netzwerkmanagerin Marie Wasiak betonte, steht "MaBiPro" weiteren KMU offen. Willkommen seien insbesondere Kunststoffverarbeiter, aber auch Firmen aus dem Bereich Extrusion sowie Materialhersteller und -entwickler für alternative und biobasierte Kunststoffe oder Recyclingmaterialien.

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