November-Belebung fällt mau aus

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Im Vergleich zum Oktober ist die Arbeitslosigkeit in allen Gebieten außer Bopfingen gesunken. Sie liegt aber weiter deutlich über dem Stand von vor einem Jahr. Kurzarbeit nimmt wieder zu.

Aalen

Der November ist traditionell ein Monat mit besonders niedriger Arbeitslosigkeit: Das beginnende Weihnachtsgeschäft lässt viele Branchen brummen, das Ausbildungsjahr ist in vollem Gange, das Wetter lässt noch Arbeiten im Freien zu. Selbst im Pandemie-Jahr 2020 ist die Arbeitslosenzahl in Ostwürttemberg im November leicht gesunken. Allerdings lange nicht so stark wie in den vergangenen Jahren.

10 166 Personen sind in Ostwürttemberg derzeit arbeitslos gemeldet – 312 weniger als im Oktober, aber 2291 mehr als im November 2019. Die Arbeitslosigkeit ist damit innerhalb eines Jahres um rund ein Drittel gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 4,0 Prozent.

Im Kreis Heidenheim nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Oktober um 142 ab, im Ostalbkreis um 170. Konkret sank die Zahl im Bereich Schwäbisch Gmünd um 95 auf 3338 Personen, in Ellwangen um 12 auf 460 Personen und in Aalen um 72 auf 1426 Personen. Im Raum Bopfingen stieg die Zahl der Arbeitslosen von Oktober auf November dagegen sogar um 21 auf nunmehr 527 Personen. Im Vergleich zum Vorjahres-November ist die Arbeitslosigkeit in allen Raumschaften stark gestiegen, besonders stark in Aalen und Schwäbisch Gmünd, weniger extrem in Ellwangen.

Rückgang bei der Jugendarbeitslosigkeit

4113 arbeitslose Hartz-IV-Bezieher waren im November gemeldet. Dieses entspricht in diesem Bereich einem Rückgang von 56 Arbeitslosen gegenüber dem Oktober, aber auch einem Anstieg von 613 Erwerbslosen im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im SGB II (Hartz-IV)-Bereich verharrt im November unverändert bei 1,6 Prozent.

In der Zuständigkeit der Arbeitsagentur (Arbeitslosengeld I) ging die Zahl der Arbeitslosen um 256 auf nun 6053 Personen zurück. Gemessen am November des Vorjahres sind dies 1678 Arbeitslose mehr.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg recht unterschiedlich, so die Arbeitsagentur. Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit 27,5 Prozent auch im November und damit im neunten Monat in Folge auf 2800 Personen angestiegen ist, konnten die anderen Personengruppen von der aktuellen Arbeitsmarktsituation profitieren. Den stärksten Rückgang mit einem Minus von 10,7 Prozent auf nun 327 Arbeitslose hatte im November die Personengruppe der unter 25-Jährigen zu verzeichnen. Hier habe sich gezeigt, dass sich der ein oder andere Jugendliche doch noch für eine Ausbildung entschieden hat.

Mehr Personen, die sich in Kurzarbeit befinden, sollten Zeit für eine entsprechende Qualifizierung nutzen.

Elmar Zillert Arbeitsagentur Aalen

Mit dem "Lockdown light" Anfang November haben die Anzeigen an Kurzarbeit wieder deutlich zugenommen, nachdem über die Sommermonate ein Rückgang zu verzeichnen war. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Ostwürttemberg für 80 224 Beschäftigte in 4896 Betrieben Kurzarbeit beantragt. 59 293 entfielen auf den Ostalbkreis und 20 931 auf den Landkreis Heidenheim.

"Das bewährte Instrument des Kurzarbeitergeldes hilft uns nach wie vor dabei, die Menschen im Beschäftigungssystem zu halten und die Zahl der Arbeitslosen damit zu begrenzen", so die Arbeitsagentur.

Inmitten eines enormen Strukturwandels

Neben den konjunkturellen Problemen befinde man sich "aber auch inmitten eines enormen Strukturwandels, den es zu bewältigen gilt und der nicht dazu führen wird, dass wir zum Ende der Pandemie eine schnelle Erholung des Arbeitsmarktes zu erwarten haben", schreibt die Agentur für Arbeit.

Vor dem Hintergrund dieser großen strukturellen Veränderungen stehe das Thema Qualifizierung nach wie vor im Fokus und werde auch in 2021 eines der wichtigsten Aufgabenfelder der Arbeitsagentur sein. Gemeinsam mit den Betrieben der Region und allen beteiligten Akteuren am Arbeitsmarkt werde es die Aufgabe sein, betroffene Arbeitslose, aber auch Beschäftigte fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu machen.

"Da würde ich mir wünschen, dass mehr Personen, die sich in Kurzarbeit befinden, diese Zeit für eine entsprechende Qualifizierung nutzen würden, um ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an die Anforderungen des zukünftigen Arbeitsmarktes anzupassen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wer jetzt die Möglichkeit nicht nutzt, läuft Gefahr zukünftig beruflich und sozial abgehängt zu werden", sagt Elmar Zillert, Chef der Arbeitsagentur Aalen.

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