Nubert schließt Filiale in Aalen

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Die Filiale schließt, der Standort bleibt aber erhalten: Nubert in Aalen.
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Die Gmünder konzentrieren den stationären Handel auf ihren Stammsitz. Das Online-Geschäft boomt. Warum der Standort Aalen erhalten bleibt.

Aalen/Schwäbisch Gmünd

Die Geschäfte laufen gut bei Nubert, einem Hersteller von hochwertigen Lautsprechern und Unterhaltungselektronik: Seit 45 Jahren behauptet sich das Unternehmen in einem immer stärker umkämpften Markt mit großen internationalen Konzernen als Konkurrenten. Allerdings entwickelt sich das Geschäft nicht einheitlich: Während der Versand- und Onlinehandel boomen wie nie, hat der lokale Einzelhandel mit Problemen zu kämpfen. Das ist der Grund, warum Nubert seine Filiale in Aalen in diesem Sommer schließen wird.

Das Unternehmen begründet das Aus so: "Im lokalen Handel mit TV-Geräten wirken sich die seit Jahren zu beobachtenden Veränderungen des Einkaufsverhaltens auf die Wirtschaftlichkeit der Ladengeschäfte aus." Deshalb habe sich die Geschäftsleitung entschlossen, das "Probehören" sowie den Outlet-Verkauf in Baden-Württemberg ausschließlich auf das umgestaltete und erweiterte Stammhaus in Schwäbisch Gmünd zu konzentrieren. Das Ladengeschäft und die Hörstudios in Aalen gebe man deshalb bereits in diesem Jahr auf, der Räumungsverkauf wird entsprechend bald starten. Allerdings kehrt das Unternehmen dem Standort Aalen dennoch nicht den Rücken.

Weiter betrieben wird in Aalen die Service-Werkstatt für TV und Unterhaltungselektronik, Satelliten- und Kabelanlagen-Montagen, und das unter der Leitung von Martin Leis, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist und weiteren Technikern sowie Mitarbeitern im Innen- und Außendienst. Nubert bleibt Aalen also auf jeden Fall erhalten – auch weil das Unternehmen hier einen weiteren Logistikstandort aufbauen wird.

Wir verzeichnen im Online-Handel hohe zweistellige Steigerungen.

Ein Nubert-Sprecher

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, koste das Aus für die Filiale keine Arbeitsplätze. Die betreffenden Mitarbeiter sollen entweder weiter in Aalen im Service oder in Gmünd tätig sein. Am Stammsitz hatte Nubert erst vor wenigen Jahren massiv investiert und ein mehrere Millionen Euro teures Service- und Vertriebszentrum mit einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern erstellen lassen.

Neben Gmünd und Aalen betreibt Nubert zudem einen Standort in Duisburg. Während das klassische, stationäre Einzelhandelsgeschäft vor Ort weiter unter Druck steht, gerade im Nubert-Segment wächst der Online-Handel seit Jahren rapide, gilt das Unternehmen in der Audiobranche als etablierter, wachsender Nischenhersteller – der seinerseits vom Online-Handel massiv profitiert. Damit liegt die Entwicklung von Nubert im Trend. Laut Handelsverband HDE stieg der Online-Umsatz mit Consumer-Electronics und Elektrogeräten im Jahr 2018 um rund 800 Millionen Euro auf 13 Milliarden Euro, und das in einem insgesamt stagnierenden Elektro-Einzelhandels-Segment.

Bei Nubert bestätigt sich diese Entwicklung: "Wir verzeichnen derzeit im Online-Handel hohe zweistellige Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr, welche den Rückgang an Laufkundschaft im Zuge der Corona-Krise finanziell mehr als ausgleichen", sagt ein Sprecher auf Nachfrage. Mehr noch: Das Online-Geschäft mache inzwischen den überwiegenden Anteil der Umsätze von Nubert aus.

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