Omikron schreckt Industrie nicht

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Die Omikronwelle dürfte auf die Industriebetriebe in der Region nur wenig Auswirkungen haben.
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Regionale Firmen sehen sich für die aktuelle Phase der Pandemie gut gerüstet. KSK Ostalb führt Corona-Ampel ein.

Aalen

Während Handel, Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft weiter unter den Corona-Verordnungen leiden, sieht sich die Industrie in der Region für die aktuelle Phase der Pandemie, der Omikronwelle, gut gewappnet, wie eine Umfrage unter einigen großen Arbeitgebern in der Region zeigt.

Der Zeiss-Konzern setzt an seinen Standorten auf die Umsetzung von mobilem Arbeiten, Testungen, AHA-Regeln und weiteren Maßnahmen. „Zudem hat Zeiss bereits im Dezember erste weitere Anpassungen eingeleitet, um Kontakte noch weiter zu reduzieren“, erklärt eine Sprecherin. Auch der Automobilzulieferer Bosch Automotive Steering in Schwäbisch Gmünd beobachtet mit internem Krisenstab die Entwicklung und will „die Schutzmaßnahmen unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse kontinuierlich anpassen“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Sowohl bei Bosch AS als auch bei Zeiss setzt man zudem auf ein betriebliches Impfangebot.

Die Hensoldt AG mit großem Standort in Oberkochen hat im November mit der Booster-Kampagne begonnen. „So liegen wir bei einer Impfquote von 90 Prozent und einer Boosterquote von etwa 50 Prozent in der Gesamtbelegschaft“, sagt ein Unternehmenssprecher. Alle befragten Firmen setzen im großen Stil auf Home-Office bzw. mobiles Arbeiten und haben Dienstreisen weiter eingeschränkt.

Wo mobiles Arbeiten nicht möglich ist: in der Produktion. Dort setzt zum Beispiel die Ellwanger Varta AG nicht nur auf Hygienekonzepte, sondern vor allem auf: „die strikte Disziplin aller – mit sehr gutem Erfolg“, wie ein Sprecher der AG erklärt. Dank des strikten Hygienekonzepts und dessen Einhaltung habe es das Unternehmen geschafft, „durchgehend an sieben Tagen die Woche im Dreischichtbetrieb zu produzieren“. Der Aalener Präzisionswerkzeughersteller Mapal setzt ebenso auf die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln und ein Impfangebot für Mitarbeitende und deren Familien. Da die Impfquote bei Mapal bei rund 85 Prozent liege, rechne man, so ein Firmensprecher, in Zukunft nicht mit außerordentlichen Ausfällen bei den Mitarbeitenden.

Die KSK Ostalb hat neben einem Hygienekonzept eine interne Corona-Ampel eingeführt. „Diese passen wir nach Bewertung der Gefährdungssituation an und können geeignet agieren und reagieren“, führt ein Sprecher der Bank aus. „Absolut positiv sehen wir die Impfquote bei unseren Mitarbeitenden mit über 95 Prozent.“ Um den Betrieb in widrigeren Situationen aufrecht erhalten zu können, habe die Bank Notfallpläne in allen Bereichen vorbereitet. „Wir haben regulär wöchentliche - bei Bedarf zusätzliche - Krisenstabssitzungen zur Bewertung der aktuellen Situation und gegebenfalls Ergreifung geeigneter Maßnahmen“, erklärt er. Wie die KSK Ostalb mitteilt, gebe es durch Omikron keine Einschränkungen im Service, bei den Kunden „sehen wir derzeit keine signifikante, Omikron-bedingte Verunsicherung“, so der Sprecher weiter.

Bei Mapal ist man wie bei den anderen Industrie-Betrieben optimistisch, dass Omikron keine großen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung habe. „Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen ein rasches Ansteigen und ein ebenso schnelles Abebben der Omikron-Welle“, so der Sprecher. „Das lässt uns hoffen, dass diese Virusvariante beherrschbar ist und keine gravierenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage haben wird.“ Der Zeiss-Konzern hatte bereits vor einigen Monaten in Person von Vorstandschef Dr. Karl Lamprecht erklärt: „Die Covid-Krise ist für uns vorbei.“

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