Ostalb hat Top-Zukunftschancen

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Wie kann man die Energieeffizienz erhöhen und gleichzeitig die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen wie beispielsweise Kobalt verringern? Mit ihrem neuen Millionenprojekt „coreA“ und der Weiterentwicklung von amorphen Eisenlegierungen möchte die Hochschule Aalen dazu einen Beitrag leisten.
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Der neue Prognos-Zukunftsatlas sieht den Ostalbkreis unter allen 400 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands auf Platz 41, bei Wettbewerb und Innovation sogar auf Platz 12.

Aalen

Der Ostalbkreis ist eine Insel in Orange. In dieser Farbe stellt der neue Prognos-Zukunftsatlas Landkreise mit „sehr hohen Chancen“ dar. Nachbarkreise hingegen haben nur „hohe Chancen“ (Donau-Ries), „leichte Chancen“ (Heidenheim und Schwäbisch Hall) oder ausgeglichene Chancen und Risiken (Göppingen). Dunkelrot für „beste Chancen“ sind etwa Stuttgart und Ulm. Verantwortliche in der Region sehen bestätigt, was sie längst wissen: Ideenreichtum, Kreativität, Innovationen, Erfindergeist und Tatendrang sind da, die Zukunft kann kommen.

Der Prognos Zukunftsatlas erscheint alle drei Jahre. Er ermittelt die Zukunftschancen und -risiken aller 400 Kreise und kreisfreien Städte, berücksichtigt unter anderem Demografie, Arbeitsmarkt, Wohlstand und soziale Lage, aktuelle Stärke und Dynamik. Unter diesen 400 landet der Ostalbkreis insgesamt auf Platz 41 und damit im Bereich „sehr hohe Chancen“. Besonders stark hat die Ostalb in den Bereichen Wettbewerb & Innovation abgeschnitten. Hier sind bundesweit nur elf Städte oder Kreise besser – und zwar fast ausschließlich Großstädte wie Berlin, Hamburg, München und Stuttgart sowie deren Ballungsräume. Der Landkreis Heidenheim insgesamt auf Rang 121, schafft es im Bereich „Wohlstand & soziale Lage“ auf einen respektablen 81. Rang.

„Zukunftsbranchen“ wie etwa Herstellung von Metallerzeugnissen, Maschinenbau oder Logistik macht die Prognos-Studie vor allem im Süden Deutschlands aus. „Kennzeichnend für Stärke und Erfolg – vor allem der süddeutschen Regionen – ist eine innovative, zukunftsfähige industrielle Basis verbunden mit begleitenden, hochwertigen Dienstleistungsbranchen und einer starken Forschungslandschaft“, so das Institut.

In ihrer Arbeit bestätigt sieht sich die Wirtschaftsförderung Region Ostwürttemberg (WiRO). Für deren Geschäftsführerin Nadine Kaiser zeigt die Studie, dass insbesondere ländlichere Regionen gegenüber Städten wie beispielsweise Frankfurt aufsteigen: „Dabei handelt es sich um ländliche Regionen, die einen guten Mix aus verschiedenen Branchen vorweisen können, so auch die Region Ostwürttemberg“, so Kaiser. Der Branchenmix mache ländliche Regionen krisenresistenter als Ballungszentren mit sehr starkem Fokus auf eine einzelne Branche. Dazu kommen günstigere Lebenshaltungs- und Wohnkosten sowie verfügbare Gewerbeflächen und damit Entwicklungsmöglichkeiten für Zukunftsbranchen und deren Unternehmen. Kaiser betont: „Insbesondere das sehr gute Ergebnis bei Wettbewerb und Innovation belegt, dass unser Alleinstellungsmerkmal Raum für Talente und Patente weiterhin Gültigkeit hat und wir stolz auf zahlreiche Patente unserer regionalen Akteure und Unternehmen sowie dem Innovationsgeschehen an den regionalen Hochschulen – insbesondere der Hochschule Aalen – Technik und Wirtschaft sein können, die landes- und deutschlandweit Spitzenplätze in Forschung und Lehre belegt.“

Zukunftsoffensive hilft

Auch für Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg ist klar: „Die Stärken der Region liegen auf der Hand: Ein vielseitiger, konjunkturell robuster Branchenmix ist gepaart mit positiven weichen Standortfaktoren, die weiter ausgebaut werden.“ Dazu, so Rentschler, komme eine lebendige und gut aufgestellte Hochschullandschaft mit vier starken Einrichtungen für Lehre und Forschung in Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd. Weitere Forschungseinrichtungen wie von Fraunhofer, Steinbeis und dem fem kämen hinzu: „Die Gewerbegebiete in der Region sind attraktiv, Flächen zur Ansiedelung innovativer Unternehmen sind vorhanden. Ganz Ostwürttemberg bietet bezahlbare Entwicklungsperspektiven für Gewerbe und Wohnen gleichermaßen.“

Durch die gestartete Zukunftsoffensive werde die Region noch krisenfester.

Der Prognos Zukunftsatlas

Wie gut sind Deutschlands Kreise und Städte für die aktuellen und zukünftigen Transformationsprozesse gewappnet? Wie schneiden sie im Standortranking ab? Der Prognos Zukunftsatlas 2022 ermittelt die Zukunftschancen und Zukunftsrisiken aller 400 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Seit 2004 wird alle drei Jahre die Zukunftsfestigkeit der deutschen Regionen einander gegenübergestellt – anhand ausgewählter makro- und sozioökonomischer Indikatoren und in Form eines bundesweiten Rankings.

Ausschnitt aus der Deutschlandkarte der Zukunftschancen

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