Palm: Aalen erhält Anschluss ans Wasserstoff-Netz

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Beim Aalener Klimadialog loten Wirtschaftsvertreter, Politiker und Forscher, wie Aalen bis 2035 klimaneutral werden kann.
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Beim Aalener Klimadialog loten Wirtschaftsvertreter, Politiker und Forscher, wie Aalen bis 2035 klimaneutral werden kann.

Aalen. Aalen will bis 2035 klimaneutral werden. Eine wesentliche Rolle sollen dabei die Unternehmen spielen, von denen derzeit mehr als 50 Prozent der Treibhausgas-Emissionen ausgehen. Akteure aus Unternehmen, Klimafolgenforscher sowie Verantwortliche aus Politik und Energieberatung haben nun den Weg zur Klimaneutralität erörtert. Unternehmenschef Dr. Wolfgang Palm verriet bei der Podiumsdiskussion eine Neuheit: Eine Wasserstoffleitung soll nach Aalen kommen.

Auf Initiative der Bürgerbewegung „Klimaentscheid“, hat der Gemeinderat vor etwa einem Jahr beschlossen, dass die Stadt Aalen bis 2035 klimaneutral werden soll. Die Veranstaltung zum Aalener Klimadialog „Perspektive ‘35“ im Kulturbahnhof brachte deshalb Akteure aus der Wirtschaft zusammen. In mehreren runden Tischen soll nun eine „Aalener Erklärung“ der Unternehmen zur Klimaneutralität erarbeitet werden.

Nach einer Begrüßung durch Aalens Wirtschaftsförderer Felix Unseld brach OB Frederick Brütting eine Lanze für den Klimaschutz: „Ich sehe ihn als Auftrag unserer Generation, weil sie extrem vom Wohlstand profitiert hat, der vom Verbrauch fossiler Brennstoffe ermöglicht wurde“, sagte er und fügte hinzu: „Wenn wir sehen, wie lange wir bisher gebraucht haben, um Infrastruktur zu verändern, wird es verdammt knapp, es wird eine unglaubliche Aufgabe.”

Franziska Riek und Georg Krämer von der Regionalen Kompetenzstelle Energie- und Ressourceneffizienz Ostwürttemberg (KEFF) zeigten die Ergebnisse einer Befragung von 70 Aalener Unternehmen auf. Deutlich wurde: Ein großer Teil lebt das Thema Klimaschutz bereits vorbildlich.

Einen Impulsvortrag zum Thema „Wirtschaft macht Zukunft“ hielt Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Reusswig Maya Kothe, Leiterin des Aalener Umweltamts, Dr. Wolfgang Palm, geschäftsführender Gesellschafter der Papierfabrik-Palm-Gruppe, Hannes Schneider, Geschäftsführer der Jonasch + Schneider Möbelwerkstätten in Waldhausen, und Dr. Matthias Wagner von „Klimaentscheid“ Aalen teil.

Firmenchef Palm stellte im Laufe der Diskussionen die Siemens-Gasturbine der neuesten Generation vor, die in dieser Woche in seinem für rund 500 Millionen Euro erneuerten Papierwerk in Aalen-Neukochen in Betrieb geht. Sie kann flexibel Dampf und Strom produzieren und bei Bedarf große Teile des Ostalbkreises mit Strom versorgen, wenn Wind und Sonne gerade nicht genügend Energie liefern.

Außer mit Erdgas kann die Gasturbine – eine weltweite Neuerung – auch mit Wasserstoff betrieben werden. Hier verkündete Palm eine Neuigkeit: „Wir konnten auf den Netzentwicklungsplan Einfluss nehmen“, sagte er: „Aalen ist jetzt für eine Wasserstoffleitung vorgesehen. Davon soll nicht nur Palm profitieren, sondern auch andere Betriebe könnten angeschlossen werden.“

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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