Pandemie trifft besonders Langzeitarbeitslose

  • Weitere
    schließen
+
Die Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg erreicht wieder Werte wie vor der Pandemie. Grafik: ca

Die Agentur für Arbeit vermeldet einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit, aber mehr als jeder dritte Arbeitslose ist bereits seit mehr als einem Jahr ohne Job..

Aalen

Die Agentur für Arbeit Aalen vermeldet auch für Juni einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region Ostwürttemberg. Lag die Arbeitslosenquote vor einem Jahr noch bei 4,3 Prozent, so betrug sie im Juni 2021 nur noch 3,6 Prozent. Auf den Ostalbkreis gerechnet, sank sie im gleichen Zeitraum von 3,9 auf 3,3 Prozent. In absoluten Zahlen verringerte sich die Zahl der arbeitslos Gemeldeten von Mai auf Juni um 256 auf nunmehr 9081 Personen – davon 5905 im Ostalbkreis.

„Erfreulich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat Juni“, schreibt Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit Aalen, und fügt hinzu: „Wenngleich die Nachfrage nach Arbeitskräften im Juni etwas zurückgegangen ist. Insbesondere im Bereich der Produktion und Fertigung ging die Nachfrage etwas zurück.“

Regional aufgeschlüsselt, liegt die Arbeitslosenquote im Bereich Ellwangen bei 1,9, in Aalen bei 3,1, in Bopfingen bei 3,3, in Schwäbisch Gmünd bei 3,9 und im Landkreis Heidenheim bei 4,3 Prozent.

Wieder etwas mehr Kurzarbeit

Während die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg zurückgegangen ist, erhöhte sich gegenüber dem Vormonat die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit im Juni neu angezeigt wurde. Insgesamt gingen bei der Agentur Aalen 40 Anzeigen für 664 Personen ein. Zum Vergleich: Im Juni 2020 gingen 204 Anzeigen für 3970 Personen bei der Agentur für Arbeit Aalen ein.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg recht unterschiedlich. Während die Arbeitsagentur bei den 20- bis unter 25-Jährigen im Juni einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um zehn Prozent auf 563 Arbeitslose zu verzeichnen hatte, ist die Zahl ei den 15- bis 19-Jährigen im Berichtsmonat um 11,7 Prozent auf 105 Arbeitslose angestiegen. Auch bei den Langzeitarbeitslosen habe man, nach einem Rückgang der Arbeitslosen im Mai, nun im Juni wieder einen leichten Anstieg um sieben Personen zu verzeichnen.

Strukturelle Veränderung

„Mit Sorge betrachten wir auch den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit“, führt Zillert aus: „In Ostwürttemberg sind 34,1 Prozent aller Arbeitslosen bereits länger als ein Jahr arbeitslos. Dies sind 752 Langzeitarbeitslose mehr als noch vor einem Jahr. Diese Personengruppe ist von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen. Hier gilt es daher gemeinsam mit unseren Partnern alles daran zu setzen, den weiteren Anstieg zu verhindern“, so Zillert weiter.

Der Aalener Agenturchef, der im Juli in den Ruhestand geht, merkt zudem an: „Auch darf der gesamte Rückgang der Arbeitslosenzahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir enorme strukturelle Veränderungen vor uns haben, die es zu bewältigen gilt. Ein Schlüssel zur Bewältigung der strukturellen Veränderung sind die richtigen Qualifikationen. Deshalb sollte jeder die Zeit jetzt nutzen, um seine beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten an die Erfordernisse des zukünftigen Arbeitsmarktes anzupassen.“

Mit Sorge betrachten wir den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit.“

Elmar Zillert, Agentur für Arbeit

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL