Papier Geiger baut aus

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Das Geiger-Gebäude in Aalen-Hofherrnweiler. Foto: Papier Geiger
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Das Großhandelsunternehmen erweitert seine Anlagen in Aalen-Hofherrnweiler und reagiert damit unter anderem auf den aktuellen Boom im Lagergeschäft.

Aalen

Der Aalener Papiergroßhändler Geiger GmbH & Co. KG baut seinen Stammsitz in Aalen-Hofherrnweiler kräftig aus. Das Unternehmen mit 270 Beschäftigten – davon rund 180 in Aalen – ist auf Großhandel mit Papier, Verpackungen, Folien und Plattenmaterial spezialisiert.

An der Spitze des 1949 von Karl-Heinz Geiger gegründeten Familienunternehmens steht heute die dritte Generation: Florian Geiger und sein Bruder Sebastian Geiger wurden 2015 und 2017 neben ihrem Vater Peter Geiger Mitglieder der Geschäftsführung: Sie setzen auf Wachstum am Heimatstandort.

Erst im Jahr 2018 wurde das Betriebsgelände mit der Halle 3 um 2600 Quadratmeter erweitert. War diese Halle bislang ein Blocklager, in dem Paletten übereinandergestapelt waren, so wird sie nun mit Regalen versehen. Für den Brandschutz sorgt eine moderne Sprinkleranlage.

Ein weiterer Ausbau in drei Bauabschnitten steht unmittelbar bevor. Im ersten Bauabschnitt, für den bereits ein Baugesuch eingereicht ist, entsteht östlich der Bestandsgebäude ein Logistikbau mit sieben neuen Lkw-Verladetoren. Diese sind nötig, erklärt Florian Geiger, weil das Unternehmen nach der Aufgabe eines reinen Logistikstandorts in Fellbach 2021 viel Rangierplatz in Aalen benötigt. „Hoffentlich kann das Gebäude nächstes Jahr errichtet werden“, betont der Geschäftsführer.

Noch einmal östlich davon ist als anschließender zweiter Bauabschnitt eine weitere Halle geplant. Hier möchte der Großhändler platzintensive Packaging-Produkte lagern, die nicht in ein Standardlager passen. Außerdem könnte hier eine Holzhackschnitzelanlage Platz finden: Geiger möchte hier aus beschädigten Transportpaletten, die von den Kunden zurückgenommen werden, Energie gewinnen. Auch zurückgenommene Papierreste und Druckplatten führt Geiger langfristig wieder in den Kreislauf zurück.

Ein künftiger dritter Abschnitt des Bauprojekts, das mit Merz Objektbau realisiert wird, könnte die Aufstockung der nun entstehenden Logistikhalle um eine bis zwei Etagen sein: Hier sind perspektivisch ein Bürotrakt und Räumlichkeiten für eine Kantine oder Kinderbetreuung vorgesehen.

Großer eigener Fuhrpark

Die Geiger GmbH & Co. KG erwirtschaftet einen Jahresumsatz in einem dreistelligen Millionenbereich. In Aalen finden sich neben dem großen Lager- und Logistikbereich auch die Hauptverwaltung, die kaufmännischen Abteilungen sowie Vertriebsabteilungen.

Einen weiteren Standort unterhält das Unternehmen in Sasbach nahe Baden-Baden mit zwei Vertriebsabteilungen und einem Lager. 45 eigene Lastwagen rollen für Geiger und beliefern Kunden im südwestdeutschen Raum bis nach Karlsruhe, aber auch im Elsass und in Vorarlberg. „Die Kunden können bis 17.30 Uhr bestellen und haben am nächsten Morgen ihre Ware – schneller als bei Amazon“, betont Sebastian Geiger.

Geiger ist Teil der Igepa Group, in der sich fünf mittelständische Papierunternehmen zusammengeschlossen haben. Die Gruppe erwirtschaftet an mehr als 81 Standorten in 29 Ländern und mit rund 3500 Mitarbeitern einem Jahresumsatz von circa 2 Milliarden Euro. „Obwohl in den vergangenen neun Monaten Papierknappheit herrschte, waren wir dank des Zugriffs auf andere Igepa-Lager immer lieferfähig“, macht Florian Geiger deutlich. Während das sogenannte Streckengeschäft – Geiger organisiert hier die Lieferung direkt vom Hersteller zum Kunden – unter Druck steht, boomt das Lagergeschäft, in dem sich die Aalener sehr gut aufgestellt sehen.

Das Geschäft der Großhandlung gliedert sich in drei Bereiche: „Paper & Print“ steht für grafisches Papier im Format und auf Rollen, das an Druckereien geliefert wird. Auch mit zusätzlichen Produkten wie etwa Druckfarben, Lacken und Druckplatten versorgt Geiger die Kunden, die etwa Flyer, Prospekte oder Bücher herstellen. Der Bereich „Paper & Print“ ist für mehr als 60 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Alles für die visuelle KommunikationDer zweite Geschäftsbereich, Viscom, steht für Visual Communications: Werbetechniker, Laden- und Messebauer werden mit Kunststofffolien (etwa zum Bekleben von Autos), Platten (etwa als Werbebanner bei Fußballspielen) sowie LED-Produkten versorgt. Der Rest des Umsatzes wird mit „Office & Packaging“ generiert: Kunden sind Bürofachhändler, Einzelhandelsketten, öffentliche Einrichtungen Unternehmen. Sie werden mit Kopierpapier, Versandverpackungen und vielem mehr beliefert. 

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