Quantensprung auf dem Gügling

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Konfetti kommt, der Stecker sitzt, die Fabrik ist eröffnet: Leicht hat das neue Werk 2 auf dem Gügling in Schwäbisch Gmünd offiziell in Betrieb genommen.
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Die neue Leicht-Fabrik ist eröffnet. Warum das Werk nicht nur dem Küchenbauer selbst zu mehr Wachstum verhelfen soll, sondern ein wichtiges Symbol für den Standort ist.

Schwäbisch Gmünd

Rund 90 Millionen Euro hat die Leicht-Gruppe in ihren neuen Standort auf dem Gmünder Gügling investiert. Nun wurde er offiziell eröffnet. Die neue Fabrik ist nicht nur ein Bekenntnis zur Region, sondern auch ein Meilenstein für den Küchenbauer. "Wir setzen mit diesem Werk neue Standards in der deutschen Möbelindustrie und schaffen die Voraussetzungen für unsere zukünftige Entwicklung", sagt Stefan Waldenmaier, Vorstandschef von Leicht, bei der Eröffnung selbstbewusst.

Am Standort entstehen rund 140 Arbeitsplätze. Mit der rund 80 000 Quadratmeter großen Fabrik will Leicht den Wachstumskurs der vergangenen Jahre ausbauen. Die gigantische neue Halle misst rund 275 auf 160 Meter. Leicht hat das Vorhaben in nur rund 25 Monaten realisiert. Nach dem Spatenstich im September 2018 wurde zunächst die Halle gebaut, im Anschluss die Anlagen installiert. "Das neue Werk bildet die perfekte Symbiose aus dem Variantenreichtum, für das Leicht schon immer stand, und der im Markt notwendigen Effizienz", sagt Waldenmaier und fügt an: "Die neue Fabrik ist ein Quantensprung für Leicht." Für das Design der Anlagen hat sich Leicht unter anderem Know-how aus der Automotive-Industrie besorgt. "Vordergründig ist es ein moderner Anlagenpark", so der Vorstandschef. Hinter diesem steckten zusätzlich leistungsfähige Datenmodelle, die ebenso wichtig für den Erfolg seien. "Das neue Werk macht Leicht 4.0 möglich", erklärt Waldenmaier.

"Leicht baut Zukunft, Leicht schafft Zukunft", sagt Landrat Dr. Joachim Bläse bei der Eröffnung der neuen Fabrik. "Das Unternehmen hat den Mut, auf die digitale, automatisierte Produktion zu setzen." Das sei auch für den gesamten Standort Deutschland wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren. Gmünds OB Richard Arnold ist ob der Millionen-Investition in Gmünd ebenfalls voll des Lobes. "Leicht hat mit dem Projekt bewiesen, dass Mut und Fantasie Wirklichkeit werden können." Von Leicht und dem Neubau könnten viele Firmen lernen. "Wir sind mitten in einer Transformation, wie wir sie in den vergangenen 75 Jahren nicht erlebt haben", sagt der OB. Michael Rembold, Bürgermeister von Waldstetten, wo Leicht seit den 1930-er-Jahren seinen Sitz hat, sprach von einem Meilenstein für den Küchenbauer.

Das neue Werk macht Leicht 4.0 möglich.

Stefan Waldenmaier Vorstandschef Leicht

Da auf der Gemarkung von Rembolds Gemeinde nicht ausreichend Flächen verfügbar waren, musste Leicht ausweichen. Im Rennen um die neue Fabrik setzte sich Schwäbisch Gmünd durch - unter anderem gegen mögliche Standorte in Osteuropa. Dorthin hatten im vergangenen Jahrzehnt viele Möbelhersteller ihre Produktion verlagert. "Die Gmünder Seele bekommt mit dem Neubau ein Waldstetter Herz", sagt Rembold.

Seit 1975 gehört Leicht zur Welle-Holding. Und der Besitzer steht zum Waldstetter Unternehmen und zur enormen Investition. "Für unsere Gruppe und unsere Familie ist es ein Mega-Projekt, das Mut und die Bereitschaft zum Risiko erfordert", erläutert Aufsichtsrätin Kathrin Erdmann. Die neue Fabrik sei eine riesige Chance für Leicht, das Wachstum weiter auszubauen. Die Investition sei "alternativlos". Erdmann: "Wir sind bereit für die Zukunft". Auch die Welle-Holding müsse ihren Platz unter den weltweit besten Küchenbauern permanent behaupten.

"Diese Investition zeigt das Vertrauen der Welle-Holding und des Aufsichtsrats in den Standort, die Marke und die Mannschaft von Leicht", erklärt Waldenmaier. Der Neubau sei ein Versprechen an das oberste Gremium des Familienunternehmens. "Eine Dekade des dynamischen Wachstums liegt hinter uns. Wir alle bei Leicht wollen mit dem Neubau dieses Wachstum weiterführen", so der Vorstandschef. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet er indes wegen der Auswirkungen der Pandemie mit einer leichten Delle. Der Umsatz liege drei bis fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. "Die negative Entwicklung in einigen Märkten werden wir nicht mehr aufholen können", sagt Waldenmaier. Für die Zukunft ist er dennoch optimistisch - dem neuen Werk sei Dank.

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