Raiffeisenbank Mutlangen will mit Volksbank Welzheim fusionieren

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Von links: Oliver Seibild, Thomas Bareiß (beide Raiba Mutlangen), Karl-Thomas Starke und Daniela Nirk (beide Volksbank Welzheim).
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Institute planen den Zusammenschluss und wollen zur VR-Bank Schwäbischer Wald werden. Die Gründe und Ziele der Fusion.

Alfdorf

Der Ort war symbolträchtig gewählt, immerhin liegt er in der Mitte des neuen Geschäftsgebiets: Im Alfdorfer Rathaus haben die Vorstände der Raiffeisenbank Mutlangen und der Volksbank Welzheim bekannt gegeben, dass beide Institute fusionieren wollen. Der Name der neuen Bank: VR-Bank Schwäbischer Wald. Für die Kunden soll sich wenig ändern, auch die Zahl der Mitarbeiter soll gleichbleiben. Ebenfalls unangetastet: die Filialen. „Jetzt können wir, später müssten wir fusionieren“, erklärt Thomas Bareiß, bislang Vorstand der Raiba und bald neuer Vorstandssprecher der neuen Bank.

Die Gründe. Die regionalen Banken stehen bereits seit Jahren unter immer größerem Druck. Das Niedrigzinsumfeld belastet vor allem kleinere Institute, hinzu kommen die regulatorischen Anforderungen an die Banken: Je kleiner das Institut, desto größer ist im Verhältnis der Aufwand, alle Anforderungen aus Berlin und Brüssel zu erfüllen. Die Personal- und Sachkosten steigen. Hinzu komme ein gestiegener Wettbewerb, wie Karl-Thomas Starke, Vorstand der Volksbank Welzheim, deutlich macht. Er verweist etwa auf bankenfremde Großkonzerne und sogenannte Fintechs, die in den traditionellen Finanzmarkt streben. Hinzu kämen die Auswirkungen der Corona-Krise sowie die fortschreitende Digitalisierung der Finanzwelt.

„Die Herausforderungen sind für beide Banken dieselben“, sagt Bareiß. Durch die Fusion könne man „gemeinsam agieren statt alleine reagieren“. Er ergänzt: „Wir haben ein klares Ziel: Wir schaffen mit der Fusion eine starke Bank in der Region, die hier ihre Wurzeln hat.“ Die Entscheidung für den geplanten Zusammenschluss mit der Volksbank Welzheim sei einfach und folgerichtig gewesen. „Unsere Banken sind ähnlich groß, unsere Geschäftsgebiete ergänzen sich perfekt: Es ist eine Fusion auf Augenhöhe“, so Starke. Bareiß: „Uns verbindet mit der Volksbank Welzheim eine langjährige Partnerschaft, diese Wertschätzung und dieses Vertrauen sind eine perfekte Grundlage für den Zusammenschluss.“

Die Zahlen. Beiden Banken weisen jeweils eine Bilanzsumme von rund einer halben Milliarde Euro aus. Gemeinsam kommen sie auf eine Bilanzsumme von rund einer Milliarde Euro sowie ein Kundengeschäftsvolumen von rund zwei Milliarden Euro. Die neue VR-Bank Schwäbischer Wald will alle rund 130 Mitarbeiter übernehmen. Kündigungen sind laut Raiba-Vorstand Oliver Seibold keine geplant. Im Gegenteil, unterstreicht Bareiß. „Wir brauchen jeden Mitarbeitenden in der neuen Bank.“ Als größere Bank tue man sich zudem leichter, in Zukunft Fachkräfte zu finden und Spezialisten auszubilden. Zudem halte man an den Präsenzen vor Ort fest. Zusammen kommen die Banken auf zwölf Filialen, sechs davon sind im Ostalbkreis.

Die Ziele. „Wir wollen für die Region ein starker Partner sein“, betont Bareiß. Durch die Fusion erhoffe man sich Synergien, eine dadurch verbesserte Kostenstruktur und eine Steigerung der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit. Gemeinsam könne man zudem die immer höheren gesetzlichen Auflagen leichter erfüllen. Starke erwartet zudem „eine bessere Marktbearbeitung“.

Der Zeitplan. Am Mittwoch wurden die Mitarbeiter informiert, am Donnerstag die Öffentlichkeit. Die Fusion soll rückwirkend zum 1. Januar 2022 vollzogen werden. Bald sollen die konkreten Verhandlungen des Fusionsvertrags beginnen, im Mai und Juni werden die Mitglieder über deren Ergebnis informiert. Ende Juni sollen die Generalversammlungen über den Zusammenschluss entscheiden. Die Mitglieder haben hier das letzte Wort.

Die Gremien. Der neue Vorstand besteht aus den bisherigen Vorständen der beiden Banken: Aus Mutlangen Bareiß und Seibold, aus Welzheim Starke und seine Vorstandskollegin Daniela Nirk. Sprecher des Gremiums wird Bareiß. Diese Personalie sei Konsens in Vorstand und Aufsichtsrat gewesen. Sein Stellvertreter wird Starke, der ergänzt: „Es geht um ein gutes Miteinander, um die neue Bank gemeinsam voranzubringen.“ Den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wird wiederum die Volksbank Welzheim stellen. Der Aufsichtsrat der neuen Bank wird sich indes verändern: Denn die Voba Welzheim hat 7, die Raiba 14 Mitglieder. Wie dieser konkret aussehen wird, steht aber noch nicht fest.

Einen Kommentar zur geplanten Fusion finden Sie hier

Jetzt können wir, später müssten wir fusionieren.“

Thomas Bareiß, Vorstand Raiba Mutlangen

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