Ruhiger Herbst am regionalen Arbeitsmarkt

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Der Einzelhandel gehört nach wie vor zu den am stärksten von Kurzarbeit betroffenen Branchen in der Region.

Gestiegen ist insbesondere die Zahl ukrainischer Flüchtlinge, die Grundsicherung beziehen. Demografischer Wandel verstärkt Fachkräftemangel.

Aalen

Auch im Herbst hat sich die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Ostalb fortgesetzt. „Die Aufnahmefähigkeit des regionalen Arbeitsmarkts ist weiterhin hoch“, betont Claudia Prusik, die die Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur leitet. Die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich im Oktober um 510 Personen und lag damit Ostwürttemberg-weit bei 8462. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zurück.

Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Arbeitsagentur betreut werden (SGB III) ist so niedrig wie vor der Pandemie. Die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter betreut werden (SGB II) ist zwar der höchste Oktoberwert in den vergangenen fünf Jahren: „Jedoch ist der Grund hierfür leicht erklärt“, so die Arbeitsagentur, „nämlich insbesondere durch die Zahl geflüchteter Menschen aus der Ukraine, die seit Anfang Juni von den Jobcentern betreut werden“. Im Bereich SGB II (Grundsicherung, „Hartz IV“) beträgt der Anteil der ausländischen Arbeitslosen in Ostwürttemberg 47,1 Prozent. Diese Gruppe ist im Vergleich zum Oktober 2021 um 650 Personen beziehungsweise 43,9 Prozent gewachsen.

Regional unterschiedliche Zahlen

Die „regional unterschiedliche Fluchtmigration“ beeinflusse demnach auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen. So waren im Raum Ellwangen 1,9 Prozent der Menschen ohne Arbeit, im Raum Aalen 2,8 Prozent, im Raum Bopfingen 3,4 Prozent, im Raum Gmünd 3,9 Prozent und im Kreis Heidenheim 3,7 Prozent.

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat sehr deutlich gestiegen. Dies zeige, wie wichtig das Thema Arbeitskräftegewinnung und auch Fachkräftesicherung für Ostwürttemberg sei, so die Arbeitsagentur: „Hinzu kommt: Der demografische Wandel kommt allmählich am Arbeitsmarkt an, mit der Folge, dass die regionale Fachkräftereserve mehr und mehr zurückgehen wird und die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen beziehungsweise gehen werden.“ Umso wichtiger ist es für die Agenturleiterin, an vorhandene Potenziale am Arbeitsmarkt zu erinnern. „Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitslosen und von Beschäftigten sind einer der zentralen Aspekte der Fachkräftesicherung“, sagt Claudia Prusik.

Im Oktober ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat etwas gestiegen. Insgesamt zeigten 22 Betriebe für 317 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im September 2022 waren es 11 Betriebe für 46 Beschäftigte. Nach wie vor sind die am stärksten betroffenen Bereiche das verarbeitende Gewerbe, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie und der Einzelhandel.

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