Schleich investiert in Gmünd

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Spatenstich auf dem Gügling: Schleich erweitert seinen Logistik-Standort. Ganz rechts: Geschäftsführer Dirk Engehausen.
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Das Unternehmen setzt auf den Standort und erweitert sein Logistikzentrum auf dem Gügling. Warum am Stammsitz in Herlikofen jedoch zuletzt Stellen verloren gingen.

Schwäbisch Gmünd

Beschäftigt hat man sich bei Schleich bereits seit 2014 mit der Idee, das Logistikzentrum im Schwäbisch Gmünder Gewerbe- und Industriegebiet Gügling zu erweitern. Nun, sieben Jahre später geht es los: Die Bagger und Laster rollen schon, die ersten, umfangreichen Erdarbeiten sind gestartet. Geschäftsführung, Investor, Vermieter, Betreiber und die Stadt Gmünd stachen am Dienstag symbolisch den Spaten für das Bekenntnis des Spielzeugherstellers zum Standort.

Von dem Logistikzentrum auf dem Gügling werden jährlich rund 150 000 Paletten mit Spielfiguren und Sets in die weltweiten Märkte verteilt – und es werden immer mehr, das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, wie Geschäftsführer Dirk Engehausen erklärt. „Seit 2014 hat sich der Umsatz verzweieinhalbfacht. Die Investition ist ein Bekenntnis zum Standort Schwäbisch Gmünd und zu unseren Mitarbeitern.“

Das zentrale Logistikzentrum für Europa sowie das weltweite Verteilzentrum wird um rund 7000 Quadratmeter erweitert. Rund 25 000 Paletten stehen hier dann zur weltweiten Distribution bereit. Bis Februar sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Das Logistikzentrum verfügt dann über eine Fläche von 23 000 Quadratmeter. „Wir freuen uns sehr, am Standort nun noch stärker präsent zu sein und hier mit einem modernen und hochfunktionalen Logistikzentrum auch für die Region neue wirtschaftliche Impulse geben zu können“, sagt Engehausen.

Der Schleich-Chef lässt bei seiner Ansprache allerdings durchblicken, dass durchaus auch andere Standorte in Betracht gezogen wurden, die näher an den Hauptverkehrsachsen wie Autobahnen liegen. Vor allem der Eigentümer der Gruppe, die Partners Group, die Schleich 2019 gekauft hatte, schien nicht so recht von den Plänen überzeugt gewesen zu sein, den Standort in Gmünd auszubauen. „Nach Abwägung der Vor- und Nachteile haben wir uns bei unseren Investoren durchgesetzt“, erklärt Engehausen nun. „Die Investition ist zugleich ein Zeichen für den Zusammenhalt des Unternehmens.“

Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold ist entsprechend glücklich über diese Entscheidung. „Allein nach logistischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wären andere Standorte vielleicht kurzfristig günstiger gewesen. Umso mehr freuen wir, dass das Unternehmen längerfristig denkt.“ Schleich gehe seit vielen Jahren „einen tollen Weg“. Die Stadt sei froh, etwas zu der Entwicklung beitragen zu können.

Mit der Erweiterung bündelt Schleich seine Logistikkapazitäten an einem zentralen Standort, die bisherigen sechs Außenlager in der Umgebung sollen nach und nach verkleinert und teilweise aufgegeben werden. „Für uns ist heute ein großer Tag“, betont Alison Jones, die als COO seit Sommer des vergangenen Jahres das operative Geschäft von Schleich leitet. „Die Erweiterung wird die logistischen Prozesse deutlich vereinfachen.“

Derzeit beschäftigt Schleich im Logistikzentrum 80 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hinzu kommen in Hochzeiten im Herbst weitere saisonale Kräfte. Am Stammsitz in Herlikofen arbeiten derzeit 120 Menschen für Schleich – weniger als noch in der Vergangenheit.

Wie Engehausen im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, seien rund 28 Stellen weggefallen, weil das Unternehmen Marketing und Vertrieb nach München verlagert hat. Der Standort sei besser geeignet, auch weil es Schleich dort „deutlich leichter fällt“, passende Fachkräfte zu finden. Weitere Verlagerungen seien nicht geplant, so der Schleich-Chef weiter.

Ins Jahr 2021 ist das Unternehmen gut gestartet. Im vergangenen Jahr hatte Schleich den Umsatz von 200 auf 210 Millionen Euro gesteigert, für das laufende Geschäftsjahr strebe man ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich an. „Unser Fokus gilt derzeit vor allem unserem deutschen Heimatmarkt, sowie den Märkten in Frankreich, England und den USA.“ In diesen Märkten legten die Eltern Wert auf qualitativ hochwertiges Spielzeug, wovon Schleich profitiere.

Um das angestrebte Wachstum zu realisieren, braucht Schleich ausreichende Logistikflächen, wie sie auf dem Gügling entstehen. Schleich tritt nicht als Investor auf. Eigentümer der Halle und des Grundstücks ist die VIB Vermögen AG.

Deren Vorstandschef Martin Pfandzelter betont beim Spatenstich: „Die Immobilie wurde multifunktional entwickelt.“ Heißt: Theoretisch kann sie auch von einem anderen Unternehmen genutzt werden. Die VIB vermietet die Halle wiederum an das Schwäbisch Gmünder Speditions- und Logistikunternehmen Lakner. Die Firma ist Vermieter und Logistikpartner von Schleich. Das Mietverhältnis von Schleich wurde im Rahmen der Erweiterung bis zum ersten Quartal 2027 verlängert.

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