Schleich weiter auf Rekordkurs

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Dinosaurier gehörten auch 2021 zu den beliebtesten Spielzeugen von Schleich.
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Der Umsatz des Schwäbisch Gmünder Unternehmens wächst um 20 Prozent. Warum das Plus noch größer hätte ausfallen können.

Schwäbisch Gmünd

Der Spielwarenhersteller Schleich bleibt auf Wachstumskurs und schließt erneut ein Rekordjahr ab. Das Geschäftsjahr 2021 sei das erfolgreichste der 86-jährigen Firmengeschichte gewesen, teilt das Unternehmen mit. Der Umsatz ist um mehr als 20 Prozent auf rund 255 Millionen Euro gestiegen. 2020 lagen die Erlöse noch bei 210 Millionen Euro. Zum Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben, Schleich gilt jedoch als hochprofitabel.

Mit dem Ergebnis habe man sowohl die Position als einer der größten Spielwarenhersteller Deutschlands als auch die Anteile in den internationalen Märkten weiter ausgebaut. Neben dem Rekordumsatz freut sich Schleich-Chef Dirk Engehausen über einen zweiten Erfolg: „Erstmals konnten wir mit unseren Produkten im internationalen Markt stärker wachsen als im Kernmarkt Deutschland.“ In den USA und Frankreich wuchs der Umsatz 2021 jeweils um 39 Prozent, in Großbritannien um 21 Prozent. Im Heimatmarkt Deutschland verzeichnete Schleich ein Plus von 17 Prozent. „Wir haben in den letzten Jahren viel in die Internationalisierung der Marke Schleich investiert und freuen uns, dass wir auch in den größten Spielwarenmärkten der Welt erfolgreich wachsen und an Bekanntheit gewinnen“, erklärt Dirk Engehausen. 

Das Wachstum hätte indes noch stärker ausfallen können. Doch auch Schleich bekam und bekommt die Probleme in den globalen Lieferketten zu spüren. Aufgrund der weltweiten logistischen Engpässe habe die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte die Kapazitäten von Schleich überstiegen, so der CEO. „Die Lieferschwierigkeiten gerade vor Weihnachten haben ein noch größeres Wachstum verhindert. Die Nachfrage nach unseren Produkten lag weit über unseren Möglichkeiten – trotz umfangreicher Sondertransporte und zusätzlicher Anstrengungen unserer Zulieferer“, sagt Engehausen.

Um für weiteres Wachstum gerüstet zu sein, hatte Schleich vor einigen Monaten mit dem Ausbau des Logistikzentrums im Gmünder Industrie- und Gewerbegebiet Gügling begonnen. Das zentrale Logistikzentrum für Europa sowie das weltweite Verteilzentrum wird um rund 7000 Quadratmeter erweitert. Rund 25 000 Paletten stehen hier dann zur weltweiten Distribution bereit. Bis zum Frühjahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Das Logistikzentrum verfügt dann über eine Fläche von 23 000 Quadratmeter. „Wir freuen uns sehr, am Standort nun noch stärker präsent zu sein und hier mit einem modernen und hochfunktionalen Logistikzentrum auch für die Region neue wirtschaftliche Impulse geben zu können“, sagte Engehausen beim Spatenstich im Juli. „Die Investition ist ein Bekenntnis zum Standort Schwäbisch Gmünd und zu unseren Mitarbeitern.“ Schleich beschäftigt weltweit 450 Menschen, 120 davon in Herlikofen und 80 auf dem Gügling.

Eines der beliebtesten Spielzeuge der Gmünder waren 2021 übrigens die Dinosaurier von Schleich. Sie gesellten sich zur Serie „Horse Club“ (zu dt. Pferdeclub) als erfolgreichste Produktlinie. „Dinosaurier und Pferde sind unsere Dauerbrenner“, so Engehausen. Deren Produktsortiment wird 2022 erweitert: Neben Neuheiten in allen sechs Schleich-Themenbereichen bekommt der Pferdeclub im zweiten Halbjahr 2022 eine Erweiterung um Pferde, deren Mähnen und Schweife sich frisieren und austauschen lassen.

Um das Wachstum auf den internationalen Märkten als auch im Kernmarkt Deutschland langfristig und nachhaltig zu unterstützen, bereitet Schleich laut Engehausen für das zweite Halbjahr 2022 einen grundlegenden Marken-Relaunch vor. Die Entwicklung von neuen Lösungen beim Thema Nachhaltigkeit stehe ebenfalls im Fokus, hierzu würden 2022 schrittweise Veränderungen in allen relevanten Unternehmensbereichen beginnen. Welche das sind, teilte Schleich nicht mit.

Wir haben in den letzten Jahren viel in die Internationalisierung der Marke Schleich investiert."

Dirk Engehausen, Schleich-Chef
  • Die größten Spielwarenhersteller der Welt
  • Schleich gehört mit einem Umsatz von 255 Millionen Euro zu den größten Spielwarenherstellern der Welt. Laut dem Statistikportal Statista ist Schleich weltweit in den Top Ten. An Nummer steht wenig überraschend der dänische Lego-Konzern mit einem Umsatz (2020) von rund sechs Milliarden Euro, danach folgen Hasbro, Mattel (beide USA) Simba-Dickie, Playmobil und Ravensburger. Schleich folgt diesen drei deutschen Firmen auf Nummer sieben. An Rang acht kommt dann übrigens ein weiteres regionales Unternehmen: Dort rangiert die Giengener Steiff-Gruppe mit einem Umsatz von mehr als 110 Millionen Euro.
Schleich-Chef Dirk Engehausen.

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