Schlossberg Heidenheim: 350 neue Wohnungen

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Die urbanen Wohnhöfe sind Herzstück des Schlossparks Heidenheim. Grafik: Essinger Wohnbau
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Essinger Wohnbau realisiert Projekt beim Klinikum. Sanierungsbedürftige, bestehende Bauten werden abgerissen, die Gesamtinvestionen betragen rund 150 Millionen Euro.

Heidenheim. Heidenheim wächst erheblich: Auf dem Schlossberg entsteht ein Wohngebiet für mehr als 600 Menschen. Der Bauträger Essinger Wohnbau hat das Gelände jetzt vom Klinikum Heidenheim erworben. Investiert werden in den „Schlosspark“ rund 150 Millionen Euro. Die in die Jahre gekommene, bisherige Bebauung soll durch urbane Wohnhöfe, moderne Stadtreihenhäuser und naturnahe Stadtvillen ersetzt werden.

„Das hätte das Klinikum nicht wuppen können.“

Peter Polta, Landrat

Das Areal zwischen Kongresszentrum und Fußballarena, direkt angrenzend an das Klinikum und die bestehende Schlosshausiedlung, erstreckt sich über 37 500 Quadratmeter – das entspricht der Fläche von etwa fünf Fußballfeldern. Bisher befinden sich auf diesem Gelände das Schwesternwohnheim und Mitarbeiterbungalows des Klinikums.

„Wir wollen uns auf das Kerngeschäft, die Gesundheitsversorgung, konzentrieren und uns aus der Immobilienbewirtschaftung zurückziehen“, begründete Landrat Peter Polta, Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Landkreis Heidenheim, beim Pressetermin zum Projektstart den Verkauf. Die in den Jahren 1970 bis 1972 errichteten Gebäude seien dringend sanierungsbedürftig. Eine Neugestaltung des Areals hätte „das Klinikum nicht wuppen können“, so der Landrat. Ein Fünftel der betreffenden Fläche – entlang der Schloßhaustraße – ist städisches Gebiet. Andrea Nußbaum, die bei der Stadt Heidenheim den Fachbereich Stadtentwicklung leitet, wertete den Umbau der bestehenden Fläche als positiv. „Er passt zur Stadtentwicklung der vergangenen Jahre“. Sie auch verwies auf das Ploucquet-Areal. Auf dem ehemaligen Industriegelände hat bereits die Essinger Wohnbau als Siegerin des städtebaulichen Wettbewerbs ein Quartier entwickelt, das 300 Wohneinheiten beinhaltete.

Die Geschäftsführer der Essinger Wohnbau, Horst Enßlin und Lars Fischer, skizzierten das Projekt „Schloßpark“. Als Sieger eines europaweiten Wettbewerbs erhielt das inhabergeführten Bauträgerunternehmens aus Essingen-Forst im Sommer 2020 den Zuschlag für die Neubebauung des Schlpossbergs. Die Essinger Wohnbau übernahm auch die Aufgabe, die baurechtliche Genehmigungsgrundlage für das Wohnareal zu schaffen. Mitte Oktober nun hat der Heidenheimer Gemeinderat den Entwurf des Bebauungsplans beschlossen.

Dass die bestehenden, 50 Jahre alten Gebäude abgerissen werden, ist für Enßlin eine Notwendigkeit: Dächer, Fassaden und Fenster seien „Energiefresser“, sie zu sanieren „wäre ein ungeheurer Aufwand, der nicht verhältnismäßig wäre“.

Baubeginn für „Magistrale“ im Sommer 2022

Für den ersten Bauabschnitt ist noch kein Abriss nötig: Ab Frühsommer 2022 entsteht an der Erschließungsachse zum Klinikum die „Magistrale“: Bestandteile sind ein 7-geschossiges Gebäude als „Landmarke“, ein Wohnheim mit 45 Apartments für Beschäftigte des Klinikums, ein Neubau der Dialyse sowie Wohn- und Geschäftshäuser. Interessenten für Büro- und Dienstleistungsnutzung seien willkommen, so Enßlin. Auch ein Kindergarten wird hier entstehen.

In den urbanen Wohnhöfen sind rund 200 der insgesamt 350 geplanten Wohneinheiten vorgesehen. Eine vielfältige Mischung aus Massivbau, Holzbau, unterschiedlichen Geschossigkeiten und Glasfassaden solle hier realisiert werden, so Lars Fischer, der für das ganze Quartier die Losung ausgab: „Wir wollen ein Park-Gefühl, die Menschen sollen im Vordergrund stehen.“

Teile des Quartiers möchte die Essinger Wohnbau im Einzelverkauf vermarkten, Teile im Paket – etwa an Anbieter von Mietwohnungen – verkaufen. Auch mit Sozialträgern, etwa als Partner für betreutes oder seniorengerechtes Wohnen, sei man im Gespräch.

Gehen die Pläne des Bauträgers auf, beginnt im 2. Halbjahr 2023 der Abbruch der bestehenden Gebäude, 2025 bis 2026 sollen die ersten Bewohner einziehen. „Unser Ziel für die Fertigstellung des Gesamtprojekts wäre Ende 2028“, sagte Enßlin.

  • Maßnahmen für Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Auf dem Gelände selbst will die Essinger Wohnbau 100 Bäume sowie heimshe Sträucher und Hecken auf mehr als 1000 Quadratmetern pflanzen. Die Dächer sollen komplett begrünt und mit PV-Anlagen bestückt, die ganze Anlage mit modernem Regenwasser-Management ausgerüstet sein. „Im angrenzenden Wildpark Eichert pflanzen wir in Abstimmung mit der Stadt viele hochstämmige Bäume und schaffen über 100 Ersatzhabitate für Fledermäuse und Höhlenbrüter“, so der Bauträger: „Zusätzlich übernehmen wir den Waldumbau von circa drei Hektar Stadtwald am Zanger Berg und am Moldenberg, als Bestandteil eines Ausgleichkonzeptes.“

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