SHW WM: Stützpunkt in der Türkei

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Ein neu entwickelter Dreh-Fräskopf von SHW WM.

Das Wasseralfinger Unternehmen sieht einen steigenden Bedarf an Werkzeugmaschinen und treibt seine internationale Präsenz voran. Nach der Pandemie werden nun Mitarbeiter gesucht.

Aalen

Die SHW  Werkzeugmaschinen GmbH (SHW WM) in Wasseralfingen hat sich nach eigenen Angaben Anfang 2022 gut positioniert. Zwar habe der Branche Verunsicherung der Märkte durch die Pandemie geschadet. Doch es gibt Lichtblicke: Nach knapp zwei Jahren im Ausnahmemodus würden neue Maschinen benötigt, die Kaufzurückhaltung sei zumindest nicht mehr generell vorhanden. SHW WM beschäftigt aktuell rund 210 Mitarbeiter, hinzu kommen knapp 60 Beschäftigte beim Schwesterunternehmen SHW Bearbeitungstechnik, ebenfalls mit Sitz in Wasseralfingen.

 „Nun zahlt es sich für uns aus, dass wir engen Kontakt zu unseren Kunden gehalten haben. Das Vertrauen kehrt zurück“, sagt Martin Greis, Geschäftsführer bei SHW WM. Nachdem die Nachfrage nach ihren Werkzeugmaschinen seit Mitte 2021 ansteige, werde die globale Präsenz vorangetrieben. Nachdem ein Großauftrag mit einem Kunden in Ungarn noch 2021 abgewickelt worden sei, gingen die Expansionsbemühungen weiter. Im Januar 2022 hat SHW WM im türkischen Bursa einen Servicestützpunkt eröffnet. „Der türkische Markt bietet Chancen. Auch wenn die türkische Wirtschaft mit Verwerfungen zu kämpfen hat, werden unsere Werkzeugmaschinen gut nachgefragt“, erläutert Martin Greis.

Zu 60 Prozent Kunden aus der Europäischen Union

Während sich die Geschäfte zu rund 60 Prozent mit Kunden aus der EU abspielen, wächst der Anteil der in die Türkei verkauften Produkte: Er liegt bei zehn bis 15 Prozent des Jahresumsatzvolumens des Spezialisten für spanende Bearbeitung.

Zwei eigene Mitarbeitende sowie ein Dutzend beim türkischen Servicepartner bearbeiten nun den Markt am Bosporus. „Durch eine globale Präsenz mit Niederlassungen in China und Indien ist das Unternehmen auch während der Pandemie handlungsfähig geblieben“, sagt der SHW-WM-Geschäftsführer. Hinzu komme ein starkes Geschäft im deutschsprachigen Raum. SHW WM hat die Erfahrung gemacht, dass während Corona lokale Hersteller mit gut funktionierendem Service von den Kunden gesucht wurden. „Aber wir haben auch erstmals ohne direkten Kundenkontakt einen Großauftrag abgewickelt – alleine über Online-Verhandlungen“, sagt Vertriebsleiter Oliver Reuter.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht

Das Personal sei bei SHW WM auch durch maßvollen Einsatz von Kurzarbeit gesichert worden. Nun werden neue Mitarbeitende gesucht. „Das Aufrechterhalten der Lieferketten bleibt zwar noch eine Herausforderung. Die Stimmung hat sich aber wesentlich gebessert“, erklärt Martin Greis. Treiber des Geschäfts seien derzeit hauptsächlich große Konzerne. Schienenfahrzeuge, Baumaschinen, Landwirtschaftsgeräte und weitere Akteure, welche die Infrastruktur ausbauen, fragten Werkzeugmaschinen verstärkt nach.

Die Produktpalette wurde ebenso erweitert: Entwicklungen bei den Baureihen „PowerSpeed“ und „UniSpeed“ sowie den SHW-Fräsköpfen wurden vorangetrieben. „Parallel wurden Themen des digitalen Wandels weiter aufgegriffen und neue Ideen entwickelt. Wir wollen weiterhin einer der modernsten Werkzeugmaschinenhersteller für die Großteilebearbeitung sein“, sagt Martin Greis.

Eine digitale Vertriebsplattform hilft beim Abwickeln von Projekten. Der Hauptstandort in Aalen-Wasseralfingen sei durch Investitionen in moderne Arbeitsplätze – vor allem in der Entwicklungsabteilung – weiter gestärkt worden. Im Herbst möchte SHW WM vom 13. bis 17. September auf der Messe AMB in Stuttgart „neue Ausrufezeichen setzen“.

  • Die SHW Werkzeugmaschinen GmbH (SHW WM) ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Hersteller von Fahrständermaschinen, Portalmaschinen sowie Bearbeitungszentren und zählt zu den international anerkannten Spezialisten für zerspanende Bearbeitung. Die Maschinen des Unternehmens fertigen unter anderem Großteile für den Maschinen- und Anlagenbau, für Großdieselmotoren, Turbinen und Umwelttechnik. Von der Automotive-Branche sei man relativ unabhängig, heißt es aus der Firma. Wegen Zahlungsschwierigkeiten und Auftragsausfällen hatte das Wasseralfinger Unternehmen, das auf die traditionsreichen Schwäbischen Hüttenwerke zurückgeht, im Jahr 2018 Insolvenz anmelden müssen. Die damals begonnene Übernahme durch die Münchner Beteiligungsgesellschaft SFO erwies sich als zukunftsweisend für SHW WM.⋌ham

"Der digitale Wandel hat auf breiter Front in unser tägliches Arbeiten Einzug gehalten."

Martin Greis, Geschäftsführer
Die PowerSpeed Cube ist eine Maschinen-Neuentwicklung der SHW Werkzeugmaschinen in Wasseralfingen.

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